Ein Fussballzentrum im Jahnstadion? Unser offener Brief an alle Fraktionen vom 1.11.2016

Neuss, 31.10.2016

Offener Brief an alle im Rat der Stadt Neuss vertretenen Fraktionen

Sehr geehrte Ratsmitglieder,
sehr geehrte Damen und Herren,

am 15. November wird sich der Sportausschuss der Stadt Neuss unter anderem mit dem Abschlussbericht des Instituts für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) zur kommunalen Sportentwicklungsplanung beschäftigen.

Die Initiative „Rettet das Jahnstadion“ setzt sich seit 2008 für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Jahnstadions ein. Wir informieren in regelmäßigen Abständen die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Neuss und vor allem die Bewohner des Stadionviertels über aktuelle Entwicklungen.

„Wohnen im Stadion“ und auch eine Bebauung des Jahnstadions lehnen wir weiterhin ab. Nur durch unseren Einsatz konnten 2008 die damaligen Pläne, die eine Bebauung des Jahnstadions vorsahen, (Einstimmiger Beschluss im Sportausschuss) verhindert werden.

Wir haben den Abschlussbericht des ikps (Sept. 2016) selbstverständlich sorgfältig geprüft und uns insbesondere mit den Aussagen zum Jahnstadion beschäftigt. Das ikps bestätigt in seinem Abschlussbericht, dass das Jahnstadion die zentrale Neusser Bezirkssportanlage für den Innenstadtbereich ist. Darüber hinaus soll das Jahnstadion zukünftig zum Zentrum für Hockey und Tennis ernannt werden.

Im  Werkstattverfahren 2009 wurden gemeinsam mit dem ikps  konkrete Handlungsempfehlungen

(lt. ikps wörtl. ein zukunftsgerechter Gesamtgestaltungplan) für das Stadion erarbeitet. Im Ergebnis des Werkstattverfahrens von 2009 waren unter anderem anderthalb Kunstrasenplätze und Multifunktionsfelder vorgesehen. Im jetzigen Gutachten sind hierzu die Aussagen der einzelnen Empfehlungen sehr vage gehalten. Es soll lediglich geprüft werden, „ob das Jahnstadion um freizeitsportliche Ergänzungen (z. B. die Schaffung einer beleuchteten Laufstrecke) langfristig attraktiviert werden soll“.

Neben den im Abschlussbericht aufgeführten Fußballzentren in Gnadental, Norf und Weißenberg soll ein weiteres Fußballzentrum in innenstadtnaher Lage benannt werden. Als ein möglicher Standort wird das Jahnstadion genannt. Die Initiative „Rettet das Jahnstadion“ würde den Bau eines Kunstrasenplatzes und die Benennung als Fußballzentrum selbstverständlich befürworten, insbesondere im Hinblick auf den langfristigen Erhalt des Jahnstadions. Folgende Punkte sprechen aus unserer Sicht, auch unter Berücksichtigung der in dem Abschlussbericht aufgeführten Kriterien, für das Jahnstadion:

  • Kooperation von Fussballvereinen: Das Stadion wird vereinsübergreifend von den Vereinen DJK Novesia und FSV Vatan genutzt. Mit dem VfR Neuss finden aktuell laut eines Artikels in der NGZ vom 27.10.2016 Gespräche hinsichtlich einer Ansiedlung im Jahnstadion statt.
  • Technische Voraussetzungen: Der Fußballsport ist bereits heute mit ca. 20 Mannschaften sehr stark im Jahnstadion vertreten und die Anlage verfügt mit 2 Tennenplätzen und einem Rasenfeld über ausreichend Raumressourcen.
  • Nutzung von Grundschulen, Gymnasien und Gesamtschule, sowie Hobbymannschaften (Schützenvereine, multikulturelle Gemeinschaften etc.): Die Anlage wird durch mehrere (große) innerstädtische Schulen regelmäßig genutzt (bis zu 20 Klassen pro Woche).
  • Verkehrsanbindung und Parkplatzsituation: Aufgrund der Größe des Jahnstadions sehen wir keine Probleme hinsichtlich einer „Überfrachtung“, die Umwandlung eines Tennen- in einen Kunstrasenplatzes verursacht im Hinblick auf die vorhandene Auslastung der Anlage nicht automatisch mehr Verkehr.
  • Neues Sportvereinszentrum der TG: Nach Aussagen des Bürgermeisters und des TG-Geschäftsführers soll das TG-Zentrum entweder im Rennbahn-Park oder in Nachbarschaft zur Internationalen Schule entstehen.

Wir würden Sie als im Rat der Stadt Neuss vertretene Fraktion bitten, uns bis zum 09.11.2016 per E-Mail an (fraukearndt@me.com)  zu antworten, ob Sie sich im Sportausschuss und im Stadtrat dafür einsetzen werden, dass das Jahnstadion einen Kunstrasenplatz erhält und als viertes Fußballzentrum benannt wird. Im Rahmen einer Mehrheitsentscheidung können Sie maßgeblich daran mitwirken, die schon jetzt positiven Entwicklungen im Jahnstadion fortzuschreiben. Sollten Sie zu dem Ergebnis kommen, dass das Jahnstadion nicht als Fußballzentrum benannt werden soll, wären wir Ihnen für eine detaillierte Begründung dankbar.

Die Antworten der einzelnen Fraktionen werden wir anschließend auf unserer Internetseite veröffentlichen, um die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Neuss und insbesondere die Bewohner des Stadionviertels umfassend informieren zu können.

Mit freundlichen Grüßen
Frauke Arndt       Ruth Domnik

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