Der “Sportentwicklungsplan”

Der erste Anlauf zum Sportentwicklungsplan

Der Sportausschuss der Stadt Neuss hat in seiner Sitzung vom 27.10.2005 einstimmig beschlossen, eine Arbeitsgruppe mit der Aufstellung eines Sportentwicklungsplanes zu beauftragen, die mit je einem Vetreter jeder Ratspartei und weiteren Personen aus dem Sportbereich besetzt werden soll. Diese Arbeitsgruppe wird in der Sitzung vom 27.3.2007 vorzeitig auf Drängen der CDU und gegen die Stimmen von SPD, Grünen, FDP und Unabhängige/PDS aufgelöst, weil “es durch ihre Auflösung ermöglicht werden würde, auf der Grundlage des umfangreichen von der Verwaltung zusammen gestellten Informationsmaterials zu allen Bezirkssportanlagen schneller zu konkreten Beschlussfassungen im Sportausschuss und zu der nach wie vor gewünschten Erstellung eines Sportentwicklungsplanes zu kommen.”

Interessant ist, dass die Arbeitsgruppe nicht wie der Sportausschuss von einer absoluten CDU-Mehrheit dominiert wurde, was offenbar die schnelle Beschlussfassung im Sinne der CDU verhindert hat. Deshalb die Arbeitsgruppe aufzulösen, kritisieren auch Teile der CDU.

So kam der Sportentwicklungsplan erst als Ein-Parteien-Konzept im zweiten Anlauf zustande – von Einzelinteressen motiviert.

Der zweite Anlauf

Nun von der CDU-Ratsfraktion allein betrieben und auf einer Klausurtagung beschlossen, vereint die Sportplanung Lobbyinteressen mit Kommerz: Das Bebauungsprojekt im Marianum-Gelände soll durch eine zusätzliche Wohnbebauung im Stadion an Wert gewinnen, weil so eine Straße im Stadiongelände gerechtfertigt werden kann. Dass überhaupt Bebauung nötig ist, wird wiederum mitBaubedarf für den Sport gerechtfertigt: der eine Teil des Jahnstadions bekommt trotz fehlenden Geldes und rückläufiger Vereinsmitgliedszahlen eine neue Halle, der andere Teil wird wegen Überflüssigkeit aufgelöst. Da CDU und Stadtverwaltung mit den Anwohnern und Freizeitnutzern immernoch nicht gesprochen haben, bleiben auch deren Argumente ungehört. Manche der Betroffenen äußern sich aber in Leserbriefen.

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