Alibi-Verdacht bleibt. Ein viertes Fußballzentrum im Jahnstadion steht in den Sternen.

Die zentrale Frage unseres „Offenen Briefes“ vom 01.11.2016 an die Fraktionen „Unterstützen Sie als Partei ein viertes Fußballzentrum im Jahnstadion?“, bleibt zumindest bei der FDP und der CDU unbeantwortet. Man verweist auf die Ergebnisse des Planungsinstituts IKPS und den kommenden Sportausschuss (Ratssaal-Rathaus am 15.11.2016).

Die Grünen sehen ausdrücklich kein Fußballzentrum im Jahnstadion. Herr Klinkicht (Grüne), „Das Jahnstadion wurde auf Grund der dort schon erfolgreich agierenden Hockey- und Tennisvereine als Leistungszentrum für eben diese Sportart gesetzt.“ Noch 2009 sahen die Neusser Grünen die Entwicklungschancen der DJK Novesia als nicht ausreichend berücksichtigt an http://www.wz.de/lokales/rhein-kreis-neuss/neuss/neuss-jahnstadion-heimat-bleibt-am-traditionsstandort-1.141787 .

Lediglich die SPD empfiehlt ausdrücklich ein viertes Fußballzentrum in der Innenstadt und hier explizit im Jahnstadion. Herr Karbowiak (SPD),  „Mit der zentralen Lage in Innenstadtnähe, dem Vorhandensein von mehreren Fußball-Großspielfeldern, der hohen Auslastung durch Vereins- und Schulsport sowie der bereits heute praktizierten vereinsübergreifenden Nutzung der Bezirkssportanlage durch die Vereine Novesia und Vatan erfüllt das Jahnstadion aus Sicht der SPD-Fraktion alle in dem Gutachten festgelegten Kriterien für die Vergabe eines Kunstrasenplatzes.“

Die CDU Fraktion hat nach unserem Kenntnisstand in den Haushaltsberatungen bereits lange vor Beginn der Planungsgruppenarbeit mit Gnadental und Norf zwei Standorte fest vorgesehen, die dann im Gutachten des IKPS im September 2016 auch tatsächlich benannt wurden.

Insbesondere vor dem Hintergrund der möglichen Kooperation der Vereine DJK Novesia mit dem VfR 06 und FSV Vatan http://www.rp-online.de/nrw/staedte/neuss/vfr-06-nimmt-erneuten-anlauf-aufs-stadion-aid-1.6352955 bietet sich das Jahnstadion als viertes Fußballzentrum für den innerstädtischen Bereich aus Sicht der Initiative an.

Auch das IKPS sieht das Jahnstadion als einen möglichen Standort für ein weiteres Fußballzentrum. Zum Zeitpunkt der Abschlussberichterstellung, war aber damals insbesondere die Standortdiskussion bezüglich des TG Zentrums noch nicht abgeschlossen.

Die NGZ in Person von Herrn Baten hat hierzu treffend formuliert:

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/neuss/wenn-eine-studie-zum-alibi-papier-wird-aid-1.6123552

Wir halten Sie auf dem Laufenden. Bleiben Sie dran.

Ein Fussballzentrum im Jahnstadion? Unser offener Brief an alle Fraktionen vom 1.11.2016

Neuss, 31.10.2016

Offener Brief an alle im Rat der Stadt Neuss vertretenen Fraktionen

Sehr geehrte Ratsmitglieder,
sehr geehrte Damen und Herren,

am 15. November wird sich der Sportausschuss der Stadt Neuss unter anderem mit dem Abschlussbericht des Instituts für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) zur kommunalen Sportentwicklungsplanung beschäftigen.

Die Initiative „Rettet das Jahnstadion“ setzt sich seit 2008 für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Jahnstadions ein. Wir informieren in regelmäßigen Abständen die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Neuss und vor allem die Bewohner des Stadionviertels über aktuelle Entwicklungen.

„Wohnen im Stadion“ und auch eine Bebauung des Jahnstadions lehnen wir weiterhin ab. Nur durch unseren Einsatz konnten 2008 die damaligen Pläne, die eine Bebauung des Jahnstadions vorsahen, (Einstimmiger Beschluss im Sportausschuss) verhindert werden.

Wir haben den Abschlussbericht des ikps (Sept. 2016) selbstverständlich sorgfältig geprüft und uns insbesondere mit den Aussagen zum Jahnstadion beschäftigt. Das ikps bestätigt in seinem Abschlussbericht, dass das Jahnstadion die zentrale Neusser Bezirkssportanlage für den Innenstadtbereich ist. Darüber hinaus soll das Jahnstadion zukünftig zum Zentrum für Hockey und Tennis ernannt werden.

Im  Werkstattverfahren 2009 wurden gemeinsam mit dem ikps  konkrete Handlungsempfehlungen

(lt. ikps wörtl. ein zukunftsgerechter Gesamtgestaltungplan) für das Stadion erarbeitet. Im Ergebnis des Werkstattverfahrens von 2009 waren unter anderem anderthalb Kunstrasenplätze und Multifunktionsfelder vorgesehen. Im jetzigen Gutachten sind hierzu die Aussagen der einzelnen Empfehlungen sehr vage gehalten. Es soll lediglich geprüft werden, „ob das Jahnstadion um freizeitsportliche Ergänzungen (z. B. die Schaffung einer beleuchteten Laufstrecke) langfristig attraktiviert werden soll“.

Neben den im Abschlussbericht aufgeführten Fußballzentren in Gnadental, Norf und Weißenberg soll ein weiteres Fußballzentrum in innenstadtnaher Lage benannt werden. Als ein möglicher Standort wird das Jahnstadion genannt. Die Initiative „Rettet das Jahnstadion“ würde den Bau eines Kunstrasenplatzes und die Benennung als Fußballzentrum selbstverständlich befürworten, insbesondere im Hinblick auf den langfristigen Erhalt des Jahnstadions. Folgende Punkte sprechen aus unserer Sicht, auch unter Berücksichtigung der in dem Abschlussbericht aufgeführten Kriterien, für das Jahnstadion:

  • Kooperation von Fussballvereinen: Das Stadion wird vereinsübergreifend von den Vereinen DJK Novesia und FSV Vatan genutzt. Mit dem VfR Neuss finden aktuell laut eines Artikels in der NGZ vom 27.10.2016 Gespräche hinsichtlich einer Ansiedlung im Jahnstadion statt.
  • Technische Voraussetzungen: Der Fußballsport ist bereits heute mit ca. 20 Mannschaften sehr stark im Jahnstadion vertreten und die Anlage verfügt mit 2 Tennenplätzen und einem Rasenfeld über ausreichend Raumressourcen.
  • Nutzung von Grundschulen, Gymnasien und Gesamtschule, sowie Hobbymannschaften (Schützenvereine, multikulturelle Gemeinschaften etc.): Die Anlage wird durch mehrere (große) innerstädtische Schulen regelmäßig genutzt (bis zu 20 Klassen pro Woche).
  • Verkehrsanbindung und Parkplatzsituation: Aufgrund der Größe des Jahnstadions sehen wir keine Probleme hinsichtlich einer „Überfrachtung“, die Umwandlung eines Tennen- in einen Kunstrasenplatzes verursacht im Hinblick auf die vorhandene Auslastung der Anlage nicht automatisch mehr Verkehr.
  • Neues Sportvereinszentrum der TG: Nach Aussagen des Bürgermeisters und des TG-Geschäftsführers soll das TG-Zentrum entweder im Rennbahn-Park oder in Nachbarschaft zur Internationalen Schule entstehen.

Wir würden Sie als im Rat der Stadt Neuss vertretene Fraktion bitten, uns bis zum 09.11.2016 per E-Mail an (fraukearndt@me.com)  zu antworten, ob Sie sich im Sportausschuss und im Stadtrat dafür einsetzen werden, dass das Jahnstadion einen Kunstrasenplatz erhält und als viertes Fußballzentrum benannt wird. Im Rahmen einer Mehrheitsentscheidung können Sie maßgeblich daran mitwirken, die schon jetzt positiven Entwicklungen im Jahnstadion fortzuschreiben. Sollten Sie zu dem Ergebnis kommen, dass das Jahnstadion nicht als Fußballzentrum benannt werden soll, wären wir Ihnen für eine detaillierte Begründung dankbar.

Die Antworten der einzelnen Fraktionen werden wir anschließend auf unserer Internetseite veröffentlichen, um die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Neuss und insbesondere die Bewohner des Stadionviertels umfassend informieren zu können.

Mit freundlichen Grüßen
Frauke Arndt       Ruth Domnik

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Wahlversprechen

Am Mittwoch, 9.9.2015 fand im Zusammenhang mit der Wahl in privatem Rahmen ein Treffen von Thomas Nickel (Bürgermeisterkandidat der CDU), Vertretern der Bürgerinitiative und über 30 weiteren Personen statt. Natürlich wurde über die Bebauung des Stadions und die Flüchtlingssituation gesprochen, und das Ergebnis war eine kleine Sensation:

Nach Aussage von Thomas Nickel werden die 27 geplanten Standorte allesamt nicht genutzt werden, weil wegen der gestiegenen Flüchtlingszahlen und der geplanten Neusser Aufnahmestelle für Balkanflüchtlinge größere Einheiten nötig seien. Dies bedeutet, dass die Standortdiskussion am Glehner Weg erledigt ist. Eine Bebauung im Jahnstadion erfolgt dort nicht.

Herr Nickel sicherte außerdem zu, dass er das Gesamtareal des Jahnstadions im bisherigem Umfang erhalten wird – also weder Wohnbebauung noch Flüchtlingsheime noch ein TG-Zentrum unterstützt, auf keiner der Sport- und Grünflächen.

Diese Wahlversprechen sind uns gegenüber schriftlich bestätigt worden.

 

Geld spielt keine Rolle

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Sportentwicklungsplan befürworteten einstimmig die Beauftragung des IKPS (Institut für kooperative Planung und Sportentwicklung) mit der Moderation bei der Ausarbeitung eines Sportentwicklungsplans. Man kann den Sinn eines Sportentwicklungsplans in Frage stellen, da die meinsten grundsätzlichen Entscheidungen hinsichtlich Sportzentren längst getroffen sind. Wenn man dieses Vorhaben aber akzeptiert, das laut Haushalt bis zu 50.000 Euro kosten soll (nur für die Moderation!), steht man wieder vor einem Fall von Neusser Klüngel.

Das IKPS bleibt mit einem Angebot von 47.779 € treffsicher unter diesem Maximalbetrag. Die Vergabeordnung der Stadt Neuss sieht bei “freihändiger Vergabe” vor, mindestens 3 Vergleichsangebote einzuholen. Eines davon stammt von der Bergischen Universität Wuppertal, Forschungsstelle Kommunale Sportentwicklung – sicherlich ein mindestens ebenso renommierter und geeigneter Projektpartner. Das Angebot aus Wuppertal ist mit 38.080 € deutliche 9.699 € brutto günstiger als das der IKPS. Ein drittes Angebot ist den Unterlagen nicht zu entnehmen, obwohl z.B. die Deutschen Sporthochschule in Köln, Forschungsstelle Kommunale Sportpolitik und –entwicklung, von 2010-2012 ebenfalls für die Stadt Neuss gearbeitet hat.

Trotzdem erhält absehbar der teurere Bieter den Zuschlag. Wie das geht? 10 % der Gesamtsumme des Angebotes des Institutes aus Stuttgart fallen alleine für Fahrt- und Nebenkosten an. Im Angebot der Universität Wuppertal ist diese Position nicht enthalten – also offenbar eingepreist. Die Entscheidungsvorlage schlägt diesen Posten jedoch auf das Wuppertaler Angebot auf. Damit schrumpft die Differenz auf nebensächliche 5891,- €, was selbstverständlich im Entscheidungsspielraum unserer gewählten Vertreter/innen im Sportausschuss liegt, die heute den Auftrag vergeben.

Es sind ja nur Steuergelder.

Politik fordert: Fortsetzung der Herstellung von Transparenz in vorbildlicher Weise

Ja, auch die Bürger des Stadionviertels sind in der Lage sich zu artikulieren!

Die Initiative “Rettet das Jahnstadion“ setzt sich seit 2008 für den Erhalt des Jahnstadions ein. Sie lehnt ‚Wohnen im Stadion‘ ab und arbeitet mit an der Weiterentwicklung und dem Ausbau zu einer Mehrgenerationenanlage. Die öffentliche und für jeden zugängliche Sportanlage leistet bereits jetzt einen großen Beitrag zur Integration der ausländischen Mitbürger s. Ansiedlung ausländischer Vereine und Durchführung von zahlreichen Heimatfesten vieler Nationen.

Dem Plan der Verwaltung im Stadionviertel am Konrad-Adenauer-Ring ein Flüchtlingsheim (für ca. 80-100 Personen) zu errichten, hat die Initiative zugestimmt (wenn auch viele Fragen unbeantwortet sind). Den Aufstellungsbeschluss für die Bebauungsplan-Änderung erfolgt schon am 19.06.15 im Rat. Ein städtebaulicher Entwurf soll dann lt. Verwaltung in Kürze folgen. Eine Unterbringung von Asylsuchenden in den von der Verwaltung ebenfalls als Standort geplanten Häusern Glehner Weg 17 und 19, die direkt ans Jahnstadion grenzen, würde sie begrüßen. Hier wäre eine Renovierung zuvor sicherlich erforderlich. Dies wäre aber besser, als eine intakte Sportanlage in Teilen zu vernichten. Hier müsste u.a. eine aufwändige Erschließung erfolgen, bevor man neuen Wohnraum schaffen könnte.

Eine Bürgerinformation über die bestehenden Planungen wird aus unverständlichen Gründen weiterhin von der Verwaltung abgelehnt. Fragen wurden von Beginn an ignoriert. Hier verweist man auf einen im Internet eingestellten Frage-/Antwortkatalog der Verwaltung.

Trotz Zusage von Herrn Hahn hat die Initiative bis heute keine Antwort auf ihrenAntrag auf Information (Informationsfreiheitsgesetzes NRW (§ 4, Abs, 1) ) den sie am 27.05.2015 persönlich überreicht haben.

Die am 11.05.2015 per e-mail /Vordruck der Verwaltung eingereichte Beschwerde über mangelnde Bürgerinformation bei der Planung der kommunalen Standorte zur Flüchtlingsunterbringung wurde trotz fristgerechtem Eingang nicht auf die Tagesordnung des am 22.06.2015 tagenden Ausschusses für Anregungen und Beschwerden gesetzt.

Es wächst der Eindruck, dass der Verwaltung die Argumente ausgehen und stattdessen vage und ungenaue bzw. gar keine Informationen herausgegeben werden.

„Bürgeranliegen bei der Errichtung von Flüchtlingsunterkünften miteinbeziehen“

Dieser Antrag von CDU und Bündnis 90/Die Grünen steht auf der Tagesordnung der am 19.06.2015 stattfindenden Ratssitzung. Dies mit der Begründung: Die Verwaltung hat in vorbildlicher Weise bei der Vorstellung der 27 Standorte Transparenz über die uns bevorstehende Herausforderung bei der uns vom Land zugewiesenen Flüchtlinge hergestellt. Der transparente Kurs der Verwaltung muss nun fortgesetzt werden.

Nach der bereits erfolgten Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung werden alle Fraktionen (inkl. AfD und Linke) diesem Antrag in der Ratssitzung am 19.06.2015 voraussichtlich ebenfalls zustimmen.

Wir wissen nicht, was die Politik unter Transparenz versteht, wenn sie einem solchen Antrag zustimmt, aber lt. Wikipedia bedeutet Transparenz in der Politik:

Vorgänge der Öffentlichkeit, die von außen nachvollziehbar sind.

Für uns als Bürger sind die bisherigen Informationen der Verwaltung weder transparent noch nachvollziehbar. Ebenso erhalten wir keine Antworten auf unsere schriftlich formulierten Fragen.

Es geht schon lange nicht mehr um Flüchtlinge, oder das Jahnstadion oder den Standort in Selikum – es geht um den Glauben an Demokratie und Transparenz, um Ehrlichkeit und respektvolles Miteinander. Unsere Politiker und die Stadtverwaltung haben sich verselbständigt in eine höhere Ebene – weg vom Bürgerwillen.

Wir sind nicht gegen Flüchtlinge!

Es ist zweifellos eine Sache, auf die es keine einfache Antwort gibt: Eine vierstellige Anzahl Flüchtlinge müssen in Neuss Platz finden. „Rettet das Jahnstadion“ unterstützt geschlossen die gleichmäßige Verteilung auf alle Stadtteile. Aber in den letzten Tagen sind mehrere Dinge geschehen, die Anlass zur Sorge geben:

  • Zu allererst: Die Berichterstattung über Stacheldraht der Anwohner gegen das Flüchtlingsheim ist blanker Unsinn. Der Draht richtet sich gegen Kicker, deren Ball im betroffenen Garten landet und die ohne Rückfrage über den Zaun klettern. Der Stacheldraht war schon vor der Bekanntgabe der Flüchtlingsheim-Standorte geplant, wie uns der Grundstückseigner sagte. Was übrigens auch nahelegt, dass diese Flächen keineswegs brach liegen, sondern tatsächlich für Ballspiele genutzt werden.
  • Selbst die Ratsfraktionen haben keine ausreichenden Fakten vorliegen – hier mauert die Nappsche Verwaltung. Die Quadratmeterzahl der quasi reservierten Gebiete übersteigt den Flächenbedarf deutlich. Über die Motive kann man nur spekulieren, aber da selbst die mehrfache Nachfrage einiger Politiker ignoriert wird, ist eines zumindest sehr wahrscheinlich: Es gibt handfeste Motive.
  • Bezüglich der Fläche Glehner Weg / Jahnstadion stinkt gleich mehrerlei:Nicht nur, dass die Verwaltung wieder einmal unter dem Deckmantel einer unabwendbaren Maßnahme Grünflächen entwertet. Der Verdacht, dass aus der temporären Flüchtlingsunterbringung eine dauerhafte Bebauung wird, ist nicht widerlegt.

Flüchtlinge sind arme Menschen, die normalerweise wider Willen ihre Heimat verlassen mussten und aufgrund der deutschen Rechtslage zur Untätigkeit verdammt sind. Sie erhalten anfangs noch nicht einmal die Möglichkeit, Deutsch zu lernen. Was tut die Stadt, um diese Menschen mit Würde zu integrieren? Was können die Neusserinnen und Neusser beitragen – und wer hilft uns dabei, die wir keine Erfahrung im Umgang mit diesen Menschen haben? Es ist hübsch, dass alle wachen Parteien jetzt Informationen von der Verwaltung fordern, aber wir möchten die politischen Ränkespiele gerne schnell hinter uns lassen und neue Mitmenschen im Stadionviertel wirklich integrieren. Das braucht mehr als nur den Ruf nach Bürgerbeteiligung.

Aber vor allem, liebe Politikerinnen und Politiker: Benutzt uns nicht, sondern nutzt Euren Wählerinnen und Wählern.

Neuss, Stadionviertel, Hermkes Bur, Bürgerdialog, Flüchtlingsunterbringungen und positive Entwicklungen im Jahnstadion

Die Initiative “Rettet das Jahnstadion” hat am Montag die Aufgabe übernommen im Rahmen des Bürgerdialogs der SPD die Bürger im Stadionviertel über die Planungen der Verwaltung hinsichtlich der Flüchtlingsunterbringung zu informieren.

Die beigefügte Präsentation wurde von uns vorgestellt und im Anschluss entwickelte sich eine konstruktive Diskussion. Viele Fragen konnten von uns nicht beantwortet werden, weil die Beantwortung unseres Fragenkatalogs an die Verwaltung noch aussteht.

Insgesamt waren ca. 60 Personen vor Ort. Einige mussten von draußen zuhören, da der Platz und die Sitzplätze nicht ausreichten.

Als Ergebnis für den Abend lässt sich festhalten, dass die Stimmung hinsichtlich der Aufnahme und auch der Integration der Flüchtlinge durchweg positiv im Viertel ist. Patenschaften wurden angeboten und auch ehrenamtliches Engagement hinsichtlich der Förderung und Unterstützung von Flüchtlingen und Flüchtlingskindern in Aussicht gestellt.

Die anwesenden Bürger, aber auch viele, die verhindert waren, aber das Gespräch mit uns schon gesucht haben, vermissen die „Stimmen der Grünen und der FDP“. Schon einmal haben beide mit uns Seite an Seite für die Erhaltung des Jahnstadions gekämpft. Die Bürgerschaft wartet darauf, dass Sie sich positionieren und auch eventuell Planungen korrigieren, die an dieser Stelle nicht wirklich Sinn machen.

Der Standort am Konrad-Adenauer-Ring wird begrüßt. Aber auch zu diesem Standort gibt es viele Fragen, die unbeantwortet sind. Die Nutzung der Gebäude der GWG am Glehner Weg 17 und 19 wird favorisiert – für die Bürgerschaft eine gute Lösung. Stefan Hahn Beigeordneter der Stadt Neuss (Dezernat 3 Jugend, Sport, Soziales etc.) hat aber schon signalisiert, dass max. 20 Personen untergebracht werden können, weil die GWG andere Absichten mit den schon größtenteils leer stehenden Gebäuden verfolgt.

Gegen den Standort innerhalb des Jahnstadion regt sich sehr großer Widerstand, unabhängig davon, dass es sich um einen Randbereich handelt. Gerade in dem geplanten Bereich spielen viele Kinder, Freizeitfußballer. Insbesondere in den Nachmittagsstunden oder am Wochenende – ist dieser Teil des Jahnstadion stark genutzt. Die Bürger des Stadionviertels haben sich schon 2008 vehement gegen das Ziel “Wohnen im Stadion” gewehrt, weil diese Sport- und Freizeitanlage in diesem Viertel einen hohen Wert hat. Der Standort wird auch in der nachgebesserten Form der Verwaltung von 30.5.15 (die nun ein weiteres Flurstück 1513 aufnimmt, siehe Präsentation, Folie 17) heftig kritisiert.

Insbesondere Ingeborg Arndt (Bündnis90/Die Grünen), Herr Dr. Köppen (FDP) und auch Herr Rohde(FDP) haben sich damals sehr stark für die Rettung des Jahnstadions eingesetzt und werben noch heute mit der damaligen Rettung des Jahnstadions. Thomas Nickel, Bürgermeisterkandidat der CDU hat das Jahnstadion erst kürzlich zu seiner Herzensangelegenheit erklärt.

Wir von unserer Seite haben den neuen Auftrag der Bürger angenommen und werden alle Möglichkeiten erarbeiten, hier eine andere Lösung zu suchen. Wir werden die unverzügliche Einberufung einer Bürgerversammlung der Stadt Neuss zur Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an den Planungen der Stadt Neuss zur Errichtung von Flüchtlingsunterkünften im Stadionviertel“ offiziell beantragen.

Den noch unbeantworteten Fragenkatalog an die Verwaltung fügen wir Ihnen ebenfalls als PDF bei.

Ohne eine offene und transparente und auch nachvollziehbare Kommunikation und auch kann keine Willkommenskultur für in Not geratene Bürger entstehen. Die verantwortlichen Personen sind hier unseres Erachtens in der Pflicht frühzeitig zu informieren, um genau diese negativen Stimmungen zu verhindern.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme und Unterstützung für das Jahnstadion.

Klarstellung zur Berichterstattung der NGZ am 13.02.2014, Lokalteil C4, „Jahnstadion: Initiative kritisiert neue Planung“

Die Bürgerinitiative „Rettet-das Jahnstadion“ hat zu keiner Zeit einen „Sportbewegungspark für alle Generationen“ im Jahnstadion abgelehnt.

Die breit angelegte Diskussion 2008 entstand durch die Antragsstellung der CDU „Sport und Gesundheit“, die die Bebauung des Jahnstadions mit einem TG-Zentrum und einer Wohnbebauung vorsah. Die Überlegungen einen „Sportbewegungspark für alle Generationen“ zu bauen, ist ein Ergebnis aus dem Werkstattverfahren, welches im November 2009 abgeschlossen wurde.

Der Ende 2009 vorgestellte Plan des Planungsinstituts IKPS hat geltendes Planungsrecht verletzt. Die Ablehnung der Opposition, des stimmberechtigten Bürgers und der Bürgerinitiative bezog sich überwiegend darauf, dass die Freiflächen erhalten bleiben sollten. Der Bau eines TG-Zentrums im Stadion wurde nicht unterstützt. Die Finanzierung des vorgestellten Plans galt hingegen schon damals als ungesichert (Sportausschuss). Das Werkstattverfahren hat schließlich im Ergebnis dazu geführt, dass bei 7 Gegenstimmen (BUND, SPD, FDP, Grüne, ein Bürger und BI) und bei gut 20 stimmberechtigten Teilnehmern ein deutliches Votum gegen das Planungsinstitut (IKPS) entschieden wurde.

Ein „Sportbewegungspark für alle Generationen“ wurde von allen Seiten durchaus begrüßt.

Neuss hat kein Einnahmen- sondern ein Ausgabenproblem.

Neuss erwartet 2016 ein Defizit von 13,8 Millionen und für 2017 von 10 Millionen (NGZ, 26.1.2015). Trotzdem sollen schon wieder immerhin 50.000 € für einen Sportentwicklungsplan ausgegeben werden.

„Mit dem neuen Sportentwicklungsplan soll eine Grundlage für eine gesamtstädtische Betrachtung der Sportstätten geschaffen werden, um deren Sanierung und Bedarf planen zu können. Moderiert wird die Arbeitsgruppe von einem Fachbüro und der Verwaltung.“ Dieser Beschluss, der der Stadt Neuss 50.000 € wert ist, wurde im Sportausschuss und damit von allen Parteien einstimmig und ohne Widerspruch gefasst.

Da bereits in der Vergangenheit grundsätzliche Entscheidungen zur Entwicklung des Sports und der Neusser Sportanlagen gefällt und Millionen in die Umsetzung investiert wurden, erhebt sich die Frage nach dem Sinn und Wert eines solchen Planes. Schon einmal wurde in 2009 ein ähnlich hoher Betrag an genau dasselbe Institut gezahlt, das auch diesmal beauftragt werden soll – obwohl die Universität Wuppertal diese Leistung deutlich günstiger angeboten hat. Im Jahr 2009 ging es um das Werkstattverfahren Jahnstadion, dessen Ergebnisse bisher nicht ansatzweise umgesetzt wurden.

Rolf Knipprath und Uwe Welsink betonen, dass die hierfür notwendige Arbeitsgemeinschaft im engen Dialog mit Vereinen, Schulen und Bürgerinnen und Bürgern erfolgt. Frau Ingeborg Schäfer hingegen weist darauf hin, dass hierfür explizite Fachkenntnisse nötig seien und für effektive Ergebnisse, die Zahl der Mitwirkenden klein zu halten ist. Wenig Öffentlichkeit, dafür Beschlüsse, die schon vorher gefällt sind, und teure Ergebnisse ohne positive Wirkung für den Sport?

Nicht nur Finanzexperten und Unternehmerverbände kritisieren die hohen Ausgaben der Stadt (NGZ vom 29.01.2014). Auch die Bürgerinitiative „Rettet das Jahnstadion“ fragt sich, ob angesichts der (offiziell) defizitären Stadtkasse hier Geld verpulvert werden soll, um ein „genehmes“ Institut zu alimentieren oder ob man ein passendes Gutachten benötigt, um die längst getroffenen Entscheidungen öffentlich zu rechtfertigen. Stattdessen sollte dieser Etat zumindest zum Teil in die Instandhaltung des Stadions investiert werden, für das in der aktuellen Haushaltsplanung kein einziger Euro vorgesehen ist.

Presseerklärung vom 06.11.2009: Abschluss des Werkstattverfahrens verfrüht

Durch einige Passagen im CDU-FDP-Koalitionsvertrag ermutigt, ist die Bürgerinitiative “Rettet das Jahnstadion” zur letzten Sitzung des Werkstattverfahrens an den Verhandlungstisch zurückgekehrt und hat so die konstruktive Grundhaltung der Aktiven unterstrichen. Das jetzt präsentierte Ergebnis des Werkstattverfahrens zeigt allerdings, dass die große Chance, das Gesamtgelände des Jahnstadions in die Planungen einzubeziehen, nicht genutzt wurde. Stattdessen setzte das IKPS im Sinne seiner Auftraggeber eine Planung dicht an der Ratsvorgabe durch, die nach Meinung der Bürgerinitiative nur als Ideensammlung und Wunschliste taugt:

  • Die von verschiedenen Seiten geforderten und vom Rat beschlossenen Voruntersuchungen sind im Planungsverfahren nicht oder unzureichend erfolgt, so dass wesentliche Grundlagen fehlten – fiktive statt fundierte Ideen sind die Folge.
  • Im Plan der IKPS findet sich ein “Gebäude-Platzhalter” im Eingangsbereich des Stadions, der auf nur 1200 m² allen Raumbedarf der TG und der DJK Novesia abdecken soll. Herr Meyen meldete in der Sitzung bereits die “Möglichkeit” an, dass mehr Fläche gebraucht würde. Dann müssten Flächen, die mit Zustimmung der Verfahrensteilnehmer für die Öffentlichkeit geplant sind, zu vereinsgebundenen Flächen erklärt werden. Die Teilnehmer der letzten Sitzung erfuhren zudem, dass dieser Plan geltendes Planungsrecht verletzt.
  • Die Platzverhältnisse selbst des jetzigen Plans reichen nur noch für eine auf 1 ½ Spielfelder reduzierte DJK aus. Deren Vorstand zeigt sich damit zufrieden – im Gegensatz zur Jugendabteilung, die wegen ihrer erfolgreichen Arbeit wächst.
  • Für Alternativplanungen blieb im Verfahren zu wenig Zeit. Anregungen zwischen den Sitzungen wollte das IKPS jedoch nicht einfließen lassen.
  • Bisher dienten die Tennenplätze bei Großveranstaltungen als Ausweichparkplatz für 400 bis 500 Autos. Mit der Umgestaltung würden diese trotz der Mehrbelastung durch ein TG-Zentrum entfallen. Da das wilde Parken unter den Linden der Jahnstraße wegen des Alleenschutzes streng genommen bereits jetzt illegal ist, bleibt ein massives Verkehrsproblem, das konsequent ignoriert wird.
  • Nicht zuletzt fehlt seit Beginn des Verfahrens eine wirtschaftliche Machbarkeitsstudie hinsichtlich der Umsetzungsmöglichkeiten. Im Vergleich mit der vom Moderationsinstitut IKPS als Referenz benannten Anlage in Bad Hersfeld wird klar, dass mehrere Vollzeitarbeitsplätze zur Betreuung und Pflege der Anlage notwendig sein werden.

Damit besteht die Gefahr, dass nach dem Neubau eines TG-Zentrums für die hübsche (und landschaftsplanerisch folgerichtige) Gestaltung des übrigen Geländes keine Gelder verfügbar sind. Das “Kooperative Verfahren” fand so dank wacher Teilnehmer wenig überraschend nicht zu einem Konsens: 7 Gegenstimmen (BUND, SPD, FDP, Grüne, ein Bürger und die Bürgerinitiative) bei gut 20 stimmberechtigten Teilnehmern sind ein deutliches Votum gegen kommunale Luftschlossplanung zu Zeiten leerer Kassen.

Frauke Arndt, Mitbegründerin der Initiative, zog ein enttäuschtes Fazit: “Das ist nach dem Collegium Marianum nun schon der zweite Planungs-GAU im Stadionviertel. Durch den eingeschränkten Betrachtungshorizont fehlen planerische Alternativen für das gesamte Gelände. Die Verwaltung als Auftraggeber hat mit über 30.000 EUR Steuergeldern einen bunten Ideenstrauß finanziert, der Bürgernähe simulierte und die Beteiligten in eine vorgegebene Richtung drängte. Mehr gedankliche Freiheit hätte die nun nötigen Nachbesserungen vermieden”.6

Zufälligkeiten und Übereinstimmungen zu unserem “Werkstattverfahren” sind an den nachfolgend aufgeführten Projekten schon erstaunlich. Bitte lesen Sie die Artikel und bilden Sie sich eine eigene Meinung zur Verfahrensweise.

Zum Schluß ein Brief des Dezernenten an das “ikps” mit der Bitte um Beantwortung. Bis heute, wie viele andere Anfragen auch, unbeantwortet.

2009_06_19_10_07_32

Worum geht es?

Anfang 2008 versuchte die CDU in einer Nacht- und Nebel-Aktion, der TG Neuss die beiden Tennenplätze im Jahnstadion faktisch zu schenken, ein Sportzentrum mit mehreren tausend Quadratmetern zu subventionieren und zum Ausgleich die restliche Freifläche zu versilbern. Verpackt wurde dies in ein “Sportkonzept”, das jedoch nur wenig mehr als diesen Ausverkauf beinhaltete – konkrete andere Planungen gibt es nicht. Die Sportstätten-Neuordnung mag sinnvoll sein, diese Planung zielt schlicht auf einmaligen Geldgewinn, verschlechtert das Innenstadtklima und stellt einiges unvollständig dar.

Diese Webseiten zeigen Ihnen, wie Einzelinteressen das Handeln der CDU in Neuss bestimmen – zum Schaden der Anwohner und Freizeitsportler, zum Schaden der Luft in der Innenstadt und zum Vorteil Einzelner, die rechtzeitig vor der Kommunalwahl 2009 noch Projekte durchdrücken möchten.

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, doch halten CDU und TG (zum Teil in Personalunion) offenbar an ihrer Planung fest; nur gibt man sich in der Öffentlichkeit moderater als zuvor, denn schlechte Politik ist ja bekanntlich nur ein Kommunikationsproblem. “Wählerstimmen sind Powerstimmen”, heißt es aus der CDU – aber auch, dass man auf die paar Stimmen aus dem Stadionviertel verzichten kann. Lassen Sie die alleinregierende Partei in Neuss wissen, dass auch Sie von der sauberen Luft in der Innenstadt leben und Neuss als Großstadt mit Grünflächen schätzen. Nur dann können wir gemeinsam eine Planung bewirken, die alle Interessen berücksichtigt!

Danke für Ihre Unterstützung

Der Erhalt des Jahnstadion ist keine Frage der direkten Anwohner – er entspricht den Überzeugungen auch von Sportlehrern, dem ADFC und dem BUND in Neuss.

Unterstützen Sie uns, damit Freizeit und Sport im Jahnstadion möglich bleiben! Wir brauchen Ihre Meinung, denn Sie sind die Menschen, für die diese Stadt da ist. Wie Sie helfen können, erfahren Sie hier.

Haben wir etwas falsch dargestellt? Haben wir Argumente nicht berücksichtigt? Wie ist Ihre Meinung? Schreiben Sie an Claus Diedrichs, cd@rettet-das-jahnstadion.de. Wenn Sie uns dies ausdrücklich gestatten, veröffentlichen wir Ihre Meinung gerne namentlich auf dieser Webseite.