Geld spielt keine Rolle

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Sportentwicklungsplan befürworteten einstimmig die Beauftragung des IKPS (Institut für kooperative Planung und Sportentwicklung) mit der Moderation bei der Ausarbeitung eines Sportentwicklungsplans. Man kann den Sinn eines Sportentwicklungsplans in Frage stellen, da die meinsten grundsätzlichen Entscheidungen hinsichtlich Sportzentren längst getroffen sind. Wenn man dieses Vorhaben aber akzeptiert, das laut Haushalt bis zu 50.000 Euro kosten soll (nur für die Moderation!), steht man wieder vor einem Fall von Neusser Klüngel.

Das IKPS bleibt mit einem Angebot von 47.779 € treffsicher unter diesem Maximalbetrag. Die Vergabeordnung der Stadt Neuss sieht bei “freihändiger Vergabe” vor, mindestens 3 Vergleichsangebote einzuholen. Eines davon stammt von der Bergischen Universität Wuppertal, Forschungsstelle Kommunale Sportentwicklung – sicherlich ein mindestens ebenso renommierter und geeigneter Projektpartner. Das Angebot aus Wuppertal ist mit 38.080 € deutliche 9.699 € brutto günstiger als das der IKPS. Ein drittes Angebot ist den Unterlagen nicht zu entnehmen, obwohl z.B. die Deutschen Sporthochschule in Köln, Forschungsstelle Kommunale Sportpolitik und –entwicklung, von 2010-2012 ebenfalls für die Stadt Neuss gearbeitet hat.

Trotzdem erhält absehbar der teurere Bieter den Zuschlag. Wie das geht? 10 % der Gesamtsumme des Angebotes des Institutes aus Stuttgart fallen alleine für Fahrt- und Nebenkosten an. Im Angebot der Universität Wuppertal ist diese Position nicht enthalten – also offenbar eingepreist. Die Entscheidungsvorlage schlägt diesen Posten jedoch auf das Wuppertaler Angebot auf. Damit schrumpft die Differenz auf nebensächliche 5891,- €, was selbstverständlich im Entscheidungsspielraum unserer gewählten Vertreter/innen im Sportausschuss liegt, die heute den Auftrag vergeben.

Es sind ja nur Steuergelder.