Ausstieg, wenn nötig

Vor Beginn der Weihnachtszeit möchten wir Sie darüber informieren, wo wir jetzt stehen. Wir möchten uns gleichzeitig für die bisherige Unterstützung bedanken und Sie bitten, weiter mit der Initiative für den Erhalt des Jahnstadions zu kämpfen.

Die CDU-Mehrheit hat sich am 07.11.2008 im Stadtrat durchgesetzt: Es gibt kein ergebnisoffenes Verfahren, keinen Wettbewerb der Ideen zwischen mehreren Planungsteams und auch keine Entscheidung durch eine unabhängige Jury! Die CDU hat sogar vorab ohne Rücksprache mit den Parteien das Stuttgarter Sportinstitut IKPS als Moderator für ein Werkstattverfahren ausgewählt und kraft Mehrheitsbeschluss durchgesetzt.

Grundsätzlich lässt ein faires Werkstattverfahren den Planungsausgang offen. Hier jedoch sind die Ziele vorab im Ratsbeschluss definiert, sodass die doch angeblich auch von der CDU gewünschte Bürgerbeteiligung tatsächlich auf eine Teilnahme in einer einzelnen Großgruppe mit Parteien- und Vereinsvertretern reduziert wird.

Zudem wird im Rahmen der Beschlussfassungen des Stadtrates am 07.11.08 das B-Plan Verfahren für das Marianum rechtskräftig werden und damit die geplante Allgemeinverfügung (Nutzungseinschränkung) für die Nutzung des Rasenhauptfeldes im Jahnstadion kommen. Damit ist schon ein normaler Spielbetrieb wie bei einem ganztägigen Turnier und erst recht eine spätere Ausweitung der sportlichen Aktivitäten im Stadion ausgeschlossen. Die verkehrliche Mehrbelastung durch das Marianum (geschätzte 700 Bewegungen) im Viertel ist lediglich durch einen Prüfauftrag (zwei zusätzliche Ausfahrten am Konrad-Adenauer-Ring und eine Durchfahrt auf dem Gelände zwischen der Kinderklinik und dem Kindergarten) zu Lasten von Schul- und Kindergartenkindern gedeckt. Das von der Politik gewünschte TG-Zentrum bringt zusätzlich täglich geschätzte 1500 Fahrzeugbewegungen ins Stadionviertel.

Deshalb sehen wir das Werkstattverfahren in dieser eingeschränkten Form äußerst kritisch, werden aber teilnehmen und versuchen die befürchteten Nachteile für unser Viertel und die Neusser Bürger abzuwenden.

Sollten wir jedoch erkennen, dass sich das Verfahren tatsächlich zu einer reinen Alibi-Veranstaltung mit unechter Bürgerbeteiligung entwickelt, werden wir jede Weiterarbeit ablehnen, da die entstehenden Kosten des Werkstattverfahrens für andere dringende Neusser Projekte in Schulen oder Sportvereinen eine sinnvollere Anwendung finden könnten.

Bleiben Sie dran! Unsere gemeinsame Sache braucht nach wie vor jede Fahne, jeden Aufkleber, jede Stimme und jeden Leserbrief.

(Diesen Text haben wir Fals Flugblatt im Stadionviertel verteilt. Die jüngste Sitzung des Hauptausschusses kommentiert unsere Pressemitteilung.)