Auftakt des Werkstattverfahrens

Die Bürgerinitiative hat die Auftaktveranstaltung zum Werkstattverfahren mit sehr gemischten Gefühlen erlebt. Herr Dr. Ferfers hatte in seiner Funktion als Vertreter für die Verwaltung die schwierige Aufgabe, unzureichende Unterlagen zu erklären. Auch nach 15-monatiger Vorbereitungszeit konnte die Verwaltung keine belastbaren Unterlagen zu einem Finanzierungsrahmen für das gesamte Projekt und einen Finanzplan für ein künftiges TG-Zentrum vorlegen. Dies wurde auch von Reiner Breuer, SPD in der Veranstaltung mehrfach gerügt. Ein Verkehrsgutachten wird laut Herrn Dr. Ferfers in Kürze fertig gestellt. Die Frage ob dieses Gutachten auch unter der Berücksichtigung der geplanten Bebauungen Marianum und Kinderklinik erstellt wurde, konnte nicht klar beantwortet werden.

Weiterhin gibt es keine vollumfänglichen Unterlagen für den Sportbedarf aller Sportarten im Jahnstadion und damit keine vollständige Bedarfsanalyse für alle Flächen und Gebäudeteile im Stadion.

Hier sieht die Bürgerinitiative den Bürgermeister in der Pflicht, diese Unterlagen in Kürze zur Verfügung zu stellen, um den Ratsbeschluss vom 07.11.09 zu erfüllen. Der Rat hat ein Werkstattverfahren beschlossen und dafür ca. 30.000 EUR im Haushalt bereitgestellt. Der Erfolg dieser in Neuss neuen Form der Bürgerbeteiligung baut auf diesen Unterlagen auf und nur dann ist es sinnvoll ein öffentliches Planungsverfahren zu finanzieren. Zudem ist es zwingend erforderlich, dass Kommunalpolitiker und Kommunalverwaltung, organisierte Interessenvertreter der Sportverbände und Dachverbände es auch tatsächlich zulassen, dass Anwohner, Sportler und sachkundige Bürger paritätisch an diesem Verfahren teilnehmen. Nur dann kann es ein offenes Planungsverfahren mit offenem Ausgang geben. Hier hat sich auch Ingeborg Arndt, Die Grünen unterstützend geäußert.

Die Bürgerinitiative „Rettet das Jahnstadion“ vertraut darauf, dass das IKPS als unabhängiges Institut ein kooperatives Planungsverfahren nur dann beginnt, wenn alle notwendigen Unterlagen vorliegen und die Besetzung der Planungsgruppe entsprechend offen ist. Erfreulich ist, dass das gesamte Gelände in die Planung mit einbezogen werden kann. Dies war einer der wesentlichen Diskussionspunkte und wurde von der IKPS zugesichert. Trotz des kontroversen Verlaufs wird sich die Initiative deshalb konstruktiv am Werkstattverfahren beteiligen, um einen sinnvollen Einsatz der städtischen Gelder für den Sport zu bewirken.