Geschichte des Stadions

Das Stadion: Namensgeber und Identitätsstifter

Aus der Stadtteilbroschüre zum Stadionviertel, herausgegeben vom Amt für Presse und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Neuss im Jahr 2001:

“Genau 80 Jahre ist es her, dass der Neusser Stadtrat den Beschluss fasste, ein großes Stadion in der Quirinusstadt zu bauen. Das Stadionviertel, welches bekanntermaßen seinen Namen durch das Jahnstadion bekam, hätte beinahe heute einen anderen Namen tragen müssen, denn ursprünglich wurde für den Bau des Neusser Stadions eine große Wiese an der Hammer Landstraße ins Auge gefasst. Doch die Grundstückskommission wollte “Kulturland” schonen, und so kam das Baggerloch zwischen Glehner Weg und Preußenstraße ins Gespräch. Mit 250 000 Mark Baukapital begannen Anfang 1922 die ersten Arbeiten am Jahnstadion.

Die Ernüchterung folgte schnell: Nur wenige Wochen, nachdem die ersten Spatenstiche getan waren, war bereits Ebbe in der Kasse, wurde die zügige Fertigstellung des Stadions fraglich. In heutiger Zeit kaum denkbar: Da die Arbeitslosigkeit damals stark gestiegen war, verordnete Vater Staat kurzerhand Notstandsarbeiten. Die sogenannte “produktive Erwerbslosen-Fürsorge” trug schnell Früchte: Schon 1924 erstrahlte das neue Jahnstadion in frischem Glanz. Die Anlage umfasste 75 000 Quadratmeter. Über eine breite Allee wurde der Besucher auf einen Vorplatz geleitet, auf dem sich die Kassenräume und die Eingangstore befanden. Mehr als 10 000 Besucher konnte das Jahnstadion aufnehmen – und auch an einen großen Parkplatz (700 Quadratmeter) hatten die Bauherren damals schon gedacht.

Auch die anderen Ausmaße waren beeindruckend: Übungsfelder für Fußball, Handball, Faustball, Hockey und Turnen, und um die Laufbahn zog sich die 500 Meter lange und sieben Meter breite Radrennbahn. Zehn übereinander gestaffelte Sitzreihen an der Südwestseite konnten 2 100 Zuschauer aufnehmen, hinzu kamen 8 000 Stehplätze. Und die waren bestens gefüllt, denn Veranstaltungen von hohem Rang wurden im Neusser Jahnstadion ausgetragen.”SL370357_m