Alibi-Verdacht bleibt. Ein viertes Fußballzentrum im Jahnstadion steht in den Sternen.

Die zentrale Frage unseres „Offenen Briefes“ vom 01.11.2016 an die Fraktionen „Unterstützen Sie als Partei ein viertes Fußballzentrum im Jahnstadion?“, bleibt zumindest bei der FDP und der CDU unbeantwortet. Man verweist auf die Ergebnisse des Planungsinstituts IKPS und den kommenden Sportausschuss (Ratssaal-Rathaus am 15.11.2016).

Die Grünen sehen ausdrücklich kein Fußballzentrum im Jahnstadion. Herr Klinkicht (Grüne), „Das Jahnstadion wurde auf Grund der dort schon erfolgreich agierenden Hockey- und Tennisvereine als Leistungszentrum für eben diese Sportart gesetzt.“ Noch 2009 sahen die Neusser Grünen die Entwicklungschancen der DJK Novesia als nicht ausreichend berücksichtigt an http://www.wz.de/lokales/rhein-kreis-neuss/neuss/neuss-jahnstadion-heimat-bleibt-am-traditionsstandort-1.141787 .

Lediglich die SPD empfiehlt ausdrücklich ein viertes Fußballzentrum in der Innenstadt und hier explizit im Jahnstadion. Herr Karbowiak (SPD),  „Mit der zentralen Lage in Innenstadtnähe, dem Vorhandensein von mehreren Fußball-Großspielfeldern, der hohen Auslastung durch Vereins- und Schulsport sowie der bereits heute praktizierten vereinsübergreifenden Nutzung der Bezirkssportanlage durch die Vereine Novesia und Vatan erfüllt das Jahnstadion aus Sicht der SPD-Fraktion alle in dem Gutachten festgelegten Kriterien für die Vergabe eines Kunstrasenplatzes.“

Die CDU Fraktion hat nach unserem Kenntnisstand in den Haushaltsberatungen bereits lange vor Beginn der Planungsgruppenarbeit mit Gnadental und Norf zwei Standorte fest vorgesehen, die dann im Gutachten des IKPS im September 2016 auch tatsächlich benannt wurden.

Insbesondere vor dem Hintergrund der möglichen Kooperation der Vereine DJK Novesia mit dem VfR 06 und FSV Vatan http://www.rp-online.de/nrw/staedte/neuss/vfr-06-nimmt-erneuten-anlauf-aufs-stadion-aid-1.6352955 bietet sich das Jahnstadion als viertes Fußballzentrum für den innerstädtischen Bereich aus Sicht der Initiative an.

Auch das IKPS sieht das Jahnstadion als einen möglichen Standort für ein weiteres Fußballzentrum. Zum Zeitpunkt der Abschlussberichterstellung, war aber damals insbesondere die Standortdiskussion bezüglich des TG Zentrums noch nicht abgeschlossen.

Die NGZ in Person von Herrn Baten hat hierzu treffend formuliert:

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/neuss/wenn-eine-studie-zum-alibi-papier-wird-aid-1.6123552

Wir halten Sie auf dem Laufenden. Bleiben Sie dran.

Ein Fussballzentrum im Jahnstadion? Unser offener Brief an alle Fraktionen vom 1.11.2016

Neuss, 31.10.2016

Offener Brief an alle im Rat der Stadt Neuss vertretenen Fraktionen

Sehr geehrte Ratsmitglieder,
sehr geehrte Damen und Herren,

am 15. November wird sich der Sportausschuss der Stadt Neuss unter anderem mit dem Abschlussbericht des Instituts für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) zur kommunalen Sportentwicklungsplanung beschäftigen.

Die Initiative „Rettet das Jahnstadion“ setzt sich seit 2008 für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Jahnstadions ein. Wir informieren in regelmäßigen Abständen die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Neuss und vor allem die Bewohner des Stadionviertels über aktuelle Entwicklungen.

„Wohnen im Stadion“ und auch eine Bebauung des Jahnstadions lehnen wir weiterhin ab. Nur durch unseren Einsatz konnten 2008 die damaligen Pläne, die eine Bebauung des Jahnstadions vorsahen, (Einstimmiger Beschluss im Sportausschuss) verhindert werden.

Wir haben den Abschlussbericht des ikps (Sept. 2016) selbstverständlich sorgfältig geprüft und uns insbesondere mit den Aussagen zum Jahnstadion beschäftigt. Das ikps bestätigt in seinem Abschlussbericht, dass das Jahnstadion die zentrale Neusser Bezirkssportanlage für den Innenstadtbereich ist. Darüber hinaus soll das Jahnstadion zukünftig zum Zentrum für Hockey und Tennis ernannt werden.

Im  Werkstattverfahren 2009 wurden gemeinsam mit dem ikps  konkrete Handlungsempfehlungen

(lt. ikps wörtl. ein zukunftsgerechter Gesamtgestaltungplan) für das Stadion erarbeitet. Im Ergebnis des Werkstattverfahrens von 2009 waren unter anderem anderthalb Kunstrasenplätze und Multifunktionsfelder vorgesehen. Im jetzigen Gutachten sind hierzu die Aussagen der einzelnen Empfehlungen sehr vage gehalten. Es soll lediglich geprüft werden, „ob das Jahnstadion um freizeitsportliche Ergänzungen (z. B. die Schaffung einer beleuchteten Laufstrecke) langfristig attraktiviert werden soll“.

Neben den im Abschlussbericht aufgeführten Fußballzentren in Gnadental, Norf und Weißenberg soll ein weiteres Fußballzentrum in innenstadtnaher Lage benannt werden. Als ein möglicher Standort wird das Jahnstadion genannt. Die Initiative „Rettet das Jahnstadion“ würde den Bau eines Kunstrasenplatzes und die Benennung als Fußballzentrum selbstverständlich befürworten, insbesondere im Hinblick auf den langfristigen Erhalt des Jahnstadions. Folgende Punkte sprechen aus unserer Sicht, auch unter Berücksichtigung der in dem Abschlussbericht aufgeführten Kriterien, für das Jahnstadion:

  • Kooperation von Fussballvereinen: Das Stadion wird vereinsübergreifend von den Vereinen DJK Novesia und FSV Vatan genutzt. Mit dem VfR Neuss finden aktuell laut eines Artikels in der NGZ vom 27.10.2016 Gespräche hinsichtlich einer Ansiedlung im Jahnstadion statt.
  • Technische Voraussetzungen: Der Fußballsport ist bereits heute mit ca. 20 Mannschaften sehr stark im Jahnstadion vertreten und die Anlage verfügt mit 2 Tennenplätzen und einem Rasenfeld über ausreichend Raumressourcen.
  • Nutzung von Grundschulen, Gymnasien und Gesamtschule, sowie Hobbymannschaften (Schützenvereine, multikulturelle Gemeinschaften etc.): Die Anlage wird durch mehrere (große) innerstädtische Schulen regelmäßig genutzt (bis zu 20 Klassen pro Woche).
  • Verkehrsanbindung und Parkplatzsituation: Aufgrund der Größe des Jahnstadions sehen wir keine Probleme hinsichtlich einer „Überfrachtung“, die Umwandlung eines Tennen- in einen Kunstrasenplatzes verursacht im Hinblick auf die vorhandene Auslastung der Anlage nicht automatisch mehr Verkehr.
  • Neues Sportvereinszentrum der TG: Nach Aussagen des Bürgermeisters und des TG-Geschäftsführers soll das TG-Zentrum entweder im Rennbahn-Park oder in Nachbarschaft zur Internationalen Schule entstehen.

Wir würden Sie als im Rat der Stadt Neuss vertretene Fraktion bitten, uns bis zum 09.11.2016 per E-Mail an (fraukearndt@me.com)  zu antworten, ob Sie sich im Sportausschuss und im Stadtrat dafür einsetzen werden, dass das Jahnstadion einen Kunstrasenplatz erhält und als viertes Fußballzentrum benannt wird. Im Rahmen einer Mehrheitsentscheidung können Sie maßgeblich daran mitwirken, die schon jetzt positiven Entwicklungen im Jahnstadion fortzuschreiben. Sollten Sie zu dem Ergebnis kommen, dass das Jahnstadion nicht als Fußballzentrum benannt werden soll, wären wir Ihnen für eine detaillierte Begründung dankbar.

Die Antworten der einzelnen Fraktionen werden wir anschließend auf unserer Internetseite veröffentlichen, um die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Neuss und insbesondere die Bewohner des Stadionviertels umfassend informieren zu können.

Mit freundlichen Grüßen
Frauke Arndt       Ruth Domnik

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Wahlversprechen

Am Mittwoch, 9.9.2015 fand im Zusammenhang mit der Wahl in privatem Rahmen ein Treffen von Thomas Nickel (Bürgermeisterkandidat der CDU), Vertretern der Bürgerinitiative und über 30 weiteren Personen statt. Natürlich wurde über die Bebauung des Stadions und die Flüchtlingssituation gesprochen, und das Ergebnis war eine kleine Sensation:

Nach Aussage von Thomas Nickel werden die 27 geplanten Standorte allesamt nicht genutzt werden, weil wegen der gestiegenen Flüchtlingszahlen und der geplanten Neusser Aufnahmestelle für Balkanflüchtlinge größere Einheiten nötig seien. Dies bedeutet, dass die Standortdiskussion am Glehner Weg erledigt ist. Eine Bebauung im Jahnstadion erfolgt dort nicht.

Herr Nickel sicherte außerdem zu, dass er das Gesamtareal des Jahnstadions im bisherigem Umfang erhalten wird – also weder Wohnbebauung noch Flüchtlingsheime noch ein TG-Zentrum unterstützt, auf keiner der Sport- und Grünflächen.

Diese Wahlversprechen sind uns gegenüber schriftlich bestätigt worden.

 

Geld spielt keine Rolle

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Sportentwicklungsplan befürworteten einstimmig die Beauftragung des IKPS (Institut für kooperative Planung und Sportentwicklung) mit der Moderation bei der Ausarbeitung eines Sportentwicklungsplans. Man kann den Sinn eines Sportentwicklungsplans in Frage stellen, da die meinsten grundsätzlichen Entscheidungen hinsichtlich Sportzentren längst getroffen sind. Wenn man dieses Vorhaben aber akzeptiert, das laut Haushalt bis zu 50.000 Euro kosten soll (nur für die Moderation!), steht man wieder vor einem Fall von Neusser Klüngel.

Das IKPS bleibt mit einem Angebot von 47.779 € treffsicher unter diesem Maximalbetrag. Die Vergabeordnung der Stadt Neuss sieht bei „freihändiger Vergabe“ vor, mindestens 3 Vergleichsangebote einzuholen. Eines davon stammt von der Bergischen Universität Wuppertal, Forschungsstelle Kommunale Sportentwicklung – sicherlich ein mindestens ebenso renommierter und geeigneter Projektpartner. Das Angebot aus Wuppertal ist mit 38.080 € deutliche 9.699 € brutto günstiger als das der IKPS. Ein drittes Angebot ist den Unterlagen nicht zu entnehmen, obwohl z.B. die Deutschen Sporthochschule in Köln, Forschungsstelle Kommunale Sportpolitik und –entwicklung, von 2010-2012 ebenfalls für die Stadt Neuss gearbeitet hat.

Trotzdem erhält absehbar der teurere Bieter den Zuschlag. Wie das geht? 10 % der Gesamtsumme des Angebotes des Institutes aus Stuttgart fallen alleine für Fahrt- und Nebenkosten an. Im Angebot der Universität Wuppertal ist diese Position nicht enthalten – also offenbar eingepreist. Die Entscheidungsvorlage schlägt diesen Posten jedoch auf das Wuppertaler Angebot auf. Damit schrumpft die Differenz auf nebensächliche 5891,- €, was selbstverständlich im Entscheidungsspielraum unserer gewählten Vertreter/innen im Sportausschuss liegt, die heute den Auftrag vergeben.

Es sind ja nur Steuergelder.

Politik fordert: Fortsetzung der Herstellung von Transparenz in vorbildlicher Weise

Ja, auch die Bürger des Stadionviertels sind in der Lage sich zu artikulieren!

Die Initiative “Rettet das Jahnstadion“ setzt sich seit 2008 für den Erhalt des Jahnstadions ein. Sie lehnt ‚Wohnen im Stadion‘ ab und arbeitet mit an der Weiterentwicklung und dem Ausbau zu einer Mehrgenerationenanlage. Die öffentliche und für jeden zugängliche Sportanlage leistet bereits jetzt einen großen Beitrag zur Integration der ausländischen Mitbürger s. Ansiedlung ausländischer Vereine und Durchführung von zahlreichen Heimatfesten vieler Nationen.

Dem Plan der Verwaltung im Stadionviertel am Konrad-Adenauer-Ring ein Flüchtlingsheim (für ca. 80-100 Personen) zu errichten, hat die Initiative zugestimmt (wenn auch viele Fragen unbeantwortet sind). Den Aufstellungsbeschluss für die Bebauungsplan-Änderung erfolgt schon am 19.06.15 im Rat. Ein städtebaulicher Entwurf soll dann lt. Verwaltung in Kürze folgen. Eine Unterbringung von Asylsuchenden in den von der Verwaltung ebenfalls als Standort geplanten Häusern Glehner Weg 17 und 19, die direkt ans Jahnstadion grenzen, würde sie begrüßen. Hier wäre eine Renovierung zuvor sicherlich erforderlich. Dies wäre aber besser, als eine intakte Sportanlage in Teilen zu vernichten. Hier müsste u.a. eine aufwändige Erschließung erfolgen, bevor man neuen Wohnraum schaffen könnte.

Eine Bürgerinformation über die bestehenden Planungen wird aus unverständlichen Gründen weiterhin von der Verwaltung abgelehnt. Fragen wurden von Beginn an ignoriert. Hier verweist man auf einen im Internet eingestellten Frage-/Antwortkatalog der Verwaltung.

Trotz Zusage von Herrn Hahn hat die Initiative bis heute keine Antwort auf ihrenAntrag auf Information (Informationsfreiheitsgesetzes NRW (§ 4, Abs, 1) ) den sie am 27.05.2015 persönlich überreicht haben.

Die am 11.05.2015 per e-mail /Vordruck der Verwaltung eingereichte Beschwerde über mangelnde Bürgerinformation bei der Planung der kommunalen Standorte zur Flüchtlingsunterbringung wurde trotz fristgerechtem Eingang nicht auf die Tagesordnung des am 22.06.2015 tagenden Ausschusses für Anregungen und Beschwerden gesetzt.

Es wächst der Eindruck, dass der Verwaltung die Argumente ausgehen und stattdessen vage und ungenaue bzw. gar keine Informationen herausgegeben werden.

„Bürgeranliegen bei der Errichtung von Flüchtlingsunterkünften miteinbeziehen“

Dieser Antrag von CDU und Bündnis 90/Die Grünen steht auf der Tagesordnung der am 19.06.2015 stattfindenden Ratssitzung. Dies mit der Begründung: Die Verwaltung hat in vorbildlicher Weise bei der Vorstellung der 27 Standorte Transparenz über die uns bevorstehende Herausforderung bei der uns vom Land zugewiesenen Flüchtlinge hergestellt. Der transparente Kurs der Verwaltung muss nun fortgesetzt werden.

Nach der bereits erfolgten Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung werden alle Fraktionen (inkl. AfD und Linke) diesem Antrag in der Ratssitzung am 19.06.2015 voraussichtlich ebenfalls zustimmen.

Wir wissen nicht, was die Politik unter Transparenz versteht, wenn sie einem solchen Antrag zustimmt, aber lt. Wikipedia bedeutet Transparenz in der Politik:

Vorgänge der Öffentlichkeit, die von außen nachvollziehbar sind.

Für uns als Bürger sind die bisherigen Informationen der Verwaltung weder transparent noch nachvollziehbar. Ebenso erhalten wir keine Antworten auf unsere schriftlich formulierten Fragen.

Es geht schon lange nicht mehr um Flüchtlinge, oder das Jahnstadion oder den Standort in Selikum – es geht um den Glauben an Demokratie und Transparenz, um Ehrlichkeit und respektvolles Miteinander. Unsere Politiker und die Stadtverwaltung haben sich verselbständigt in eine höhere Ebene – weg vom Bürgerwillen.

Wir sind nicht gegen Flüchtlinge!

Es ist zweifellos eine Sache, auf die es keine einfache Antwort gibt: Eine vierstellige Anzahl Flüchtlinge müssen in Neuss Platz finden. „Rettet das Jahnstadion“ unterstützt geschlossen die gleichmäßige Verteilung auf alle Stadtteile. Aber in den letzten Tagen sind mehrere Dinge geschehen, die Anlass zur Sorge geben:

  • Zu allererst: Die Berichterstattung über Stacheldraht der Anwohner gegen das Flüchtlingsheim ist blanker Unsinn. Der Draht richtet sich gegen Kicker, deren Ball im betroffenen Garten landet und die ohne Rückfrage über den Zaun klettern. Der Stacheldraht war schon vor der Bekanntgabe der Flüchtlingsheim-Standorte geplant, wie uns der Grundstückseigner sagte. Was übrigens auch nahelegt, dass diese Flächen keineswegs brach liegen, sondern tatsächlich für Ballspiele genutzt werden.
  • Selbst die Ratsfraktionen haben keine ausreichenden Fakten vorliegen – hier mauert die Nappsche Verwaltung. Die Quadratmeterzahl der quasi reservierten Gebiete übersteigt den Flächenbedarf deutlich. Über die Motive kann man nur spekulieren, aber da selbst die mehrfache Nachfrage einiger Politiker ignoriert wird, ist eines zumindest sehr wahrscheinlich: Es gibt handfeste Motive.
  • Bezüglich der Fläche Glehner Weg / Jahnstadion stinkt gleich mehrerlei:Nicht nur, dass die Verwaltung wieder einmal unter dem Deckmantel einer unabwendbaren Maßnahme Grünflächen entwertet. Der Verdacht, dass aus der temporären Flüchtlingsunterbringung eine dauerhafte Bebauung wird, ist nicht widerlegt.

Flüchtlinge sind arme Menschen, die normalerweise wider Willen ihre Heimat verlassen mussten und aufgrund der deutschen Rechtslage zur Untätigkeit verdammt sind. Sie erhalten anfangs noch nicht einmal die Möglichkeit, Deutsch zu lernen. Was tut die Stadt, um diese Menschen mit Würde zu integrieren? Was können die Neusserinnen und Neusser beitragen – und wer hilft uns dabei, die wir keine Erfahrung im Umgang mit diesen Menschen haben? Es ist hübsch, dass alle wachen Parteien jetzt Informationen von der Verwaltung fordern, aber wir möchten die politischen Ränkespiele gerne schnell hinter uns lassen und neue Mitmenschen im Stadionviertel wirklich integrieren. Das braucht mehr als nur den Ruf nach Bürgerbeteiligung.

Aber vor allem, liebe Politikerinnen und Politiker: Benutzt uns nicht, sondern nutzt Euren Wählerinnen und Wählern.

Neuss, Stadionviertel, Hermkes Bur, Bürgerdialog, Flüchtlingsunterbringungen und positive Entwicklungen im Jahnstadion

Die Initiative „Rettet das Jahnstadion“ hat am Montag die Aufgabe übernommen im Rahmen des Bürgerdialogs der SPD die Bürger im Stadionviertel über die Planungen der Verwaltung hinsichtlich der Flüchtlingsunterbringung zu informieren.

Die beigefügte Präsentation wurde von uns vorgestellt und im Anschluss entwickelte sich eine konstruktive Diskussion. Viele Fragen konnten von uns nicht beantwortet werden, weil die Beantwortung unseres Fragenkatalogs an die Verwaltung noch aussteht.

Insgesamt waren ca. 60 Personen vor Ort. Einige mussten von draußen zuhören, da der Platz und die Sitzplätze nicht ausreichten.

Als Ergebnis für den Abend lässt sich festhalten, dass die Stimmung hinsichtlich der Aufnahme und auch der Integration der Flüchtlinge durchweg positiv im Viertel ist. Patenschaften wurden angeboten und auch ehrenamtliches Engagement hinsichtlich der Förderung und Unterstützung von Flüchtlingen und Flüchtlingskindern in Aussicht gestellt.

Die anwesenden Bürger, aber auch viele, die verhindert waren, aber das Gespräch mit uns schon gesucht haben, vermissen die „Stimmen der Grünen und der FDP“. Schon einmal haben beide mit uns Seite an Seite für die Erhaltung des Jahnstadions gekämpft. Die Bürgerschaft wartet darauf, dass Sie sich positionieren und auch eventuell Planungen korrigieren, die an dieser Stelle nicht wirklich Sinn machen.

Der Standort am Konrad-Adenauer-Ring wird begrüßt. Aber auch zu diesem Standort gibt es viele Fragen, die unbeantwortet sind. Die Nutzung der Gebäude der GWG am Glehner Weg 17 und 19 wird favorisiert – für die Bürgerschaft eine gute Lösung. Stefan Hahn Beigeordneter der Stadt Neuss (Dezernat 3 Jugend, Sport, Soziales etc.) hat aber schon signalisiert, dass max. 20 Personen untergebracht werden können, weil die GWG andere Absichten mit den schon größtenteils leer stehenden Gebäuden verfolgt.

Gegen den Standort innerhalb des Jahnstadion regt sich sehr großer Widerstand, unabhängig davon, dass es sich um einen Randbereich handelt. Gerade in dem geplanten Bereich spielen viele Kinder, Freizeitfußballer. Insbesondere in den Nachmittagsstunden oder am Wochenende – ist dieser Teil des Jahnstadion stark genutzt. Die Bürger des Stadionviertels haben sich schon 2008 vehement gegen das Ziel „Wohnen im Stadion“ gewehrt, weil diese Sport- und Freizeitanlage in diesem Viertel einen hohen Wert hat. Der Standort wird auch in der nachgebesserten Form der Verwaltung von 30.5.15 (die nun ein weiteres Flurstück 1513 aufnimmt, siehe Präsentation, Folie 17) heftig kritisiert.

Insbesondere Ingeborg Arndt (Bündnis90/Die Grünen), Herr Dr. Köppen (FDP) und auch Herr Rohde(FDP) haben sich damals sehr stark für die Rettung des Jahnstadions eingesetzt und werben noch heute mit der damaligen Rettung des Jahnstadions. Thomas Nickel, Bürgermeisterkandidat der CDU hat das Jahnstadion erst kürzlich zu seiner Herzensangelegenheit erklärt.

Wir von unserer Seite haben den neuen Auftrag der Bürger angenommen und werden alle Möglichkeiten erarbeiten, hier eine andere Lösung zu suchen. Wir werden die unverzügliche Einberufung einer Bürgerversammlung der Stadt Neuss zur Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an den Planungen der Stadt Neuss zur Errichtung von Flüchtlingsunterkünften im Stadionviertel“ offiziell beantragen.

Den noch unbeantworteten Fragenkatalog an die Verwaltung fügen wir Ihnen ebenfalls als PDF bei.

Ohne eine offene und transparente und auch nachvollziehbare Kommunikation und auch kann keine Willkommenskultur für in Not geratene Bürger entstehen. Die verantwortlichen Personen sind hier unseres Erachtens in der Pflicht frühzeitig zu informieren, um genau diese negativen Stimmungen zu verhindern.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme und Unterstützung für das Jahnstadion.

Klarstellung zur Berichterstattung der NGZ am 13.02.2014, Lokalteil C4, „Jahnstadion: Initiative kritisiert neue Planung“

Die Bürgerinitiative „Rettet-das Jahnstadion“ hat zu keiner Zeit einen „Sportbewegungspark für alle Generationen“ im Jahnstadion abgelehnt.

Die breit angelegte Diskussion 2008 entstand durch die Antragsstellung der CDU „Sport und Gesundheit“, die die Bebauung des Jahnstadions mit einem TG-Zentrum und einer Wohnbebauung vorsah. Die Überlegungen einen „Sportbewegungspark für alle Generationen“ zu bauen, ist ein Ergebnis aus dem Werkstattverfahren, welches im November 2009 abgeschlossen wurde.

Der Ende 2009 vorgestellte Plan des Planungsinstituts IKPS hat geltendes Planungsrecht verletzt. Die Ablehnung der Opposition, des stimmberechtigten Bürgers und der Bürgerinitiative bezog sich überwiegend darauf, dass die Freiflächen erhalten bleiben sollten. Der Bau eines TG-Zentrums im Stadion wurde nicht unterstützt. Die Finanzierung des vorgestellten Plans galt hingegen schon damals als ungesichert (Sportausschuss). Das Werkstattverfahren hat schließlich im Ergebnis dazu geführt, dass bei 7 Gegenstimmen (BUND, SPD, FDP, Grüne, ein Bürger und BI) und bei gut 20 stimmberechtigten Teilnehmern ein deutliches Votum gegen das Planungsinstitut (IKPS) entschieden wurde.

Ein „Sportbewegungspark für alle Generationen“ wurde von allen Seiten durchaus begrüßt.

Neuss hat kein Einnahmen- sondern ein Ausgabenproblem.

Neuss erwartet 2016 ein Defizit von 13,8 Millionen und für 2017 von 10 Millionen (NGZ, 26.1.2015). Trotzdem sollen schon wieder immerhin 50.000 € für einen Sportentwicklungsplan ausgegeben werden.

„Mit dem neuen Sportentwicklungsplan soll eine Grundlage für eine gesamtstädtische Betrachtung der Sportstätten geschaffen werden, um deren Sanierung und Bedarf planen zu können. Moderiert wird die Arbeitsgruppe von einem Fachbüro und der Verwaltung.“ Dieser Beschluss, der der Stadt Neuss 50.000 € wert ist, wurde im Sportausschuss und damit von allen Parteien einstimmig und ohne Widerspruch gefasst.

Da bereits in der Vergangenheit grundsätzliche Entscheidungen zur Entwicklung des Sports und der Neusser Sportanlagen gefällt und Millionen in die Umsetzung investiert wurden, erhebt sich die Frage nach dem Sinn und Wert eines solchen Planes. Schon einmal wurde in 2009 ein ähnlich hoher Betrag an genau dasselbe Institut gezahlt, das auch diesmal beauftragt werden soll – obwohl die Universität Wuppertal diese Leistung deutlich günstiger angeboten hat. Im Jahr 2009 ging es um das Werkstattverfahren Jahnstadion, dessen Ergebnisse bisher nicht ansatzweise umgesetzt wurden.

Rolf Knipprath und Uwe Welsink betonen, dass die hierfür notwendige Arbeitsgemeinschaft im engen Dialog mit Vereinen, Schulen und Bürgerinnen und Bürgern erfolgt. Frau Ingeborg Schäfer hingegen weist darauf hin, dass hierfür explizite Fachkenntnisse nötig seien und für effektive Ergebnisse, die Zahl der Mitwirkenden klein zu halten ist. Wenig Öffentlichkeit, dafür Beschlüsse, die schon vorher gefällt sind, und teure Ergebnisse ohne positive Wirkung für den Sport?

Nicht nur Finanzexperten und Unternehmerverbände kritisieren die hohen Ausgaben der Stadt (NGZ vom 29.01.2014). Auch die Bürgerinitiative „Rettet das Jahnstadion“ fragt sich, ob angesichts der (offiziell) defizitären Stadtkasse hier Geld verpulvert werden soll, um ein „genehmes“ Institut zu alimentieren oder ob man ein passendes Gutachten benötigt, um die längst getroffenen Entscheidungen öffentlich zu rechtfertigen. Stattdessen sollte dieser Etat zumindest zum Teil in die Instandhaltung des Stadions investiert werden, für das in der aktuellen Haushaltsplanung kein einziger Euro vorgesehen ist.

Neuss hat kein Einnahmen- sondern ein Ausgabenproblem.

Neuss erwartet 2016 ein Defizit von 13,8 Millionen und für 2017 von 10 Millionen (NGZ, 26.1.2015). Trotzdem sollen schon wieder immerhin 50.000 € für einen Sportentwicklungsplan ausgegeben werden.

„Mit dem neuen Sportentwicklungsplan soll eine Grundlage für eine gesamtstädtische Betrachtung der Sportstätten geschaffen werden, um deren Sanierung und Bedarf planen zu können. Moderiert wird die Arbeitsgruppe von einem Fachbüro und der Verwaltung.“ Dieser Beschluss, der der Stadt Neuss 50.000 € wert ist, wurde im Sportausschuss und damit von allen Parteien einstimmig und ohne Widerspruch gefasst.

Da bereits in der Vergangenheit grundsätzliche Entscheidungen zur Entwicklung des Sports und der Neusser Sportanlagen gefällt und Millionen in die Umsetzung investiert wurden, erhebt sich die Frage nach dem Sinn und Wert eines solchen Planes. Schon einmal wurde in 2009 ein ähnlich hoher Betrag an genau dasselbe Institut gezahlt, das auch diesmal beauftragt werden soll – obwohl die Universität Wuppertal diese Leistung deutlich günstiger angeboten hat. Im Jahr 2009 ging es um das Werkstattverfahren Jahnstadion, dessen Ergebnisse bisher nicht ansatzweise umgesetzt wurden.

Rolf Knipprath und Uwe Welsink betonen, dass die hierfür notwendige Arbeitsgemeinschaft im engen Dialog mit Vereinen, Schulen und Bürgerinnen und Bürgern erfolgt. Frau Ingeborg Schäfer hingegen weist darauf hin, dass hierfür explizite Fachkenntnisse nötig seien und für effektive Ergebnisse, die Zahl der Mitwirkenden klein zu halten ist. Wenig Öffentlichkeit, dafür Beschlüsse, die schon vorher gefällt sind, und teure Ergebnisse ohne positive Wirkung für den Sport?

Nicht nur Finanzexperten und Unternehmerverbände kritisieren die hohen Ausgaben der Stadt (NGZ vom 29.01.2014). Auch die Bürgerinitiative „Rettet das Jahnstadion“ fragt sich, ob angesichts der (offiziell) defizitären Stadtkasse hier Geld verpulvert werden soll, um ein „genehmes“ Institut zu alimentieren oder ob man ein passendes Gutachten benötigt, um die längst getroffenen Entscheidungen öffentlich zu rechtfertigen. Stattdessen sollte dieser Etat zumindest zum Teil in die Instandhaltung des Stadions investiert werden, für das in der aktuellen Haushaltsplanung kein einziger Euro vorgesehen ist.

Die Kommunalwahl naht.

Da schmückt sich so manche Partei in Wahlkampfzeiten mit der Rettung des Jahnstadions. Dabei wäre ohne die Initiative „Rettet das Jahnstadion“, die 7000 Unterschriften gesammelt hat, das Stadion heute wahrscheinlich bebaut. Die Initiative ist bis heute aktiv und wachsam und arbeitet überparteilich.

Aber Sie können sicher sein, wirklich alle lokalen Größen der Politik werfen sich derzeit schützend vor Sie und uns. Kostprobe gefällig?

„Wir haben eine gute und wohnortnahe Sportinfrastruktur in Neuss. [Wir werden] die gute Ausgangsposition von Neuss nutzen, um … Kultur und Sport als Aktivitätsfelder weiter zu entwickeln. Das 1924 errichtete Jahnstadion ist das identitätsstiftende Zentrum des Stadionviertels und ist durch seine freie Zugänglichkeit von hohem Freizeitwert – insbesondere für Kinder und Jugendliche. Nein zur Schließung von Sportanlagen. Die Ergebnisse des Werkstattverfahrens sind aufzugreifen und umzusetzen.“

Diese Aussagen stammen von CDU, FDP, SPD, Zentrum und Grünen – in dieser Reihenfolge. Keine Aussagen treffen, soweit wir wissen, Piraten, Linke und UWG.

Trotzdem ist natürlich Vorsicht geboten: Die CDU legt sich nicht wirklich fest – kein klares schriftliches Bekenntnis. Immerhin gehört ihr aber auch der Bürgermeister an, der an seiner Aussage fest hält, sein Thema der Wohnbebauung im Jahnstadion „nicht auf sich beruhen [zu] lassen.“ Und dies unterstützen aber auch die anderen Parteien, indem sie auf nahezu jeder anderen Sportanlage die Erneuerung mitfinanzieren, während für das Jahnstadion offenbar Rasenmäher und Besen reichen müssen. Immerhin sind 1,5 Mill. € alleine für die Ludwig-Wolker-Anlage schon im Haushalt 2014/2015 eingestellt – rund 800.000 € sind noch in der weiteren Planung. Die Ergebnisse des aufwändigen Werkstattverfahrens wurden hingegen bis heute nicht umgesetzt.

Des Bürgermeisters Amtszeit läuft bis 2015. Wir wären nicht überrascht, wenn man nach Jahren der planmäßigen Vernachlässigung überrascht feststellen wird, dass der Nachholbedarf im Vergleich zu anderen Anlagen unfinanzierbar groß ist.

Die sanierungsbedürftigen Tribünen sind monatelang gesperrt, ohne dass Reparaturarbeiten begonnen werden. Die planmäßige Baumaßnahme für eine große Kanalisation hingegen wurde gestartet.

Der neue Flächennutzungsplan (noch nicht rechtskräftig) weist nach wie vor das Jahnstadion als Sportanlage und Grünfläche aus, sodass zumindest hier seitens der Politik ein klares Bekenntnis erfolgt ist. Dennoch haben wir 2008 erleben müssen, dass trotz gültigem Flächennutzungsplan an eine Umwidmung der Sportfläche „visionär“ gedacht wurde – „Wohnen im Stadion“ hieß es damals.

Auch eine lange Kette von Kompromissen zerstört die ehemals gelungene Infrastruktur der Grünflächen, Naherholungsgebiete und Sportanlagen, die Neuss bisher lebenswert gemacht haben. Nur eben langsamer. Sie haben es am 25.5. in der Hand.

Presseerklärung vom 06.11.2009: Abschluss des Werkstattverfahrens verfrüht

Durch einige Passagen im CDU-FDP-Koalitionsvertrag ermutigt, ist die Bürgerinitiative „Rettet das Jahnstadion“ zur letzten Sitzung des Werkstattverfahrens an den Verhandlungstisch zurückgekehrt und hat so die konstruktive Grundhaltung der Aktiven unterstrichen. Das jetzt präsentierte Ergebnis des Werkstattverfahrens zeigt allerdings, dass die große Chance, das Gesamtgelände des Jahnstadions in die Planungen einzubeziehen, nicht genutzt wurde. Stattdessen setzte das IKPS im Sinne seiner Auftraggeber eine Planung dicht an der Ratsvorgabe durch, die nach Meinung der Bürgerinitiative nur als Ideensammlung und Wunschliste taugt:

  • Die von verschiedenen Seiten geforderten und vom Rat beschlossenen Voruntersuchungen sind im Planungsverfahren nicht oder unzureichend erfolgt, so dass wesentliche Grundlagen fehlten – fiktive statt fundierte Ideen sind die Folge.
  • Im Plan der IKPS findet sich ein „Gebäude-Platzhalter“ im Eingangsbereich des Stadions, der auf nur 1200 m² allen Raumbedarf der TG und der DJK Novesia abdecken soll. Herr Meyen meldete in der Sitzung bereits die „Möglichkeit“ an, dass mehr Fläche gebraucht würde. Dann müssten Flächen, die mit Zustimmung der Verfahrensteilnehmer für die Öffentlichkeit geplant sind, zu vereinsgebundenen Flächen erklärt werden. Die Teilnehmer der letzten Sitzung erfuhren zudem, dass dieser Plan geltendes Planungsrecht verletzt.
  • Die Platzverhältnisse selbst des jetzigen Plans reichen nur noch für eine auf 1 ½ Spielfelder reduzierte DJK aus. Deren Vorstand zeigt sich damit zufrieden – im Gegensatz zur Jugendabteilung, die wegen ihrer erfolgreichen Arbeit wächst.
  • Für Alternativplanungen blieb im Verfahren zu wenig Zeit. Anregungen zwischen den Sitzungen wollte das IKPS jedoch nicht einfließen lassen.
  • Bisher dienten die Tennenplätze bei Großveranstaltungen als Ausweichparkplatz für 400 bis 500 Autos. Mit der Umgestaltung würden diese trotz der Mehrbelastung durch ein TG-Zentrum entfallen. Da das wilde Parken unter den Linden der Jahnstraße wegen des Alleenschutzes streng genommen bereits jetzt illegal ist, bleibt ein massives Verkehrsproblem, das konsequent ignoriert wird.
  • Nicht zuletzt fehlt seit Beginn des Verfahrens eine wirtschaftliche Machbarkeitsstudie hinsichtlich der Umsetzungsmöglichkeiten. Im Vergleich mit der vom Moderationsinstitut IKPS als Referenz benannten Anlage in Bad Hersfeld wird klar, dass mehrere Vollzeitarbeitsplätze zur Betreuung und Pflege der Anlage notwendig sein werden.

Damit besteht die Gefahr, dass nach dem Neubau eines TG-Zentrums für die hübsche (und landschaftsplanerisch folgerichtige) Gestaltung des übrigen Geländes keine Gelder verfügbar sind. Das „Kooperative Verfahren“ fand so dank wacher Teilnehmer wenig überraschend nicht zu einem Konsens: 7 Gegenstimmen (BUND, SPD, FDP, Grüne, ein Bürger und die Bürgerinitiative) bei gut 20 stimmberechtigten Teilnehmern sind ein deutliches Votum gegen kommunale Luftschlossplanung zu Zeiten leerer Kassen.

Frauke Arndt, Mitbegründerin der Initiative, zog ein enttäuschtes Fazit: „Das ist nach dem Collegium Marianum nun schon der zweite Planungs-GAU im Stadionviertel. Durch den eingeschränkten Betrachtungshorizont fehlen planerische Alternativen für das gesamte Gelände. Die Verwaltung als Auftraggeber hat mit über 30.000 EUR Steuergeldern einen bunten Ideenstrauß finanziert, der Bürgernähe simulierte und die Beteiligten in eine vorgegebene Richtung drängte. Mehr gedankliche Freiheit hätte die nun nötigen Nachbesserungen vermieden“.6

Neusser Zahlenspiele

Gut 12 Mio. Euro warten darauf, von Neuss ausgegeben zu werden — das ist das Geschenk des Staates, das Konjunkturpaket II heißt. Geld, das für Infrastrukturmaßnahmen ausgegeben werden soll. Den meisten Neusserinnen und Neussern fällt hierzu der Sanierungsbedarf an Schulen ein. Denkbar sind auch die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude (eine Investition in die Zukunft) oder die Freizeit- und Sportinfrastruktur. Jedenfalls hält sich die Stadt vor den Wahlen alle Möglichkeiten offen: Trotz anderslautender Veröffentlichungen ist bisher nur ein Projekt beim Innenministerium gemeldet und genehmigt.

Unter den verschiedenen Möglichkeiten, die sich auf 22 Mio. Euro summieren, fällt eine heraus: Alleine 8,1 Mio. Euro sind für die TG ins Auge gefasst worden, wohlgemerkt ohne die Finanzierung der Unterhaltskosten von ca. 1,2 Mio. Euro jährlich(!) zu klären. Die Erstinvestition entspricht betragsmäßig 37% aller Ideen der Stadt Neuss zum Konjunkturpaket (so weit ist also das Gesichtsfeld unser Herrschenden) oder mehr als zwei Drittel der Investitionsmöglichkeiten.

Aus der Sportstudie, Seite 206: „Angesichts eines für die Sanierungsmaßnahmen [aller 16 Bezirkssportanlagen] veranschlagten Gesamtvolumens an Investitionen in Höhe von rd. EUR 9 Mio. erscheint es schon aus rein wirtschaftlichen Gründen angebracht, nicht nur diese Prioritätenliste nochmals kritisch zu überprüfen…“ Offenbar sind, Krise sei Dank, solche Beträge heute Peanuts.

Bei den 8,1 Millionen handelt es sich um eine Vollfinanzierung des privaten Vereinszentrums aus Steuergeldern (eher: aus staatlicher Neuverschuldung). Nicht schlimm, weil die TG ja gute Dinge veranstaltet? Richtig. Für 5200 Mitglieder. Neuss hat laut Sportstudie 32906 Mitglieder in Sportvereinen. Bei fairer Förderung aller Vereine in diesem Ausmaß gibt die Stadt also 1558 Euro pro Mitglied aus, macht 51,26 Mio. Euro, um alle Vereine gerecht zu fördern. Da könnte sich die DJK Novesia glatt einen zweiten Blechcontainer für ihre Ausrüstung leisten.

Man kann natürlich auch anders rechnen: Da nur 21,3 % der Bevölkerung Mitglieder in Sportvereinen sind, beliefen sich die Ausgabe auf 240,6 Mio. Euro, wenn alle Neusserinnen und Neusser in gleicher Höhe von Zuschüssen profitieren sollen, wo auch immer.

Sie finden eine viertel Milliarde Geschenke aus Steuern in private Hände irrwitzig? Wir auch.

Ausstieg

Stellen Sie sich vor, Sie werden zu einer Party eingeladen. Der Gastgeber verspricht Ihnen eine Wegbeschreibung zu senden, und den Verlauf des Abends dürfen Sie mitbestimmen. Die Wegbeschreibung kommt nie, Sie finden trotzdem hin, aber die Party hat einen vorgeplanten Ablauf, der fest durchgehalten werden soll und nicht Ihren Interessen entspricht. Würden Sie bleiben oder gehen?

Die Bürgerinitiative fühlt sich nach dem Bekanntwerden von haarsträubenden Fakten zur Finanzierung des TG-Zentrums verschaukelt. Jegliches Vertrauen in das Verfahren hat die Neusser Politik verspielt, denn:

  • Finanzplanung ist im Verfahren nicht erwünscht, außerhalb wird aber im Rahmen des Konjunkturpakets II ein TG-Zentrum für 2010 budgetiert – nahezu als Verschlußsache, jedenfalls widersprechen die Pressemitteilungen dem Antragsstand. Mehr dazu in wenigen Tagen!
  • Planungsgrundlagen und Bedarfsanalysen wurden trotz mehrerer Ratsbeschlüsse bis heute nicht zur Verfügung gestellt. Unsere Briefe an Bürgermeister und IKPS hierzu blieben unbeantwortet.
  • Das IKPS propagiert freies Denken, richtete aber durch die Moderation schon beim 1. Termin alles auf ein TG-Zentrum und die Zwangsverlagerung der Fußballvereine aus.
  • Herr Meyen warf für die TG wieder den wegen Unsinnigkeit bereits verworfenen Kindergarten ins Rennen. Am Werkstattverfahren sind die damit bedrohten Kindergärten (u.a. Libelle und Pius) aber nicht beteiligt und über diese Entwicklung bis heute nicht informiert worden.

So kurz vor der Wahl wird die Politik natürlich versuchen, die Schuld für den Ausstieg der Bürgerinitiative selbst zuzuschieben. Wir raten einmal die Argumentation: Die Initiative sei ohnehin von Anfang an nicht konstruktiv gewesen, der Sachverhalt ist anders und natürlich komplexer als von uns dargestellt, das Verfahren werde selbstverständlich mit anderen Bürgern fortgesetzt.

Im Zweifelsfall wählt sich die Politik eben ein anderes Volk.

Zufälligkeiten und Übereinstimmungen zu unserem „Werkstattverfahren“ sind an den nachfolgend aufgeführten Projekten schon erstaunlich. Bitte lesen Sie die Artikel und bilden Sie sich eine eigene Meinung zur Verfahrensweise.

Zum Schluß ein Brief des Dezernenten an das „ikps“ mit der Bitte um Beantwortung. Bis heute, wie viele andere Anfragen auch, unbeantwortet.

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Auftakt des Werkstattverfahrens

Die Bürgerinitiative hat die Auftaktveranstaltung zum Werkstattverfahren mit sehr gemischten Gefühlen erlebt. Herr Dr. Ferfers hatte in seiner Funktion als Vertreter für die Verwaltung die schwierige Aufgabe, unzureichende Unterlagen zu erklären. Auch nach 15-monatiger Vorbereitungszeit konnte die Verwaltung keine belastbaren Unterlagen zu einem Finanzierungsrahmen für das gesamte Projekt und einen Finanzplan für ein künftiges TG-Zentrum vorlegen. Dies wurde auch von Reiner Breuer, SPD in der Veranstaltung mehrfach gerügt. Ein Verkehrsgutachten wird laut Herrn Dr. Ferfers in Kürze fertig gestellt. Die Frage ob dieses Gutachten auch unter der Berücksichtigung der geplanten Bebauungen Marianum und Kinderklinik erstellt wurde, konnte nicht klar beantwortet werden.

Weiterhin gibt es keine vollumfänglichen Unterlagen für den Sportbedarf aller Sportarten im Jahnstadion und damit keine vollständige Bedarfsanalyse für alle Flächen und Gebäudeteile im Stadion.

Hier sieht die Bürgerinitiative den Bürgermeister in der Pflicht, diese Unterlagen in Kürze zur Verfügung zu stellen, um den Ratsbeschluss vom 07.11.09 zu erfüllen. Der Rat hat ein Werkstattverfahren beschlossen und dafür ca. 30.000 EUR im Haushalt bereitgestellt. Der Erfolg dieser in Neuss neuen Form der Bürgerbeteiligung baut auf diesen Unterlagen auf und nur dann ist es sinnvoll ein öffentliches Planungsverfahren zu finanzieren. Zudem ist es zwingend erforderlich, dass Kommunalpolitiker und Kommunalverwaltung, organisierte Interessenvertreter der Sportverbände und Dachverbände es auch tatsächlich zulassen, dass Anwohner, Sportler und sachkundige Bürger paritätisch an diesem Verfahren teilnehmen. Nur dann kann es ein offenes Planungsverfahren mit offenem Ausgang geben. Hier hat sich auch Ingeborg Arndt, Die Grünen unterstützend geäußert.

Die Bürgerinitiative „Rettet das Jahnstadion“ vertraut darauf, dass das IKPS als unabhängiges Institut ein kooperatives Planungsverfahren nur dann beginnt, wenn alle notwendigen Unterlagen vorliegen und die Besetzung der Planungsgruppe entsprechend offen ist. Erfreulich ist, dass das gesamte Gelände in die Planung mit einbezogen werden kann. Dies war einer der wesentlichen Diskussionspunkte und wurde von der IKPS zugesichert. Trotz des kontroversen Verlaufs wird sich die Initiative deshalb konstruktiv am Werkstattverfahren beteiligen, um einen sinnvollen Einsatz der städtischen Gelder für den Sport zu bewirken.

Das Werkstattverfahren beginnt

Von Stadtverwaltung/Sportamt wurden die geplanten Daten für das vom Rat der Stadt Neuss beschlossene Werkstattverfahren mitgeteilt. Beginn ist am 26. Mai. Danach folgen noch weitere 4 Termine bis zum 4. November 2009. Damit fällt die Entscheidung über die Zukunft des Jahnstadions erst nach der Kommunalwahl. Anders ausgedrückt: das Jahnstadion soll aus dem Kommunalwahlkampf herausgehalten werden. Vielleicht für manche Partei ein zu heikles Thema?

Wie genau das Werkstattverfahren ablaufen wird ist immer noch nicht bekannt. Weder aus Politik oder Verwaltung noch von dem das Verfahren durchführenden Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (IKPS) aus Stuttgart gibt es dazu eine Stellungnahme. Anhaltspunkte dazu lieferte allenfalls die Präsentation des Moderations-Instituts IKPS vor dem Stadtrat am 27. November 2008. Allzu vertraut mit der Situation schien IKPS damals aber noch nicht zu sein. Hob man doch hervor, erfolgreich in der Revitalisierung von Sportbrachen zu sein. Dazu wurden ganz putzige Beispiele von Familien-Freizeit-Sportparks als Resultat der moderierten Workshops präsentiert. Außerdem betonte IKPS, die Ergebnisse ihrer Workshops seien immer ein einhelliger Konsens aller Beteiligten.

Ob es sich damit um ein echtes Werkstattverfahren handeln wird oder um eine moderierte Einstimmung auf ein vom Auftraggeber vorbestimmtes Ergebnis ist also noch offen. Nach verschiedenen Aussagen der Neusser Top-Sportfunktionäre in der letzten Zeit ist das Ergebnis schon klar und der Aufwand eines Werkstattverfahrens nur Zeit- und Geldverschwendung. Auch aus der Politik, insbesondere von den Granden der Mehrheitsfraktion, kommen Stimmen, die einer Mitwirkung von Bürgern bei wesentlichen Entscheidungen in ihrer Stadt sehr kritisch gegenüberstehen. Sei es die Ausgrabungsbrache des ehemaligen Busbahnhofs, die Un-Gestaltung der Innenstadt, die Verplanung des Areals der ehemaligen Münsterschule, Verbauung des Marianum-Parks oder die Schließung von Baulücken im Jahnstadion: Es gibt zwar einige populistische Lippenbekenntnisse, die Meinung der Bürger nicht ignorieren zu wollen. Aber das heißt dann im Klartext, man müsse eben „die Bürger mitnehmen“ damit sie die Entscheidungen der Politik akzeptieren.

Vor diesem Hintergrund kann man nur sehr gespannt sein auf das Werkstattverfahren. Wir möchten daher alle, die sich von der Stadt nicht irgendwohin „mitnehmen“ lassen möchten wo sie gar nicht hinwollen, aufrufen, am Werkstattverfahren aktiv teilzunehmen und ihre eigene Meinung deutlich zu vertreten. Außerdem kann der Verlauf des Werkstattverfahrens ja auch eine gute Entscheidungshilfe für die Kommunalwahl sein.

Die Termine zum Vormerken (vermutlich jeweils 2 1/2 Stunden am Spätnachmittag / Abend):

  • 26. Mai 2009
  • 17. Juni 2009
  • 26. August 2009
  • 29. September 2009
  • 4. November 2009

Übrigens: Wie zufällig ist eigentlich der Umstand, dass der CDU-Vorsitzende Geerlings und der Bauverein-Prokurist Krupinski gerade neu geschaffene Ämter in der TG erhalten haben? Und was heisst das für die Transparenz der Neusser Politik im Allgemeinen und die Zukunft des Jahnstadions im Besonderen?

Schutz, nicht Schönheit

Die Bürgerinformation zu den Lärmschutzmaßnahmen der Bahn am 16.2. im Zeughaus war gut besucht und recht aufschlussreich. Mehrfach betont wurde die Freiwilligkeit der Bahn, die das Geld ausgibt – was sie allerdings vom Bund für genau diesen Zweck erhält. An der hohen Priorität der Maßnahmen in Neuss innerhalb der bundesweiten Liste lässt die die Lärmbelastung der Stadt erkennen.
Sowohl Bahn als auch Stadtverwaltung wichen jeder substanziellen Diskussion zu Sinn und Optik der Alu-Lochprofile sorgfältig aus:

  • Es wird in ganz Neuss nur eine Art von Lärmschutzwand geben. Lediglich die Farbe des Anstrichs lässt sich beeinflussen – bis das erste Graffito kommt; ab dann gilt die Farbe für die Stadtverwaltung als gesamtgesellschaftliches Problem, so dass niemand verantwortlich ist außer den Sprayern selbst. Lärmschutzwände wie an der A57 neben dem Friedhof (!) werden bewachsen und bieten keine Angriffsfläche für Graffiti. Diese werden aber nicht einmal in Erwägung gezogen.
  • Der Sinn ergibt sich aus einer bundesweit angewendeten Rechenformel für den durchschnittlichen Bahnlärm. Andere Lärmquellen und die Lärmspitzen, die die eigentliche Belastung darstellen, bleiben darin unberücksichtigt. So ist es kein Wunder, dass Anwohner der Gielenstraße wenig Nutzen sahen: Der ohnehin nicht hübsche gemauerte Bahndamm dort wird durch Aluprofile höher und noch hässlicher. Der Autolärm der vierspurigen Straße bleibt und verstärkt sich eventuell noch durch Reflektion.

Im Stadionviertel sieht es besser aus: Die Lärmschutzwand wird mit 2m ab Gleishöhe vergleichsweise niedrig und teilweise durch den Bewuchs am Bahndamm verdeckt, der weitgehend erhalten bleiben soll. Der Bereich der Sportplätze bleibt ohne Lärmschutzwand und der Luftkanal in die Innenstadt (den die Stadtverwaltung vorsichtigerweise weder dementiert noch bestätigt) damit erhalten.

Nicht in allen Teilen der Stadt, aber im Stadionviertel ist die Kuh damit vom Gleis, wenn Sie uns den Kalauer gestatten. Entsprechend waren mit einer Ausnahme alle Anwesenden grundsätzlich für einen Lärmschutz am Bahndamm, wenn auch meist für eine andere Ausführung als die geplante.

Neuss-typisch hat man also bei minimaler Bürgerbeteiligung eine mediokre Lösung gefunden. Große Sorgen macht uns weiterhin der Alleenschutz beim geplanten Kanalbau und Lärmschutz im Stadion. Und vom Werkstattverfahren hört man nichts mehr. Wir bleiben dran.

Über allen Wipfeln…

… des Stadions ist Ruh‘. Doch darunter scheint man es eilig zu haben und greift systematisch in die Substanz der gewachsenen Alleen im und am Stadion ein, obwohl diese seit Anfang 2008 gesetzlich geschützt sind:

  1. Die Garagen am Westende des Stadions werden bald abgerissen, um eineLärmschutzwand an die Westgrenze des Stadiongeländes zu bauen, die Geräusche vom Parkplatz des Lukaskrankenhauses zurückhalten soll. (Wohlgemerkt: Damit wird nicht das Krankenhaus gegen den Sportlärm geschützt, sondern die zukünftigen Bewohner des Marianum-Geländes vor dem Lärm des Parkplatzes! Für den Sport hatte noch eine kostengünstige Allgemeinverfügung gereicht.) Weil das Lukaskrankenhaus nicht zugestimmt hat, wird die Mauer nun in das Stadion gesetzt: zwischen die erste und zweite Baumreihe, was das Wurzelwerk der Linden beschädigt.
  2. Vivacon bewirbt das Marianum mündlich bereits mit der Zufahrt durch das Krankenhausgelände zum Konrad-Adenauer-Ring. Selbstverständlich ist noch nichts beschlossen. Selbstverständlich wird man dies aber durchsetzen wollen. So beginnt auch der Lärmschutz am Parkplatz Sinn zu ergeben.
  3. Beim Umbau der Jahnstraße wurde der neue Abzweig zum Stadion noch heruntergespielt, jetzt kommt der zweite Teil: Am kommenden Freitag soll im Rat unter TOP 14 der Bau eines großen Regenwassersammlers im Marianum beschlossen werden, um diesen später durch die Lindenallee im Stadion in die Jahnstraße zu führen. Damit wären auch Bauflächen im Stadion zu entwässern. Damit ist die gesamte Lindenallee entlang des Rasen- und der Tennenplätze in Gefahr.
  4. Die Lärmschutzwand am Bahndamm wird zur Abholzung eines Großteils der Vegetation am Bahndamm führen. Die schmucken Aluprofile, die das Grün ersetzen, erzeugen viel Resonanz und relativ wenig Schalldämmung, weil sie zuwenig Masse für effektiven Schallschutz haben. Und das Gutachten zur Frage, wie wichtig die Frischluftschneise über Stadion und Bahndamm für die Innenstadt ist, lässt seit fast einem Jahr auf sich warten. Aber weil die Bahn ja freiwillig baut, möge bitte niemand kritische Fragen stellen. Und zufällig soll die Baumaßnahme in der Jahnstraße ganz schnell beendet werden; die Vermessungsarbeiten fanden schon statt.

Eigentlich könnte dies allen Anwohnern recht sein. Die Bahn wird vielleicht leiser, das Marianum steigert die Grundstückpreise, die Preußenstraße wird entlastet, der Sport wird beschränkt, die Frischluft bleibt hier im Stadionviertel statt in die Innenstadt zu wandern. Warum sind trotzdem so viele Menschen dagegen? Weil es ihnen um die Rettung einer aktiven, lebendigen, gewachsenen Umwelt geht, nicht um die Schaffung eines Luxusghettos in stiller Umgebung.

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass die Veranstaltungen der Stadt immer Bürger“information“ heißen, weil das Ergebnis schon klar ist, im Nachhinein aber zu Bürger“beteiligung“ umdeklariert werden? Hier werden Nägel mit Köpfen gemacht bevor auffällt, dass die genannten Maßnahmen schlicht ungesetzlich sein könnten. Es wäre nicht der erste Ratsbeschluss, den die CDU in ihrer schlichten Einigkeit nachträglich von einem Gericht wieder vor die Füße geworfen bekommt.

Über allen Wipfeln des Stadions ist Ruh‘ – solange es sie noch gibt. Danach könnte man doch endlich das Restgelände bebauen: eine Brache, zwischen deren Lärmschutzwänden die Vereine und Sportler allgemeinverfügt und weggelockt wurden. Oder nicht?

Keine Finanzkrise in Sicht

Die gute Nachricht zuerst: Offenbar hat die Stadt Neuss immer noch genug Geld. Jedenfalls geht sie sorglos damit um.

Die Jahnstraße ist nahezu fertiggestellt. Kaum werden die letzten Warnbaken demontiert, wird die alte Rennstrecke bereits wieder gut angenommen. Deshalb fahren auch Kinder und Erwachsene auch dem Weg zum Stadion weitgehend wieder auf dem Bürgersteig. Was der Bürgermeister kraft der verliehenen Macht im Radio für vollkommen tolerabel erklärt hat, Straßenverkehrsordnung hin oder her. Dumm nur, dass das die Autos nicht interessiert, die am Stadionparkplatz und an der Fichtestraße die Fahrräder nun noch leichter übersehen, weil kein Radweg mehr erkennbar ist. Die Autofahrer sind auch noch im Recht, weil der Bürgersteig nicht einmal als gemeinsamer Rad-/Fußweg gekennzeichnet ist. Aber Herr Napp riskiert ja nicht sein eigenes Leben. Man darf wohl davon ausgehen, dass sonst (ohne nennenswerten Mehrpreis übrigens) ein richtiger Radweg entstanden wäre. Und wo bleiben die Oppositionsparteien, um den fehlenden Radweg als unverzichtbare Komponente im Stadionviertel auf die Tagesordnung zu setzen und für die Bürger einzufordern?

Ähnlich solide ist die Finanzplanung beim Werkstattverfahren. Wir haben gelernt, dass dieser Begriff gut klingt, aber zu nichts verpflichtet, weshalb ihn die CDU sorglos versprechen konnte. Obwohl vage, wollte sie dieses Versprechen zunächst nicht einlösen. Dann hat die CDU-Ratsfrau Schäfer im Alleingang kraft der verliehenen Macht (erkennen Sie das Muster?) die Beauftragung des durchaus seriösen IKPS durchgesetzt, das auf die Wiederbelebung von Sportbrachen(!) spezialisiert zu sein scheint. Nur wird dieses „Werkstattverfahren“ nicht das üblicherweise angewendete Wettbewerbsverfahren, sondern lediglich eine kooperative Planung: Man hört sich alle Beteiligten an und entscheidet am Ende alleine. Kein Wunder, dass dies Frau Schäfer sympathisch ist.

Wo die geplanten Kosten von 35.000 Euro herkommen sollen, ist noch völlig unklar. „Alle infrage kommenden Möglichkeiten [sind] bereits ausgeschöpft“, steht in der Ratsvorlage für den 12.12. Herr Napp sieht den Rat für die Finanzierung in der Pflicht. Die Mehrheitsfraktion lehnte allerdings bisher alle Oppositionsanträge der letzten Sitzungen wegen fehlenden Geldes ab, kann für das IKPS also eigentlich auch keines finden. Selbst die IHK übt Kritik am formal ausgeglichenen Haushalt der Stadt Neuss, da die städtischen Zins- und Finanzaufwendungen in Höhe von 12 Mill. Euro die Finanzerträge um das Doppelte übersteigen. Aber alle anderen Parteien stimmen diesem Haushaltsplan und der Mittelbereitstellung trotzdem zu.

Liebe Ratsleute! Wenn Ihr kein Geld habt, könnt Ihr nicht bauen oder planen. Wenn Ihr Geld findet, gebt es wenigstens für ein solides Wettbewerbsverfahren aus, statt Eure Beschlussmonarchie weiter zu füttern!

Frohe Adventszeit, und leben Sie wenigstens privat nicht über Ihre Verhältnisse.

Ausstieg, wenn nötig

Vor Beginn der Weihnachtszeit möchten wir Sie darüber informieren, wo wir jetzt stehen. Wir möchten uns gleichzeitig für die bisherige Unterstützung bedanken und Sie bitten, weiter mit der Initiative für den Erhalt des Jahnstadions zu kämpfen.

Die CDU-Mehrheit hat sich am 07.11.2008 im Stadtrat durchgesetzt: Es gibt kein ergebnisoffenes Verfahren, keinen Wettbewerb der Ideen zwischen mehreren Planungsteams und auch keine Entscheidung durch eine unabhängige Jury! Die CDU hat sogar vorab ohne Rücksprache mit den Parteien das Stuttgarter Sportinstitut IKPS als Moderator für ein Werkstattverfahren ausgewählt und kraft Mehrheitsbeschluss durchgesetzt.

Grundsätzlich lässt ein faires Werkstattverfahren den Planungsausgang offen. Hier jedoch sind die Ziele vorab im Ratsbeschluss definiert, sodass die doch angeblich auch von der CDU gewünschte Bürgerbeteiligung tatsächlich auf eine Teilnahme in einer einzelnen Großgruppe mit Parteien- und Vereinsvertretern reduziert wird.

Zudem wird im Rahmen der Beschlussfassungen des Stadtrates am 07.11.08 das B-Plan Verfahren für das Marianum rechtskräftig werden und damit die geplante Allgemeinverfügung (Nutzungseinschränkung) für die Nutzung des Rasenhauptfeldes im Jahnstadion kommen. Damit ist schon ein normaler Spielbetrieb wie bei einem ganztägigen Turnier und erst recht eine spätere Ausweitung der sportlichen Aktivitäten im Stadion ausgeschlossen. Die verkehrliche Mehrbelastung durch das Marianum (geschätzte 700 Bewegungen) im Viertel ist lediglich durch einen Prüfauftrag (zwei zusätzliche Ausfahrten am Konrad-Adenauer-Ring und eine Durchfahrt auf dem Gelände zwischen der Kinderklinik und dem Kindergarten) zu Lasten von Schul- und Kindergartenkindern gedeckt. Das von der Politik gewünschte TG-Zentrum bringt zusätzlich täglich geschätzte 1500 Fahrzeugbewegungen ins Stadionviertel.

Deshalb sehen wir das Werkstattverfahren in dieser eingeschränkten Form äußerst kritisch, werden aber teilnehmen und versuchen die befürchteten Nachteile für unser Viertel und die Neusser Bürger abzuwenden.

Sollten wir jedoch erkennen, dass sich das Verfahren tatsächlich zu einer reinen Alibi-Veranstaltung mit unechter Bürgerbeteiligung entwickelt, werden wir jede Weiterarbeit ablehnen, da die entstehenden Kosten des Werkstattverfahrens für andere dringende Neusser Projekte in Schulen oder Sportvereinen eine sinnvollere Anwendung finden könnten.

Bleiben Sie dran! Unsere gemeinsame Sache braucht nach wie vor jede Fahne, jeden Aufkleber, jede Stimme und jeden Leserbrief.

(Diesen Text haben wir Fals Flugblatt im Stadionviertel verteilt. Die jüngste Sitzung des Hauptausschusses kommentiert unsere Pressemitteilung.)

Ratssitzung oder Tollhaus?

Gleich zwei Stadion-Tagesordnungspunkte wurden in der Ratssitzung am Freitag der letzten Woche verhandelt. Oben auf der Empore lauschten sachkundige und interessierte Bürger dem mittlerweile schon gewohnten Schaukampf aller politischen Parteien.

Wie erwartet, wurde die Änderung des Flächennutzungsplanes für das Areal „Marianum“ mit den Stimmen der Mehrheitsfraktion und der Unabhängigen/Linken beschlossen. Auch der Bebauungsplan ist gegen die massiven Bedenken der gesamten Opposition nur mit den Stimmen der CDU beschlossen worden. Selbst eine Klageandrohung der FDP hinsichtlich nicht ordnungsgemäßer Abwägungsprozesse und anhängige Beschwerden des BUND beim Kreis hinsichtlich Verletzung von Artenschutzgesetzen, werden von der CDU ignoriert. Der Bürgermeister gibt hier hocherfreut zum Besten, „es wird doch sowieso eine Klage der Anwohner geben, da können wir doch die Gerichte entscheiden lassen“! Das nennt man Bürgernähe – statt rechtlich einwandfrei zu arbeiten, nimmt man einen Rechtsstreit billigend in Kauf. Die Zeche zahlen wir alle.

Im Tagesordnungspunkt „Masterplan für Neuss“ wird die neue Bürgernähe des Bürgermeisters noch eindeutiger, da spricht er von „Nachbarschaftsplanungen“, die ja als Vehikel zur Durchsetzung von Eigeninteressen“ grundsätzlich nicht wünschenswert seien. Aber städtebauliche Planungen für ein Viertel zu beschließen, die nicht den Bürgern die dort leben dienen, sondern dem Neusser Bauverein, der an vielen anderen Stellen Verluste gemacht hat, sind wahrscheinlich keine Eigeninteressen! Eine verkehrliche Entlastung der Preussenstrasse soll das Problem des fehlenden Gesamtverkehrskonzeptes lösen. Hier hat die Verwaltung bis jetzt lediglich einen Prüfauftrag erhalten. Konkrete Fragen hierzu werden nicht beantwortet, obwohl ein Kindergarten und eine Grundschule massiv betroffen sind. Müssten nicht erst die Prüfaufträge abgearbeitet werden, bevor man durch eine Grundsatzentscheidung Fakten schafft? Die Neusser Verwaltung hat da ihre eigene Vorgehensweise.

Im Sportausschuss hat letzte Woche die Verwaltung überraschend über die CDU hinweg beschlossen, für die Finanzierung des Konrad-Adenauer-Sportparks erst im Haushalt 2011/2012 Mittel in Höhe von 2 bis max. 3 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Selbst Frau Schäfer war hier empört. Nachdem der Stadtkurier am Wochenende von einem neuen Sponsor des VfR berichtet hat, werden die Zusammenhänge klarer. Der VfR wird nicht umgesiedelt und demzufolge gibt es auch kein Fußballzentrum am Konrad-Adenauer-Ring. Die DJK Novesia Jugendabteilung muss natürlich trotzdem verlegt werden, denn die TG braucht ja ein Zentrum!

Das Werkstattverfahren wird wie erwartet mit einem nur von der CDU ausgewählten und schon fast verpflichteten Moderator durchgeführt. Die Not war groß, als es darum ging, wenigstens einen Termin für die avisierte Vorstellung im Hauptausschuss zu vereinbaren. Alle Oppositionsparteien unterstellten hier lautstark der Mehrheitsfraktion „Klüngelei“ und ein noch immer nicht gewünschtes offenes und transparentes Verfahren. Völlig unverständlich stimmten jedoch die Grünen in diesem Punkt dennoch für den CDU-Antrag, die SPD enthielt sich ihrer Stimme, einzig die FDP hielt an ihrem Antrag fest einen unabhängigen Moderator einzusetzen, der in interfraktioneller Abstimmung festgelegt wird.

Das Werkstattverfahren ist nun inhaltlich definiert, Planungskosten in ungenannter Höhe fallen an, aber zu erwarten ist letztendlich nur ein Placebo-Verfahren. Das ist nicht unser Wunsch gewesen und erfüllt auch nicht die Erwartungen der Initiative.

In der Werkstatt verfahren

Endlich gibt es Neuigkeiten: Ein Werkstattverfahren mit vier Terminen, 25 Beteiligten und externer Moderation – das will die CDU am 7.11. im Rat beantragen. Das ist doch schon mal was, auf den ersten Blick.

Und trotzdem sind die Muster die gleichen wie im Januar: Die CDU weiß, was der Bürger braucht. Man spricht mit niemandem vorher, wählt kraft eigener Eingebung ein Institut zur Moderation aus und verzichtet auf einen seriösen Wettbewerb im Werkstattverfahren, weil am Ende ohnehin die Mehrheitsfraktion beschließt, was gefällt. Auf Anfrage spricht man dabei in jedes Mikrofon, wie erfolgreich man Bürgerbeteiligung umsetze.

Dabei zeigt das jüngste Werkstattverfahren in Düsseldorf-Gerresheim, wie es richtig geht: Fünf Teams, jeweils teils mit Beteiligten, teils mit Außenstehenden gleicher Kompetenzen besetzt, die die gleiche Aufgabe konkurrierend bearbeiten. Eine Jury mit Expertenbeteiligung, die die Ergebnisse bewertet und ihre Bewertung öffentlich vertritt. Anschließend ein Ratsbeschluss auf kompetenter Grundlage.

Aber für eine solch seriöse Werkstatt fehlt hier nicht nur das Verfahren – noch nicht einmal die Datengrundlage steht. Während Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung aufzutreiben sein dürften, gibt es vermutlich immer noch keine Zahlen zur Verkehrsbelastung der Jahnstraße und Rheydter Straße, die für das TG-Zentrum auf den Tennenplätzen, das Herr Mayen mit der CDU durchdrücken möchte (in der NGZ: „sonst brennt die Hütte!“) so wichtig sind wie die gut untersuchte Preußenstraße – die im übrigen heute schon überlastet ist. Und die einzige Information, die man uns auf unsere immer wieder gestellte Anfrage zu ökologischen Gutachten bezüglich der Kaltluftschneise durch das Jahnstadion gibt, ist „stimmt nicht“.

Diese Selbstgefälligkeit ist die Ursache, dass in Neuss so viele teure Planungen in den letzten Jahren gescheitert sind. Weil das Gesamtkonzept fehlt, finden sich immer wieder neue Ecken, wo man beliebige Dinge planen kann, bis sie an der eigenen Kurzsichtigkeit scheitern. Herr Napp hielt am vergangenen Samstag „Neuss Waterfront“ für den Masterplan, Planungsdezernent Pfitzer hält langfristige Planung gleich für „Planwirtschaft“ und manche in der CDU glauben, eine Änderung am Flächennutzungsplan zeige die Weitsicht der Konzeption. Durch solch visionsfreie Planungsbürokratie wird die (an sich sinnvolle) Verdichtung im Baubestand zur Versilberung des letzten Grünstreifens, während in Städten wie Köln vernetzte Parks wiederhergestellt und in vielen Gemeinden Gestaltungsbeiräte eingesetzt werden.

Frei nach Indianerhäuptling Seattle: Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Park bebaut und die letzte Fledermaus vertrieben ist, werdet ihr feststellen, dass man Lebensqualität nicht kaufen kann. Und nicht mit unsinnig gesponsorten Turntempeln bei schrumpfender Bevölkerung erreicht, sondern durch langfristige Planung, wie dies Kellermann in den 1920er Jahren (erfolgreich) und de Cloer in den 1980ern (erfolglos, nur für die Verwaltungsschublade) getan haben. Schauen Sie mal, welche Ecken in Neuss Sie charmant finden – und wann diese entstanden sind. Aber vielleicht hilft die Kommunalwahl, damit wir nicht bis 2040 warten müssen, bis diese Erkenntnis auch in Neuss Wirkung zeigt. Wir werden jedenfalls alles nutzen, was uns als Werkstattverfahren verkauft wird.

Neuaufstellung in eigener Sache

Seit mehreren Wochen haben wir eine Umstellung vorbereitet, die nun nach der Ratssitzung vollzogen wird: Frauke Arndt gibt die Funktion der Sprecherin an das Team aus Jürgen Diekers, Dirk Henckels und Hans Jürgen Mittelstaedt ab, die zum Teil seit dem ersten Tag der Initiative angehören. Unsere neuen Kontaktdaten finden Sie im Impressum.

Die neuen Sprecher möchten Frauke Arndt für ihre großen Anstrengungen danken, die für die bisherigen Erfolge der Initiative essentiell waren: Insbesondere der Schutz des Rasenhauptfeldes und der Entfall der Wohnbebauung ist uns gemeinsam gelungen. Trotzdem gibt es dank des präjudizierenden Ratsbeschlusses, der für ein Werkstattverfahren mehr Denkverbote als Spielräume lässt, noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Das erfordert solide Recherche und viele persönliche Gespräche, die wir nun auf mehr Schultern mit frischer Energie verteilen können. Außerdem ist offenbar bei einigen Gegnern unserer Initiative der Eindruck entstanden, die Initiative bestünde nur aus einer Person und 7000 Unterschriften. Das ist mitnichten so, wie wir nun besser zeigen können. Um trotzdem für die Presse in gleich guter Weise ansprechbar zu sein, gibt es mit Claus Diedrichs einen zusätzlichen Pressekontakt.

Das neue Sprecherteam wird weiter in derselben konstruktiv-deutlichen Weise auf dasselbe Ziel hinarbeiten: Eine faire, offene Diskussion des Sportbedarfs, der räumlichen Anordnung und der Finanzierung zum Schutz und Ausbau der Möglichkeiten im Jahnstadion. Dafür werden wir Sie noch viele Monate brauchen: Danke für Ihre Unterstützung in den letzten Monaten, wir hoffen auf Sie auch in den kommenden!

Demokratie – und wie man sie benutzt

Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Der Rat hat ein TG-Zentrum im Stadion beschlossen. Dies an sich ist nicht grundsätzlich zu kritisieren, wohl aber Verfahren und Hintergründe: Die CDU hat unter Wortführung von Frau Schäfer und Herrn Sahnen mit ihrer absoluten Mehrheit eine inhaltliche Debatte verhindert, obwohl die Rednerliste lang war: Nachdem Herr Napp die Alternativen „ergebnisoffenes Werkstattverfahren“ und „Werkstattverfahren mit Vorgabe TG-Zentrum“ herausgearbeitet hat, hielt er der CDU mit dem Hinweis, dass man eine sofortige Abstimmung hierüber herbeiführen könne, den Steigbügel für das Ausmerzen jeder Diskussion hin. Die CDU hat es zwar erst im zweiten Anlauf geschafft, formal richtig den nötigen Antrag zur Geschäftsordnung zu stellen, war aber in diesem Moment auf die Fährte getragen worden, wie man die Vorgabe des TG-Zentrums in den Beschluss herüberrettet.

Perfide allerdings ist, dass man sich dabei auf den „einstimmigen“ Beschluss im Sportausschuss bezog. Da die drei größeren Oppositionsparteien alle eine ergebnisoffenes Werkstattverfahren gefordert hatten, zeigt das Beharren auf der Einstimmigkeit, dass es nicht um die Inhalte ging, sondern (wieder!) nur um das Durchpauken der eigenen Linie. Wie können die Stadtverordneten, die mit Einstimmigkeit argumentieren, noch ihr Spiegelbild ertragen? Erstaunlich ist auch, dass sich die Oppositionsparteien von dieser Entwicklung überraschter zeigten als wir. Vielleicht haben wir einfach zuviele Tricksereien in zu kurzer Zeit erlebt.

Unser monatelanges Engagement bis hierhin hat sich insgesamt gelohnt. Der Fußweg zum Adenauerring soll kommen, das Rasenfeldes bleibt erhalten, es gibt keine Wohnbebauung entlang der Jahnstraße und ein Werkstattverfahren zur weiteren Planung. Hier bleibt allerdings noch einiges zu tun: Wir machen weiter, bis es eine wirklich offene Ideendiskussion gibt. Nur ist der Weg jetzt für alle Beteiligten ein Stück länger geworden.

Goldmedallie im Trickkopieren für den Sportausschuss

Das Rasenhauptfeld kann als gerettet betrachtet werden, der Unsinn der Wohnbebauung wurde fallengelassen, das Werkstattverfahren soll am 19.9. im Rat beschlossen werden – drei wesentliche Erfolge, über die wir uns sehr freuen. Warum feiert die Initiative nicht einfach, sondern gibt immer noch nicht Ruhe?

Jatzt wird’s leider kompliziert: Ähnlich wie Herr Napp die Definition ins Rennen warf, das Stadion sei nur das Rasenhauptfeld, um es gleich darauf als gerettet zu bezeichnen; ähnlich wie im Februar, als wir das Werkstattverfahren schon einmal beschlossen glaubten; so ähnlich wird nun wieder einmal das Werkstattverfahren beschlossen, ohne zu sein, was wir seit dem Vorschlag eines solchen Verfahren von Herrn Sahnen erwarten.

Im Einzelnen: Der Sportausschuss hat am 10.9. über die kombinierte Sportplanung Wolker-Anlage / Fußballzentrum am Stadtwald / Jahnstadion getagt. Kurz vorher hatte die CDU die Wohnbebauung abgeblasen, ein leicht verschnupfter Herr Napp daraufhin die Beratungvorlage für den Sportausschuss zurückgezogen, die so düpierte CDU dann pfeilschnell eine neue (inhaltlich alte) Vorlage gezaubert und beraten lassen.

Ob dies und der Beschluss mit rechten Dingen zuging, ist aufgrund der eiligen Abwicklung unklar wie im Februar. Klar ist aber, dass dieser Beschluss mit unter anderem folgenden Punkten in den Rat weitergereicht wird: „Die TG … erhält ausreichend Platz für ein leistungsfähiges Trainingszentrum auf dem Gelände des Jahnstadions … Eine Inanspruchnahme von Flächen und Anlagen der Vereine Schwarz-Weiss und Blau-Weiss im Jahnstadion kommt nicht in Betracht. Von einer (Wohn-)Bebauung an der Jahnstraße wird Abstand genommen, ebenso von einer Bebauung des Hauptfeldes“. Preisfrage: Wo wird die TG im Jahnstadion ausreichen Platz finden können? Wenn auch Ihnen nur noch eine Fläche dafür einfällt, dann kennen Sie den reichen Blumenstrauß von Lösungsmöglichkeiten, aus dem ein weisungsungebundenes, extern moderiertes Werkstattverfahren mit allen Beteiligten schöpfen wird.

Ja, aber wenn dies alle Parteien wollen? Wo dies doch einstimmig beschlossen wurde? Gegenfrage: Warum wohl teilen SPD, Bündnis 90 / Grüne und FDP in allen bekannten Aussagen und auch nach mündlicher Nachfrage andere Positionen mit, als sie dieser Beschluss ausdrückt? Die Lösung, soweit wir dies bisher rekonstruieren konnten, ist unter anderem in der Person Frank Jahn (SPD) zu suchen. Er hat ausdrücklich zu Protokoll gegeben, dass die oben zitierten Einschränkungen des Verfahren als Varianten, aber nicht als politische Maßgabe zu verstehen seien. Unter diesen Umständen kann natürlich jede und jeder zustimmen – wir auch. Da sich aber in der Beschlussformulierung diese Interpretation nicht wiederfindet, darf Herr Napp wieder ungestraft behaupten, der Ausschuss habe einstimmig beschlossen, dass das TG-Zentrum reichlich in das Stadion kommt, aber nicht hier und nicht dort, also (nach Werkstattverfahren) auf den Tennenplätzen.

Wie lernfähig ist eigentlich die Neusser Kommunalpolitik? Keiner protestierte gegen das Ratsprotokoll im Februar, obwohl sich drei Parteien ausgetrickst fühlen, und jetzt passiert der gleiche Vorgang noch einmal? Das erfordert den Protest von jedem einzelnen Anwesenden des Sportausschusses, dessen Blick noch nicht durch Paragrafen verstellt ist. Ehrlicherweise müssten dies sogar inhaltlich denkende CDU-Angehörige tun. Wenn für jeden Trick und jede falsche Aussage im Rat und in Ausschüssen dies öffentlich korrigiert würde und der Urheber eine Runde durch das Jahnstadion joggen müsste, hätten wir wohl eine der fittesten Gemeindevertretungen in Deutschland. Und ein demokratisches Ergebnis, das wir akzeptieren würden, auch wenn es uns nicht gefällt.

Keine Wohnhäuser = mehr Platz für einen Sporttempel?

Man fühlt sich politisch in den Februar zurückversetzt – gestern überschlugen sich die Ereignisse: Die CDU-Fraktion beschloss den Plan, im Jahnstadion Wohnhäuser zu bauen, nicht weiter zu verfolgen. Der entsprechende Antrag für die Sportausschuss-Sitzung am Mittwoch wird wohl in den Stadtrat verschoben.

Der positive Teil: Der (von Herrn Napp telefonisch bestätigte) Wegfall der unsinnigen Wohnbebauung erfüllt eine unserer Kernforderungen. Wir werden deshalb zunächst auf den Protestzug verzichten und die Unterschriftenübergabe auf den Termin der Ratssitzung am 19.9. verschieben. Dabei wollen wir ein Werkstattverfahren anmahnen, das weisungsungebunden und mit einem externen Moderator ablaufen muss. Dann, da vertrauen wir auf die Kraft der Masse, wird sich auch eine tragfähige Lösung finden lassen.

Überraschenderweise ist dabei im Moment Herr Napp auf unserer Seite und Herr Sahnen, der die Idee einst gebar, dagegen. Es bleibt nach den Erfahrungen der letzten Monate eine gewisse Skepsis, ob der Rat ein solches Verfahren beschließt, ob dies im Protokoll richtig wiedergegeben wird, ob die verfälschende Wiedergabe jemand bemerkt, ob die Verwaltung den Beschluss ohne Hintertürchen ausführt. Es scheint so, dass ein TG-Bau unabhängig von der fehlenden Finanzierung im Rat beschlossen werden soll. Damit würde auch mindestens ein Tennenplatz wegfallen. Deshalb bleibt es dabei: Liebe Stadtväter, schaut Euch erst an, was Ihr und wir wirklich brauchen. Dann rechnet, ob diese Größenordnung finanzierbar ist. Und dann endlich plant – wir helfen gerne dabei, eine kostengünstige und für alle Seiten verträgliche Lösung zu finden.

Dafür muss das Werkstattverfahren als Ideensammlung diesmal aber durchgeführt und nicht nur unter dem Druck der Öffentlichkeit versprochen werden.

Demo am 10.9. vor Sportausschuss!

In den letzten Tagen ist wieder Bewegung hinter den Kulissen zu verzeichnen. Wir werden am 10.9. ab 14.30 Uhr einen stillen Protestzug ab dem Jahnstadion bis vor den Sportausschuss unternehmen, um dort die ca. 7000 Unterschriften zu übergeben. Auch wenn dies nicht als lautstarke Demonstration geplant ist, freuen wir uns natürlich über rege Teilnahme. Den ausführlichen Aufruf finden Sie hier.

Da wir gerade in den letzten Tagen immer wieder überrascht wurden, wie wenig Ahnung die einzelnen Entscheidungsträger in Rat und Ausschüssen von den Sachargumenten haben, finden Sie hier eine Arbeitsfassung mit unseren Kommentaren.

Diese macht deutlich, wie Grünflächen und Parkplatzbedarf mal in die eine, mal in die andere Richtung argumentativ umgekrempelt werden. Die Kernkritik aber ist:

  1. Man kann die Ideen der Initiative nicht als zu wenig detailliert und fundiert verwerfen, wenn man ihr zugleich die nötigen Informationen vorenthält und selbst keine kreative Planung auf die Beine stellen kann. Ein Werkstattverfahren ist ein Ideenwettbewerb und wegen der Unwilligkeit der Verwaltung zur städtebaulichen Gesamtplanung und zur Diskussion wichtiger denn je.
  2. Die Notwendigkeit ist weiterhin völlig unklar geblieben. Laut Sportstudie 2005 ist der Hallenbedarf in Neuss im Prinzip gedeckt. Seitdem ist mindestens eine Sporthalle an der Joseph-Beuys-Schule hinzugekommen. Die Ludwig-Wolker-Anlage wird wegen Windanfälligkeit von geübten Leichtathleten nicht unbedingt geschätzt. Am Stadtwald ist ein Vereinsgebäude für alle Fußballvereine vorgesehen, das nach den Skizzen der Verwaltung nicht wesentlich größer sein kann als die Räume der DJK Novesia im Stadion. Solange eine realistische Raum-, Zeit- und Finanzplanung der Sportzentren nicht vorliegt und mit entsprechend windigen Versprechungen andere Vereine zum Umzug überredet werden, können bestehende Sportplätze nicht seriös umgenutzt werden! Ohne konkrete Perspektiven Vereine zu einer schriftlichen Zustimmung zum Umzug zu bewegen, ist unseriös und hinterhältig.
  3. Die Finanzplanung entbehrt jeder Grundlage. Für den Umzug des VfR sind zwischen 9 und 10 Mio. Euro vorgesehen, die erst zur Hälfte budgetiert sind – der Rest folgt „in späteren Jahren“. Für zusätzliche Vereine aus dem Jahnstadion muss entsprechende Fläche zusätzlich geschaffen werden, die allein für zwei Fußballfelder etwa weitere 4,5 Mio. Euro verschlingen würde – Gebäude und Nebenanlagen nicht mitgerechnet. Beim TG-Zentrum ist von etwa 6 Mio. Euro die Rede, von denen die TG selbst wohl nur etwa 0,5 Mio. Euro aufbringen kann. Das macht einen Zuschussbedarf für das Verscherbeln des Jahnstadions in Höhe von fast 20 Mio. Euro – dagegen nimmt sich das Verjuxen von 16 Mio. Euro über die Deutsche Bank fast harmlos aus. Aber es kommt noch schlimmer: ein Sportzentrum benötigt etwa 15% seiner Bausumme jährlich für den Unterhalt – auch das kann die TG mit ihrem jährlichen Überschuss von zuletzt 70.000 Euro nicht leisten, so dass die Stadt dafür aufkommen müsste. Herr Napp vertraut aber voll auf den Finanzplan der TG und möchte sich damit nicht befassen, bevor nicht alles beschlossen ist. Würden Sie Ihren Hausbau so planen?

Der Verkauf von Wohnbau-Grundstücken, der wohl mit 2 Mio. Euro kalkuliert wird, ist nur einen Tropfen auf den heißen Stein – wenn nicht nur ein Tröpfchen: Für den Abriss der Bunkeranlagen dürfte man fast die Hälfte wieder abziehen…

Es ist ja nicht so, als ob es nicht anders ginge: Die Sanierung der Tennenplätze im Jahnstadion würde, da sie schon bestehen, zusammen nur 1,5 Mio. Euro kosten. Da bliebe reichlich Geld für die Renovierung des Rasenplatzes, des DJK-Gebäudes, der Laufbahn und des TG-Gebäudes an der Schorlemer Straße. Aber dies zeugte natürlich nur von geistiger, nicht von baulicher Größe.

(Bürger)meisterliche Ente

Wie schön wäre es, wenn’s wahr wäre… Städtischer Informationstermin am 25.8.: Herr Napp verkündet anschließend „Das Stadion bleibt erhalten!“, News 89.4 sendet, die Bürgerinitiative erhält Gratulationen zur erfolgreichen Rettung des Jahnstadions.

Da gibt es einen kleinen Haken: Herr Napp meint jetzt nur noch das hintere Rasenfeld, wenn er vom Stadion spricht. Deshalb werden wir dieses zukünftig „Rasenspielfeld“ nennen und müssen wieder ein paar Dinge klarstellen:

  • Der Bürgermeister hält die bisher geführten Einzelgespräche für „sehr transparent“ und den Ratsbeschluss, der ein offenes und transparentes Verfahren vorsah, damit für erfüllt. Eine fundierte Bewertung der Pläne der Initiative liegt unseres Wissens nicht vor. Auch ein Dialog mit uns hat insoweit nicht stattgefunden, als dass mehrere Nachfragen auf unsere Bitte um Informationen schlicht ignoriert wurden.
  • Im Ergebnis hält Herr Napp das Gelände für ökologisch wertlos.Tennenplätze seien „genauso versiegelt wie Asphalt“. Die aktuellen Baupläne sehen entsprechend eine Aufgabe beider Tennenplätze vor, um das TG-Zentrum und Wohnbebauung zu errichten.
  • Darüber sollen nach diesen Plänen alle Bäume zwischen den beiden Stadionzufahrten gefällt und je nach Variante mindestens etwa die Hälfte des Grünstreifens zwischen Tennenplätzen und Rasen abgeholzt werden – zusätzlich zum Beseitigen von 78 Bäumen im Marianumgarten. Herr Napp ist überzeugt, das Stadion würde im Charakter dadurch nicht wesentlich verändert.

Spätestens seine Feststellung, die Pläne der Initiative würden „genauso viel Flächenversiegelung vorsehen“ wie die der Stadtverwaltung lässt verschiedene Rückschlüsse zu, von denen keiner ein Kompliment ist. Unser Stadion ist es jedenfalls nicht, wovon Herr Napp hier spricht.

Um es in einem Satz zu sagen: Das Problem ist so groß wie im Februar, CDU und Bürgermeister haben uns verschaukelt.

Am 19.9. ist Ratssitzung. Merken Sie sich diesen Termin bitte vor.

Rede Herta Reinhart zum Stadionfest

Herta Reinhart hat beim Stadionfest eine mit großem Beifall aufgenommene Rede gehalten, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen. Der volle Wortlaut steht unter „Zuschriften“. Hier einige Auszüge:

„Ich habe Sie als Bürger angesprochen und genau aus diesem Grunde stehe auch ich hier. Es ist Zeit, als Bürger in dieser Stadt den Mund aufzumachen, denn wir haben einen großen Vorteil gegenüber den Politikern: Wir sind nicht eingebunden in vermeintliche Verpflichtungen, Parteiraison, wirtschaftliche Abhängigkeiten, Netzwerke…

Wir kämpfen für unseren unmittelbaren Lebensraum, den Erhalt dieses Jahnstadions … weil wir … an die Zukunft dieser Stadt glauben möchten. Es gab und gibt in dieser Stadt bereits zu viele ‚Baustellen‘, wo das wirkliche Bedürfnis der Bürgerinnen und Bürger nach attraktiven und menschlichem, ich möchte sagen ‚mitmenschlichem‘ Lebensraum im wahrsten Sinne des Wortes begraben wurde und wird.

Es geht uns auch nicht um die berechtigten Ansprüche der TG … Es ist unfair, uns gegeneinander auszuspielen. … Wollen wir denn nicht eigentlich das Gleiche? Neuss als einen lebens- und liebenswerten Lebensraum erhalten?! Das Jahnstadion ist ein solcher Lebensraum, warum versteht ihr Politiker das nicht?! … In den meisten Städten in diesem Land hat man inzwischen kapiert, dass es das wenige Alte, was der Krieg und die Sanierungswut der 60er und 70er Jahre uns hinterlassen haben, zu bewahren gilt. Neuss, so habe ich manchmal den Eindruck, betreibt immer noch Ausverkauf. …

Konservativ sein heißt für mich das Gute und Sinnvolle bewahren wollen. Wo sind die wirklichen Konservativen in dieser Stadt? … Habt den Mut, euch wieder daran zu erinnern! Fangt heute damit an. Es geht um unsere Stadt, wir brauchen euch, es ist noch nicht zu spät!“

Herta Reinhart: Rede zum Stadionfest (16.8.2008)

Liebe Kinder, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

man hat mich gefragt, ob ich bereit sei, hier heute etwas zu sagen, und ich habe gefragt, was ich denn sagen soll?

Das war falsch, denn ich kann sowieso nur das sagen, was ich denke und für richtig halte. Ich habe Sie als Bürger angesprochen und genau aus diesem Grunde stehe auch ich hier. Es ist Zeit, als Bürger in dieser Stadt den Mund aufzumachen, denn wir haben einen großen Vorteil gegenüber den Politikern: Wir sind nicht eingebunden in vermeintliche Verpflichtungen, Parteiraison, wirtschaftliche Abhängigkeiten, Netzwerke… Wir dürfen einfach sagen, was wir wirklich meinen, nur verpflichtet dem Wohl eben dieser Bürger in dieser Stadt. Dieses Recht garantiert uns in unserem demokratischen Rechtsstaat unsere Verfassung, und deshalb möchte ich mich auch nicht mundtot machen lassen und auch nicht all diejenigen, die hier bereit sind, unter Hintanstellung ihrer Freizeit, dieses Recht in Anspruch zu nehmen.

Wir kämpfen für unseren unmittelbaren Lebensraum, den Erhalt dieses Jahnstadions nicht, weil wir ‚ewig-gestrig‘, hoffnungslos altmodisch oder gar nostalgisch sind. Wir kämpfen für dieses Stückchen Neuss gerade, weil wir all das nicht sind, sondern an die Zukunft dieser Stadt glauben möchten. Es gab und gibt in dieser Stadt bereits zu viele ‚Baustellen‘, wo das wirkliche Bedürfnis der Bürgerinnen und Bürger nach attraktiven und menschlichem, ich möchte sagen ‚mitmenschlichem‘ Lebensraum im wahrsten Sinne des Wortes begraben wurde und wird.

Es geht uns auch nicht um die berechtigten Ansprüche der TG, einer ungemein wichtigen Einrichtung für die Bürger dieser Stadt mit so vielen engagierten Mitarbeitern. Ich selbst war als Kind Mitglied in diesem Verein, wie auch Jahre später meine Kinder, und ich weiß um die bürgernahe und breite Bedeutung dieser Einrichtung.

Es ist unfair, uns gegeneinander auszuspielen.

Lasst uns doch gemeinsam eine Lösung finden, die uns allen zum Wohle gereicht, lasst euch nicht vereinnahmen oder unter Druck setzen und ich bin sicher, es gibt Alternativen, die bisher einfach noch nicht entdeckt wurden. Diese Stadt ist über 2000 Jahre alt, da kommt es doch ganz bestimmt nicht auf ein paar Monate an! Wollen wir denn nicht eigentlich das Gleiche? Neuss als einen lebens- und liebenswerten Lebensraum erhalten?!

Das Jahnstadion ist ein solcher Lebensraum, warum versteht ihr Politiker das nicht?! Hier haben schon Generationen ihren Sport getrieben, ihre Freizeit verbracht, hier findet auch heute noch im wahrsten Sinne des Wortes ‚Gemeinde‘ statt, zwischen Alten und Jungen, sozialübergreifend durch alle Gruppen der Gesellschaft.

Bei vielen Ansprachen aus Politik und Gesellschaft wird die alte Tradition dieser Stadt mit berechtigtem Stolz hervorgehoben. Dies hier, dieses Stadion ist ein Stück Tradition!

In den meisten Städten in diesem Land hat man inzwischen kapiert, dass es das wenige Alte, was der Krieg und die Sanierungswut der 60er und 70er Jahre uns hinterlassen haben, zu bewahren gilt. Neuss, so habe ich manchmal den Eindruck, betreibt immer noch Ausverkauf.

Wer in seinem Lebensraum engagiert arbeiten, etwas schaffen, aufbauen, sich sozial verantwortlich fühlen soll, muss sich identifizieren können. Er muss zu alten Plätzen und gewohnten Bildern gehen können, er muss in einer Welt mit Wiedererkennungswert leben und, damit sie mich nicht missverstehen, das muss nicht heißen, ich betone, es bleibt alles beim Alten…

Konservativ sein heißt für mich das Gute und Sinnvolle bewahren wollen. Wo sind die wirklichen Konservativen in dieser Stadt?

Ich bin überzeugt, dass viele in dieser Stadt, die heute in der Politik tätig sind, und viele darunter kenne ich lange, schätze sie, ja, möchte sie z. T. sogar gerne als meine Freunde bezeichnen, genau mit diesem Ideal angefangen haben und genau deswegen in die Politik gegangen sind. Habt den Mut, euch wieder daran zu erinnern! Fangt heute damit an. Es geht um unsere Stadt, wir brauchen euch, es ist noch nicht zu spät!

Herta Reinhart

Stadionfest war ein voller Erfolg

Sportvereine und Gäste waren sich einig: Das Stadionfest war ein voller Erfolg. Bereits der ökumenische Gottesdienst am Vormittag war gut besucht und auch der anschließende, sportliche Teil (zu dessen Erfolg Musik und kulinarisches Angebot sicher beigetragen haben) hatte bis nach dem offiziellen Ende kaum einen freien Sitzplatz zu bieten. Wir danken allen Gästen für die rege Teilnahme, Spenden und Unterschriften sowie allen Helferinnen und Helfern für ihr Engagement!

Vier Preise der Tombola sind noch nicht abgeholt worden: Die Losnummern 65, 623, 820 und 943 haben je einen Ball mit Ballpumpe gewonnen. Diese können bei Familie Arndt, Fichtestraße 26, abgeholt werden.

Leider bleibt die Freude nicht ungetrübt: In den letzten Tagen zeigte sich bereits, dass Herr Napp die Sportanlage mit Wohnhäusern, TG-Zentrum und 60 Parkplätzen zupflastern will – offensichtlich hat er keines der Argumente ernst genommen, die Sportvereine und unsere Initiative im letzten halben Jahr präsentiert haben. Die Restfläche soll durch eine Allgemeinverfügung (begründet mit der unsinnigen Marianum-Bebauung) in ihrer Nutzung eingeschränkt werden und würde dann vermutlich in wenigen Jahren ebenso versilbert. Ob die CDU sich die Blöße gibt, diese plumpe Geldschneiderei zu befürworten? Nur ein halbes Jahr nach der Einsicht, dass die Interessen der Bevölkerung bei einem solchen Plan übergangen werden?

Termine und Diskussionen

Die Politik erwacht: FDP und Grüne können sich offenbar für unsere Grundideen erwärmen. Auch das übrige Feedback zu unserer Planung im Baubestand ist positiv und konstruktiv. Mit CDU und SPD möchten wir noch sprechen. Anfang Juni wird es dann eine 3. Bürgerversammlung geben, auf der Sie sich aus erster Hand über den Diskussionsstand informieren können und alle Pläne – die der Verwaltung, unsere und eventuell noch entstehende – diskutieren können. Wir wollen bis dahin noch weitere Meinungen sammeln und Gespräche führen.

Man merkt, dass die Initiative hier in eine Tabuzone eindringt: Nachdenken über den Tellerrand der Tennenplätze hinaus macht Arbeit, riskiert Gegenwind, und ist … einfach überflüssig? Oder doch notwendige Grundlage für ein Gesamtkonzept? Dabei sind nicht wir kompliziert (nehmen Sie einfach einmal an unseren Treffen teil!), sondern nur das Thema. Deshalb werden die nächsten Beiträge einige Einzelthemen aufgreifen.

Was tut die Politik?

Der Themenkomplex Jahnstadion und Sportentwicklung wird immer interessanter, je länger wir stochern:

  • Die Tennenplätze, die angeblich nutzlos sind, haben einen Auslastungsgrad zwischen 70% und 80% und sollten damit eigentlich nicht zur Disposition stehen.
  • Nachdem das Marianumgelände lukrativ verkauft ist, ist die geforderte räumlich nahe „Refinanzierung“ von Umbaumaßnahmen im Stadion erfolgt: Durch die Gewinnabführung des Bauvereins kann die Stadt den Gewinn für die TG-Baumassnahmen einsetzen – wenn dies wirklich nötig ist und die Stadt will.
  • Auch viele Fussballer halten die Konzentration in einem Fussballzentrum für unsinnig: Die Belegungsdichte wäre zu eng, Ausbaureserven fehlen, und Synergien mit der Internationalen Schule sind nicht zu erwarten. Kicken findet vor der Haustür statt!
  • Die DJK muss nicht aus dem Stadion verdrängt werden: Die TG-Verwaltung im gewünschten Zentrum hat die gleiche Größe wie um die Ecke in der Schorlemer Straße, ein Kindergarten befindet sich um die Ecke auf dem Gelände des Lukaskrankenhauses, Gastronomie sollte mit den ansässigen Vereinen zusammen betrieben werden, um sich zu lohnen – und schon sieht das Raumkonzept völlig anders aus, ohne den sportlichen Nutzen zu beschränken.
  • Verkehr und Parkplätze sind heute schon ein Problem und werden noch verstärkt, aber bisher nicht berücksichtigt.

Wir danken der Stadtverwaltung, dass sie konstruktiv mitarbeitet und bereit ist, neue Ideen zu entwickeln. Wir werden kommende Woche ein Konzept vorstellen, das viele der genannten Punkte aufgreift. Es wäre aber schön, die örtliche Politik würde ihre Hausaufgaben machen und sich an der Erarbeitung eines wirklich umfassenden Konzeptes für den Sport in ganz Neuss beteiligen, ohne Schnellschüsse für Einzelinteressen zu produzieren. Dann, erst dann, ist die Arbeit dieser Initiative beendet.

Der Ideenwettbewerb beginnt

Bürgermeister Napp stellt die Pläne der CDU Fraktion vom Kopf auf die Füße: Beim gestrigen Gespräch mit uns zeigte er einen neuen Verwaltungsvorschlag, der eine TG-Halle im hinteren Stadionteil und eine Wohnbebauung entlang der Jahnstrasse vorsieht. Dies ist ein Fortschritt hinsichtlich der Freiflächen und der Interessen des Schul- und Freizeitsports, auch hinsichtlich der Umweltaspekte – vielen unserer Bedenken hat er Rechnung getragen.

Apropos Rechnung: Nach wie vor soll die Halle der TG vom Steuerzahler bezahlt werden, und damit dieser nicht zu sehr blutet, wird städtisches Grün versilbert. Manch kleiner Verein würde von soviel Stadtsponsoring träumen – zumal die TG-Wunschliste Positionen enthält, die überflüssig sind: Ein Kindergarten, obwohl die bestehenden Kindergärten 104% des Bedarfs im Stadionviertel decken und mit weniger Geld modernisiert werden könnten, oder weitreichende Außenanlagen, die bestehende Vereine verdrängen. Dass von dieser Investition ausschließlich ein Verein profitiert, lässt uns über den „Rheinischen Klüngel“ grübeln.

Die Inititative arbeitet derzeit ein Konzept unter dem Motto „Moderne Sportstätte mit Tradition“ aus, dessen Grundzüge wir dem Bürgermeister gestern geschildert haben. Es wird sensibler mit der Geschichte des Jahnstadions umgehen, besser die Verkehrsaspekte berücksichtigen und vor allem dem Baubestand im Gelände (und damit vielen Vereinen) durch Sanierung gut tun – obwohl die TG genauso wie die DJK weiterhin ihren Platz findet. Die Stadt hat eine weitere Ausarbeitung und Prüfung unserer Ideen zugesagt. Mehr dazu in etwa einer Woche hier.

Worum geht es?

Anfang 2008 versuchte die CDU in einer Nacht- und Nebel-Aktion, der TG Neuss die beiden Tennenplätze im Jahnstadion faktisch zu schenken, ein Sportzentrum mit mehreren tausend Quadratmetern zu subventionieren und zum Ausgleich die restliche Freifläche zu versilbern. Verpackt wurde dies in ein „Sportkonzept“, das jedoch nur wenig mehr als diesen Ausverkauf beinhaltete – konkrete andere Planungen gibt es nicht. Die Sportstätten-Neuordnung mag sinnvoll sein, diese Planung zielt schlicht auf einmaligen Geldgewinn, verschlechtert das Innenstadtklima und stellt einiges unvollständig dar.

Diese Webseiten zeigen Ihnen, wie Einzelinteressen das Handeln der CDU in Neuss bestimmen – zum Schaden der Anwohner und Freizeitsportler, zum Schaden der Luft in der Innenstadt und zum Vorteil Einzelner, die rechtzeitig vor der Kommunalwahl 2009 noch Projekte durchdrücken möchten.

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, doch halten CDU und TG (zum Teil in Personalunion) offenbar an ihrer Planung fest; nur gibt man sich in der Öffentlichkeit moderater als zuvor, denn schlechte Politik ist ja bekanntlich nur ein Kommunikationsproblem. „Wählerstimmen sind Powerstimmen“, heißt es aus der CDU – aber auch, dass man auf die paar Stimmen aus dem Stadionviertel verzichten kann. Lassen Sie die alleinregierende Partei in Neuss wissen, dass auch Sie von der sauberen Luft in der Innenstadt leben und Neuss als Großstadt mit Grünflächen schätzen. Nur dann können wir gemeinsam eine Planung bewirken, die alle Interessen berücksichtigt!

Alternativensuche wird konkret

Die Planung für die nächsten Wochen steht: Wir werden zweimal in der Neusser Innenstadt informieren und am Vorgespräch mit dem Bürgermeister am 17.4.2008 teilnehmen. Alle Termine finden Sie, sobald sie festliegen, jeweils in der linken Spalte der Startseite.

Da wir weiterhin befürchten, der alte CDU-Plan soll mit demokratischem Anstrich versehen und durchgepaukt werden, müssen wir mit einem sehr beschränkten „Werkstattverfahren“ rechnen, das diesen Namen kaum verdient. Wir werden deshalb selbst allen Betroffenen die Möglichkeit bieten, ihre Situation und ihre Wünsche in die Planung einzubringen: Hierzu laden wir zunächst Vereinsvertreter/innen bestimmter Sportarten und der Schulen zu Treffen in kleinen Gruppen ein. Die Ergebnisse werden wir zu einem Alternativkonzept zusammentragen und anschließend öffentlich diskutieren. Das Resultat dieser Diskussion wollen wir in das Werkstattverfahren einbringen – so verstehen wir Demokratie und Bürgerbeteiligung. Wenn CDU und Verwaltung dies nicht fürchten, wird der Zeitplan für ein Werkstattverfahren dieses Vorgehen unterstützen. Wann bekommt die Verwaltung schon einmal ehrenamtlich soviel Arbeit abgenommen?

Für die Aufbereitung der Ergebnisse arbeitet die Initiative derzeit in folgenden Themengruppen:

  • Vereinssport
  • Schulsport, Familie / Freizeit und Gesundheit
  • Stadtentwicklung / Verkehr, Wohnungsmarkt und Demographie
  • Öffentliche Finanzen / Städtischer Etat
  • Ökologie und Klima, Emissionen
  • Denkmalschutz

Bei allen Themen ist Ihre Unterstützung willkommen – machen Sie mit!

Vorläufiger Text des Ratsbeschlusses

Wahrscheinlich wird der Ratsbeschluss lauten: „Die Verwaltung wird beauftragt, unter Berücksichtigung der nachstehenden Anträge von CDU und Bündnis 90 / Die Grünen sowie der Vorschläge der FDP und der der Belange der Bürger, der betroffenen Vereine und Schulen eine entsprechende Nutzungskonzeption zu erstellen und zur Beratung in den zuständigen Fachausschüssen wie zum Beispiel Sport-, Umwelt-, Planungs-, Schul- und Hauptausschuss vorzulegen.“

Die windelweiche Formulierung lässt also theoretisch alles offen. Endgültig weiß man dies erst nach Veröffentlichung des Ratsprotokolls, das auch vier Wochen nach der Ratssitzung noch nicht existiert. Das ist schon merkwürdig, wenn Anfang April die Vorgespräche stattfinden sollen.

Doch kein Werkstattverfahren?!

Nach dem jüngsten Artikel in der NGZ rumort es wieder in der Bevölkerung: Bürgermeister Napp schließt nicht aus, dass es doch kein Werkstattverfahren gibt, und will mögliche Interpretationen des Ratsbeschlusses prüfen. Wir müssen also nochmals einiges klarstellen:

  • Der beschlossene Ratsantrag spricht von einem Werkstattverfahren, ohne dies genau zu definieren. Daher gilt der übliche Rahmen für solche Verfahren, der u.a. von der Architektenkammer beschrieben wird. Google gibt hier auch Lokalpolitikern schnell einen Überblick.
  • Hierfür ist eine ausreichende Datengrundlage erforderlich, die allen Beteiligten im Vorhinein bekannt sein muss. Dies ist durch die Erweiterung des CDU-Antrags im Laufe der Ratsdebatte Teil des Beschlusses.
  • Sollte die Verwaltung hiervon abweichen, ist nicht nur die Initiative, sondern der Rat getäuscht worden. Dies kann nicht ohne Folgen bleiben.
  • Die augenblickliche Ruhe der Intitiative untermauert unsere Bereitschaft zu einer konstruktiven Zusammenarbeit. Wir erwarten diese auch von Politik und Verwaltung – es sei denn, diese Seiten möchten vor der Kommunalwahl verdeutlichen, dass die einzige Möglichkeit zur Gestaltung der Stadt eine CDU-Klausurtagung ist. Wir arbeiten im Interesse unserer über 4000 Unterstützerinnen und Unterstützer lieber an Lösungen, können uns aber selbstverständlich wieder auf Aktionen stürzen.

Wetterbedingt und in diesem Sinne: Vorsichtige Ostern!

Erste Ideen für Alternativen.

Die Phase von Ende Januar bis zur Nacharbeit der Ratssitzung war für alle Aktiven sehr anstrengend. So ist es zu erklären, dass im Augenblick weniger Neuigkeiten über die Webseite verkündet werden. Wir stecken unsere Energie derzeit in Recherchen und Auswertungen, um ein Alternativkonzept aufzubauen. Ein erster Ansatz ist, dass die verplanten Gelder für die Neustrukturierung längst nicht so effektiv eingesetzt werden, wie sie sollten – mit dem gleichen Geld ließe sich mehr für den Sport und das Stadion erreichen. Und da es auch Ihr Steuergeld ist, werden wir dies ausführlich darlegen, wenn wir die Details beisammen haben.

Bürgermeister Napp hat zudem ein Schreiben der Initiative erhalten, das notwendige Daten für das Werkstattverfahren enthält. Wir werden auf einem Verfahren mit offenem Ausgang und solider Datengrundlage bestehen – oder nicht teilnehmen, wenn damit nur Demokratie gespielt werden soll, um alte Pläne durchzusetzen. Einen Termin für ein erstes Treffen mit Herrn Napp gibt es bereits.

Um diese Sacharbeit weiterzuführen, arbeitet die Initiative vorläufig in folgenden Gruppen:

  • Stadtentwicklung & Planungsrecht
  • Sport & Gesundheit
  • Ökologie & Verkehr
  • Vereine
  • Verbände & Politik
  • Öffentliche Finanzen
  • Organisation & Öffentlichkeitsarbeit

Wenn Sie Interesse an einem dieser Themengebiete haben, sind Sie uns herzlich willkommen!

Und ansonsten? Die Bürgerversammlung der Initiative am 7.3. war sachbezogen und informativ, so das Feedback der etwa 100 Besucherinnen und Besucher. Der Bericht von center.tv steht ab 16.3. online. Die nächsten Neuigkeiten gibt es an dieser Stelle nach den Feiertagen, deshalb: Frohe Ostern und genießen Sie die städtischen Grundanlagen!

Bürgerversammlung und Radioberichte

Frisch online sind drei Radioberichte von News 89.4, die in drei kurzen Zitaten verschiedene Meinungen zum Jahnstadion zeigen. Insbesondere freuen wir uns, dass Herr Napp vorbehaltlos diskutieren möchte.

Heute um 19.30 Uhr findet im Evangelischen Gemeindezentrum Einsteinstraße ab 19.30 Uhr eine Bürgerversammlung statt, wo wir über den Stand der Dinge berichten. Es gibt derzeit viel Sachthemen und viele interessante Aspekte zu berücksichtigen, die in der derzeitigen CDU-Planung noch fehlen und die offenbar wir aufarbeiten müssen, weil sie in der Mehrheitsfraktion unter den Tisch fallen. Sie können heute Abend mit den Aktiven diskutieren, sich als Unterstützer/in in die Unterschriftenlisten eintragen, Fahnen erwerben oder selbst aktiv werden – der inhaltlich spannende Teil hat gerade erst begonnen!

Jetzt Planungsgrundlagen ermitteln

Der schwere Orkan Emma hat die Fahnen ums Stadion nicht über Nacht hinweggefegt. Auch nicht der Beschluss der CDU Ratsmehrheit vom Freitagabend. Im Gegenteil, es sind neue hinzu gekommen.

Es ist gut, dass sich der Rat der Stadt Neuss in seiner Sitzung am 29. Februar 2008 gegen eine sofortige Umsetzung des CDU-Konzeptes und zunächst für Prüfung dieses Konzeptes durch die Verwaltung ausgesprochen hat. Erst nach langer und kontroverser Diskussion gab es am vergangenen Freitag im Rat für einen nochmals erweiterten Prüfantrag an die Verwaltung eine Mehrheit. Auch wenn die Bebauung des Stadions damit noch nicht vom Tisch ist, ist dies ein erster Erfolg für die Verwirklichung eines neuen Sportkonzeptes, das alle Interessen sachgerecht berücksichtigt. Die Unterstützung der DJK Novesia und aller Altersgruppen der Neusser Bevölkerung sowie die umfangreiche Diskussion in der Öffentlichkeit haben gezeigt, dass in dieser Sache nicht einfach kurzer Prozess gemacht werden kann. Wir sagen Danke!

Beim derzeitigen Prüfauftrag bleiben viele Fragen bezüglich städtebaulicher Qualitäten, ökologischer und verkehrlicher Auswirkungen, Neuordnung der Sportstätten sowie der Finanzierung verschiedener Alternativen offen. Wir legen Wert auf eine Integration der Sportstätte in das Wohnumfeld – als Treffpunkt für alle Bevölkerungsgruppen. Dies erfordert eine genaue Bedarfsanalyse aller Teilbereiche. Wir erwarten, dass der Bürgermeister und die Verwaltung belastbare Daten vorlegen, bevor weitere Planungsschritte erfolgen.

Dr. Ingolf Coburg: Filet geschnetzelt (27.02.2008)

Mit Bedauern sehe ich die Planungen für das Marianum und das Jahnstadion. Als Kind war ich auf der Görreschule und im HTC Schwarz-Weiß Neuss und deshalb viel im Jahnstadion. Später sind wir vom Quirinus-Gymnasium aus ins Stadion zum Sport gegangen. Die Bundesjugendspiele wurden dort ausgetragen. Auch heute noch ist das Jahnstadion für mich Treffpunkt bei Fußballturnieren verschiedener Schützenvereine. Einen Häuserblock mitten auf dem Fußballrasen kann ich mir in dieser grünen Idylle nicht vorstellen.

Neben diesen persönlichen und emotionellen Gedanken, sehe ich jedoch auch einige Fakten:

Das Lärmproblem, was in allen offiziellen Darstellungen angesprochen wird, ist schlicht nicht vorhanden! Im Gegenteil: Wenn von einer Sportveranstaltung eine Geräuschkulisse ausgeht, ist diese für alle Anwohner kalkulierbar. Eine Bebauung schafft erst eine andauernde und ständige Lärmbelästigung durch die Menschen selbst, durch Verkehr bei deren An- und Abfahrt, Paketdienste, Müllabfuhr und durch alles, wodurch Leben sonst noch Bewegung verursacht.

Das Marianumgelände wird sehr schmackhaft als das Filetstück unter den Baugrundstücken in Neuss bezeichnet. Nach der geplanten Bebauung bleibt davon leider nur noch Geschnetzeltes übrig. Würde sich das jemand im Premium-Restaurant bestellen: Filet geschnetzelt?

Der Bebauungsplan ist ganz offensichtlich am runden Tisch gemacht worden. Wie sonst käme man auf die Idee, Grundstücke mit einem nach Norden ausgerichteten Garten als Premiumwohnen zu bezeichnen. Eine stilvolle Gestaltung sieht anders aus!

Eine Umwandlung in eine parkartige Anlage wäre eine schöne Nutzung. Die Bewohner des Marianum-Altenstifts könnten hier spazieren, die Patienten des Krankenhauses auch, statt entlang der Preußenstraße auf dem Mäuerchen zu sitzen. Eine Verbindung zum Stadion ermöglicht den Kindern der Grundschule, des Kindergartens und der Sportvereine mehr Bewegungsfreiraum. Ein Gedanke, der Jung und Alt, Kinder und Sportler, Gesunde und kranke Menschen miteinander verbindet und der viel beklagten Anonymisierung der heutigen Gesellschaft entgegen tritt. Ein Gedanke, mit dem sich leider nicht so viel Geld verdienen lässt…

Dr. Ingolf Coburg

Prüfung statt Beschluss, Werkstatt statt Ignoranz

Gestern überschlugen sich die Ereignisse. Am Vormittag kündigte das WDR-Fernsehen unserer Intitative für die Mittagszeit ein Interview im Stadion an. Kurz vor dem Interviewtermin meldete sich Herr Sahnen, Fraktionsvorsitzender der CDU, und verkündete die Änderung der Beschlussvorlage, nachdem der WDR auch ihm seinen Besuch angekündigt hatte: Der neue Antrag unterscheidet sich vom CDU-Antrag-20080229 in zwei wesentlichen Punkten: Es ist ein Prüfauftrag an die Verwaltung, keine Verpflichtung zur Umsetzung mehr, und das geplante Werkstattverfahren bezieht die Tennenplätze und die Frage des TG-Zentrums ein!

Wir freuen uns sehr, dass die CDU in diesem Fall zu einer demokratischen Arbeitsweise zurückgefunden hat. Dennoch hält sie weiterhin TG-Zentrum und Vermarktung des Jahnstadions für richtig, so dass wir weiterhin für eine sinnvolle Sport- und Freizeit-Nutzung eintreten werden (auch, aber nicht nur im Rahmen des Werkstattverfahrens). Es bleibt ein dringliches Problem, dass weder eine Bedarfsplanung für das „Sportkonzept“ der CDU existiert noch die Wirkung für das Innenstadtklima gewürdigt wird. Wir werden weiter daran arbeiten, für eine solide Planungsgrundlage zu sorgen und eine vernünftige Breitensportnutzung umzusetzen.

Wo stehen die anderen Parteien? Die SPD verkündet heute per Pressemitteilung, keinerlei Bebauung der Freiflächen mehr zu wollen und den ökologischen Wert anzuerkennen. Die Grünen sehen das erwartungsgemäß schon länger so. Linke und Zentrum sind ebenfalls gegen die CDU-Linie, die FDP schweigt weiter, war aber zuletzt (13.2.) für die Bebauung. Und Bürgermeister Napp glaubt immernoch, wir wollten keinen Sport im Stadion. Wir empfehlen ihm eine Beteiligung an der Demo am Freitag, 15.00 Uhr ab Jahnstadion (durch Deutsche Straße und Drususallee zum Rathaus).

Almuth u. Jürgen Diekers: Demokratie neu lernen! (26.02.2008)

Die Entscheidung der CDU-Fraktion, nun schon in der nächsten Stadtratssitzung am 29.02.2008 über ihr sportpolitisches Konzept (einschl. Jahnstadion) beschließen zu lassen, ist gerade auch für viele CDU-Wähler ein weiterer übler Faustschlag ins Neusser Wohlgefühl.

Noch in der Versammlung der Initiative „Rettet das Jahnstadion“ am 11.02. hatte der CDU-Stadtverordnete Becker lautstark beteuert, es gebe „nur Visionen“, „nichts Konkretes“, man stehe „noch am Anfang“, die Bürger sollten einbezogen werden.

Alles Worte offenbar wider besseren Wissens, denn später kommt ‚raus, dass die Bebauung des Jahnstadions schon lange vorher der Presse als ein konkretes Ergebnis der CDU-Klausurtagung vom Januar(!) präsentiert worden war.

Schon in dieser Versammlung und dann besonders in der ungewöhnlichen Vielfalt der NGZ-Artikel und -Leserbriefe, der Beiträge im Internet sowie zuletzt der beachtlichen Aktion am 23.02. in der Innenstadt hätte die CDU-Fraktion erkennen müssen: Die Neusser Bürger wollen ihr Jahnstadion insbesondere wegen seiner zentralen Lage und seiner vereinsunabhängigen Nutzungsmöglichkeiten gerade in dieser Form und als ein gutes, lebendiges Stück Neusser Heimat behalten.

Doch mit so einer großen (und wohl noch größer werdenden) Resonanz unmittelbar aus der Bürgerschaft kann die in Neuss erfolgsverwöhnte und in vielen Vereinsvorständen vertretene CDU vermutlich nicht umgehen, denn sie geht nur zum Schein auf die Bürger zu („CDU zieht Reißleine“), schweigt sich aber inhaltlich aus und flüchtet sich nun in die sicheren Mehrheitsverhältnisse des Stadtrates, um hier rigoros Fakten zu schaffen.

Eine Partei „mitten im Leben“ und „nah bei den Menschen“ (CDU-Werbeslogan) haben nicht nur wir uns anders vorgestellt! Ist hier denn keiner mehr lernfähig ?

Wenn der Verein der sich so nennenden „Heimatfreunde Neuss“ (dürfen die nichts sagen?) mit seiner bronzenen Gedenktafel kommt, wäre es zu spät …

Almuth u. Jürgen Diekers

B. Güntgen: Sport ist Dienst am Menschen (26.02.2008)

In der DJK wird der Sport als „Dienst am Menschen“ verstanden.

Orientierungslosigkeit,wachsende Ängste und Suche nach bleibenden Werten führen oft zu Unsicherheit und Verzweiflung im Lebensalltag. Die Wurzeln,aus denen heraus Menschen im Verein leben,handeln und schöpfen,erwachsen aus der christlichen Botschaft der Nächstenliebe.Diese Botschaft dient als Grundmaßstab unseres Handelns.Dadurch wird es möglich,das wir uns immer wieder um den Brückenschlag zwischen den Generationen,den Geschlechtern,den verschiedenen Völkern und Kulturen bemühen.

Eine Umsiedlung zum Stadtwald bedeutet für mich den Untergang der DJK Novesia. Über zwanzig Jugendmannschaften mit ca. 400 Kindern plus 200 Senioren. Samstags und Sonntags von morgens bis abends Fussballspiele. Der Konra-Adenauer-Ring wird zur Rennstrecke. Herzlichen Glückwunsch an die Kleverstraße.

B. Güntgen

CDU kämpft mit harten Bandagen

Uns wurde von mehreren Seiten folgendes sinngemäße Zitat aus CDU-Kreisen zugetragen, dass sich an den Hockeyverein im Jahnstadion richtet: „Ich wünsche Ihnen wenige Fans, damit sich Anwohner besonders aus der Fichtestraße nicht belästigt fühlen. Sie als Hockeyverein müssen sich aber keinerlei Gedanken machen, denn bei all den Gerüchten über das Jahnstadion werden Sie auch in Zukunft dort spielen können.“

Diese Polemik ist zeigt, in welche Argumentationsnot die CDU kommt. Der Bürgerinitiative geht es um die Bewahrung der Außenanlagen im Stadion, sie hat Hockey und Tennis nie in Frage gestellt. Die Lärmfrage stellte sich nur anfangs bezüglich neuer Wohngebäude im Stadiongelände, die dichter an die bestehenden Vereine heranrücken würde. Dass dieser Plan zu offensichtlich dem Geldgewinn dient und so unausgereift ist, dass er kaum vertretbar ist, hat dann ja auch die CDU gemerkt.

Der CDU-Ratsantrag für Freitag besteht aus drei Teilen: Einer Vorbemerkung, den vier Punkten des Antrags und seiner Begründung. Gefährlich ist, dass die CDU die vier Punkte beschließen lässt und damit den Segen für die vielen versteckten Versprechen in Vorbemerkung und Begründung hat: Die „Ansiedlung von weiterführenden Rehabilitationssportangeboten“ im „Bereich des Lukaskrankenhauses“! Die „Verwertung des hinteren Bereichs (vor allem Rasenplatz mit Laufbahn)“! Die „Erlöse aus der Vermarktung der aufgegebenen Sportflächen“! Dieser krude Antrag ist ein trojanisches Pferd!

In eigener Sache: Ist Ihnen aufgefallen, dass die NGZ-Onlineausgabe seit dem Publikwerden unserer Website keine Artikel über die Bürgerinitiative mehr zeigt? Die Verlinkung aus unserem Pressebereich gefällt offenbar nicht, auch wenn die Printausgabe um das Thema nicht herum kommt. Zum Beispiel heute auf der ersten Lokalseite. Die sprunghaft steigenden Zugriffszahlen auf unsere Webseiten zeigen, dass der Informationsbedarf im Internet trotzdem gedeckt wird.

Dr. Karl Ernst Klepper: Bedrohtes Denkmal (25.02.2008)

Das Neusser Jahnstadion war und ist nicht nur eine übliche „Sportanlage“, sondern mit seiner umlaufenden Allee, seinen Wiesen, Büschen und mahnenden Findlingen („Der Neusser Jugend“, „Den gefallenen Helden der Turngemeinde“) auch ein Park und in dieser seit 84 Jahren genutzten Kombination zudem ein typisches Garten- und Sportstätten-Denkmal seiner Zeit. Zitat aus Dr.Gottfried Entner, Neuss am Rhein, 1926, S. 117: „Das Stadion, eine Sportplatzanlage von 33 Morgen Größe, ist durch Ausgestaltung mit gärtnerischen Partien eine parkartige Anlage geworden, die weniger den Charakter eines Stadions hat, sondern in besonderem Maße und in glücklicher Verbindung sowohl den Belangen der Gesamtbevölkerung als Erholungsstätte dient, als auch gleichzeitig mit ihren großen Grünflächen alle Wünsche der Turn- und Sportgemeinde befriedigt“.

Es wäre eine kulturelle Schande für Neuss, wenn auch nur Teile dieser Anlage zerstört würde. Andere Städte leisten sich neues Grün, wo früher Bebauung war und zeigen dabei noch historisches Bewusstsein: Das hochverschuldete Berlin schafft einen archäologischen Park auf dem Gefängnisgelände von Moabit, die waldärmste Stadt Deutschlands verplant im Schnellschussverfahren eine vertraute innerstädtische Grünfläche.

Dr. Karl Ernst Klepper

Gaby Tilmes und Thomas Junker: Schulsport mit Absicht vergessen?! (24.02.2008)

Es ist schon enttäuschend wie wenig Herr London als Sportausschussvorsitzender über die tatsächliche Situation des Jahnstadions Bescheid weiß. Der Bericht vom 19.02.08 enthält grobe Fehlinformationen.

Nicht nur die erwähnte Görresschule benutzt die Anlage, sondern das Stadion an der Jahnstr. wird von weit über 3000 Schülern und Schülerinnen für den regelmäßigen Sportunterricht, die alljährlichen Sportfeste und AG`s genutzt:

Grundschulen: Görresschule, Münsterschule, Kreuzschule, Martin-Luther Schule

Weiterführende Schulen: Marienberg-Gymnasium, Quirinus-Gymnasium, Janusz-Korczak-Gesamtschule

Wo sollen die obengenannten Schulen für den Sport im Jahnstadion Ersatz finden? Die Wolkeranlage ist durch die dort beheimateten acht Schulen schon überbesetzt und hat bei einer zukünftigen einzigen Tartanbahn keine Kapazität frei.

Die Behauptung, der „Rasen sei ein besserer Acker“, trifft weder zu noch wird sie der fachgerechten Pflege durch die Stadionmitarbeiter gerecht. Der Rasen wird sowohl Fußballern als auch Leichtathleten in bestem Zustand bereit gestellt.

In seiner Funktion sollte Herr London sich nicht nur um große sportliche Events sorgen, sondern vielmehr z.B. den Schulsport und den besorgniserregenden Rückgang der Bewegungsfähigkeit unserer Kinder und Jugendlichen im Auge haben.

Stephan von Schreitter: Sinnvoll in Lebensqualität investieren (23.02.08)

Ich schlage vor, dass die Stadionanlage mit angemessenem Aufwand renoviert wird, anstatt sie durch Wohn- oder sonstige Bebauung zu zerstören. Eine beleuchtete Joggingbahn würde sicher von einer Vielzahl von Neussern genutzt.

Zum Thema Lärmbelästigung: Ich bin vor ca. 20 Jahren hierhergezogen, höre natürlich gut, wenn Sportveranstaltungen stattfinden, habe das aber noch nie als störenden Lärm empfunden. Im Gegenteil, schon häufiger hat mich der „Lärm“ dazu animiert, mich aufs FAhrrad zu setzen, um mir den „Lärm“ der Sportveranstaltung aus der Nähe anzusehen.

Keiner braucht eine neue Stadionhalle. Auch wenn die Stadionhalle alt ist, werden wir von vielen anderen (Hockey) Vereinen um sie beneidet. Die Atmosphäre ist einmalig.

Meiner Überzeugung nach sollte mehr darüber nachgedacht werden, wie man durch sinnvolle Investitionen die Lebensqualität der Bürger erhöhen kann. Das Stadion bietet vielfältige Möglichkeiten. Vor allen Dingen sollten städtische Mitarbeiter, wie die Platzwarte darin geschult werden, wie man mit „Gästen“ im Stadion umgeht. Die Anlagen (wie die Rasenplätze) sollten nicht gegen Nutzer verteidigt werden, sondern es sollte dem Personal klar sein, dass es ihr Job ist, Nutzer anzuziehen und nicht, sie zu vertreiben.

Gibt es ein Interesse der Neusser Bürger an der Bebauung des Stadions? Das ist doch die Frage und nicht, ob wir die Bebauung brauchen, um irgendetwas anderes zu finanzieren. Eine Bebauung ist endgültig und unwiderruflich.

Wer auch immer im Rathaus mit entscheidet, sollte sich darüber klar sein, dass er gewählt ist, um Bürgerinteressen zu vertreten und nicht die wirtschaftlichen Interessen einiger Investoren. Grünanlagen – insbesondere stadtnahe wie das Jahnstadion – sollten bewahrt und der Bürger sollte zur Nutzung animiert werden.

Kann man sich vorstellen, dass der Central Park in Manhattan wegen der dort erzielbaren Grundstückspreise bebaut wird, oder der Tiergarten in Berlin, oder die Rheinwiesen in Düsseldorf. Die Zeiten, dass wir uns erlauben konnten, so zu denken sind aus meiner Überzeugung vorbei. Das Jahnstadion ist ein Stück Lebensqualität für viele Neusser und muss erhalten werden.

Stephan von Schreitter

Friedhelm Becker: Verrat an der Neusser Jugend (22.02.2008)

Als ich noch ein kleiner Junge war besuchte ich, vor mehr als 50 Jahren, an der Hand meines Vaters das Jahnstadion. Selber des Lesens noch nicht mächtig, erklärte mir mein Vater, was dort auf den großen steinernen Findlingen in altdeutscher Schrift eingemeißelt steht:“DER NEUSSER JUGEND 1924″

Dies, so erfuhr ich, sei das Versprechen, dass das Gelände der Neusser Jugend dauerhaft gewidmet sei und ihr auf ewig für Sport und Spiel erhalten bliebe. – In diesem Glauben bin herangewachsen und habe das Stadion während meiner Kindheit und Jugend intensiv genutzt, so wie es die heutigen Kinder und Jugendlichen immer noch tun.

Traurig, zu erleben, wie wenig sich die derzeitigen Entscheidungsträger an das in Stein gemeißelte Gelöbnis unserer Väter gebunden fühlen.

Soviel zum emotionalen Teil. Interessieren würde mich, ob die dauerhafte Erhaltung des Stadions in den 1920er Jahren in irgendeiner Form rechtlich verankert wurde, oder ob die Worte „DER NEUSSER JUGEND 1924“ nur eine Absichtserklärung darstellen.

Friedhelm Becker

Eilverfahren gegen den Bürgerwillen!

Auf der Bürgerversammlung am 11. Februar hatte Klaus Becker (CDU) die Pläne der CDU noch als unverbindlich bezeichnet und den Antrag als „Prüfauftrag an die Verwaltung“ dargestellt. Der heute an die Stadtverordneten verteile Antrag für die kommende Ratssitzung sieht stattdessen eine direkte Beschlussfassung für die Stillegung aller großen Fußballplätze und die Errichtung einer Großsporthalle im Jahnstadion vor. Die CDU ist offensichtlich nicht bereit, über andere Lösungen nachzudenken.

Der Antrag ist ausschließlich von Vereinssport getrieben: Der Verweis auf das „unbefriedigende Leistungsniveau“ des Neusser Fußballs zeigt, dass Breitensport und Gesundheitsförderung in der Neusser Sportpolitik unter den Tisch fallen. Er sieht die Errichtung eines TG-Zentrums vor, legt aber weder Bedarf noch Finanzierung dar. Auch das erforderliche Klimagutachten soll erst nach der Beschlussfassung erfolgen.

Die Fußballfelder im Jahnstadion haben viele Fans, stellte die NGZ fest, und werden mit der vorhandenen Flutlichtanlage häufig bis in die Abendstunden genutzt. Auch hält die CDU einen Dialog mit den betroffenen Vereinen für noch erforderlich. Die DJK Novesia hatte zuvor geäußert, im Stadion bleiben zu wollen. Auch der VfR sich gegenüber einem Umzug uninteressiert gezeigt und wäre mit einer Sanierung der Spielmöglichkeiten im Hammfeld zufrieden.

Offensichtlich hat die CDU Angst, dass der Antrag einer ausführliche Beschäftigung mit den Argumenten aus der Bevölkerung nicht Stand hält. Dieses Durchpauken von Einzelinteressen ist ignorant, arrogant und einer bürgerlichen Volkspartei nicht würdig – genau das also, was bei Herrn Sahnens Rückzieher die CDU nicht sein wollte.

CDU macht Rückzieher vom Rückzieher

Wir hatten’s erwartet: Die CDU äußerte gestern in einer Pressemitteilung: „Es sei nach Aussagen des Umweltamtes jedoch möglich, dass sowohl die Bebauung mit einem Sportzentrum für die TG Neuss als auch eine großzügige und aufgelockerte Wohnbebauung zulässig sei.“ Das Konzept ist offenbar, durch ein Werkstattverfahren die Anwohner einzuschläfern und nach der Kommunalwahl 2009 peux-à-peux die alten Pläne als „Konsens“ wieder hervorzuholen.

Wehren Sie sich mit uns am 29.2. bei der Ratssitzung dagegen!

Eine Woche „Rettet das Jahnstadion“

Gefühlte vier Wochen ist die Bürgerinitiative nun alt, real erst eine Woche. Dank Ihrer Unterstützung sind die Erfolge, finden wir, beachtlich. Aber (noch) vergänglich.

Gestern traf sich eine kleine Runde, um Zwischenbilanz zu ziehen und Aktionen und Ausrichtung für die nächsten Wochen zu planen. Erstes sichtbares Zeichen ist die Umstrukturierung dieser Website: Jede/r Interessierte kennt den CDU-Gesamtplan mittlerweile, deshalb finden Sie Planungen, Argumente und Alternativen zukünftig unter den drei großen Themen Sport, Klima und Geld / Bebauung getrennt – drei Themenblöcke, die wir betonen möchten, weil die Politik gerne einen oder zwei vergisst.

Danke für Ihre Unterstützung

Der Erhalt des Jahnstadion ist keine Frage der direkten Anwohner – er entspricht den Überzeugungen auch von Sportlehrern, dem ADFC und dem BUND in Neuss.

Unterstützen Sie uns, damit Freizeit und Sport im Jahnstadion möglich bleiben! Wir brauchen Ihre Meinung, denn Sie sind die Menschen, für die diese Stadt da ist. Wie Sie helfen können, erfahren Sie hier.

Haben wir etwas falsch dargestellt? Haben wir Argumente nicht berücksichtigt? Wie ist Ihre Meinung? Schreiben Sie an Claus Diedrichs, cd@rettet-das-jahnstadion.de. Wenn Sie uns dies ausdrücklich gestatten, veröffentlichen wir Ihre Meinung gerne namentlich auf dieser Webseite.

Gisela Neumann: Nicht noch mehr Beton (19.02.2008)

Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen als ich hörte dass das Jahnstadion bebaut werden soll.

Es geht doch wohl nicht nur um den Erhalt einer Grünfläche wo sich die Kids austoben können, sondern auch um unser Klima, wofür wohl unerlässlich ist noch den Einen oder Anderen grünen Flecken zu erhalten.

Wir betonieren die Welt immer mehr zu, dann werden sinnlose Gesetze erlassen, grün, gelb, rote Plaketten, brauche wohl nicht weiter zu erläutern. Bis heute hat die Menschheit anscheinend noch nicht begriffen dass wir eher die Grünflächen und Bäume für Klimaerhaltung brauchen als immer mehr Gebäude.

Es wird doch immer darüber gesprochen, dass wir Geburtenrückgang haben, wofür sollen dann noch so viele Baugrundstücke geschaffen werden. Sicherlich ist das eine interessante Gegend, wo auch eine Menge Geld für Baugrundstücke erzielt werden kann. Nur sollten unsere Regierenden mal mit der Geldgier innehalten.

Wie auch jedem bekannt ist fährt ganz in der Nähe der Güterverkehr vorbei, dann müssen nachher, wenn dort neue Wohnungen entstehen, Schallwände gesetzt werden, usw.

Es ist eine Schande wie die Politiker nur daran denken, sich ein Denkmal zu setzen, unter dem Deckmäntelchen dass nur alles zum Wohlergehen der Befölkerung gemacht würde.

Ich frage mich, für wie dumm halten die uns denn? Sind die wirklich von Ihrem Vorgehen überzeugt? Sind doch auch nur Menschen! Bin stinksauer, denn das Theater hatten wir mit dem Kamilluspark ja schon durchgemacht.

Gisela Neumann

Anton Deiringer: Sanierungsfall Jahnstadion (19.02.2008)

Was wird eigentlich den Bürgern zum Thema Jahnstadion noch alles zugemutet. Zuerst hat die CDU mit ihren Vorstellungen das Jahnstadion in seiner jetzigen Form zum Tode verurteilt und nun träumt SPD-Mann London von seinem neuen Stadion und wirft Zahlen und Behauptungen in den Raum, die einen zur Weißglut bringen (zumal vorher noch die SPD sich für den Erhalt des jetzigen Stadions ausgesprochen hat).

Plötzlich wird der Sportlärm zum größten Problem aufgebauscht, obwohl sich bisher kaum einer öffentlich darüber beschwert hat. Auch das Lukaskrankenhaus und der Stadionbetrieb sind 80 Jahre ohne Schwierigkeiten miteinander zurecht gekommen.

Des weiteren spricht Herr London von einer maroden Anlage, die zur Sanierung 4 Millionen verschlingen würde. Doch die meisten dort ansässigen Sportler sehen diesen Bedarf keineswegs, denn es trainieren hier ja keine Olympiakandidaten. Außerdem wurde das Jahnstadion in der Sportstudie mit der Gesamtnote befriedigend weit besser bewertet als viele andere Bezirkssportanlagen.

Den Vogel schießt er aber mit dem Abriß der jetzigen Stadionhalle ab. Auch hier frage ich mich, wer will denn wirklich eine neue Halle in dieser Größenordnung und wer soll dies bezahlen? Wieder einmal ein bisschen Neusser Größenwahn.

Den meisten Sportlern und Bürgern, die ich in den letzen Tagen gesprochen habe (auch der Bürgerinitiative „rettet-das-jahnstadion“), geht es um nichts anderes als um den Erhalt des jetzigen Stadions in seiner gewachsenen Struktur und seinem großen Lagevorteil für den Breitensport. Alle jetzt ansässigen Vereine wollen hier bleiben vom Fußball über Hockey bis zum Tennis und die Bedingungen für die Leichtathleten wären sicherlich ebenfalls gut, wenn die Kunststoffbahn im Jahnstadion erstellt würde. Die Lage ist wie schon seit 80 Jahren toll.

Anton Deiringer

Frededrike und Max Reimer-Busch: Perfektes Hauptquartier (17.02.2008)

Lieber Bauverein,
Liebe Politiker in Neuss,

das Jahnstadion ist uns Kindern sehr wichtig: Dort spielen wir Fußball und gehen mit Hunden Gassi. Aber wir gehen auch ins Jahnstadion wenn wir Kummer oder Sorgen haben. Die Büsche sind ein perfekter Ort für ein Hauptquartier und eine Bande. Wir brauchen das Jahnstadion.

Schöne Grüße: alle Kinder und besonders

Frededrike und Max Reimer-Busch

Renate Grewer: Keine weitere Bodenversiegelung (17.02.2008)

Die Homepage kann ich nicht unwidersprochen lassen: Ich weiß nicht, ob Herr Henckels überhaupt autorisiert ist, für die BI zu sprechen. Sicher ist, dass nicht alle, die am Jahnstadion Interesse haben, mit seinen Äußerungen im Internet einverstanden sind. Ziel muss sein, das Jahnstadion im jetzigen Zustand zu erhalten, mit einigen zusätzlichen Attraktivitäten.

Darüber ist in der Hompage nur wenig zu finden. Das alte Jahnstadion ist von großem Wert in ökologischer und sozialer Hinsicht. Es darf nicht weitere Bodenversiegelung geben, weder durch Wohnbebauung, eine große TG-Halle, noch wegen der Inline-Skater. Das Stadion dient nicht nur dem Schul- und Vereinssport, sondern allen Kindern und Jugendlichen der Umgebung (wir wollen keine dicken Kinder).

Außer Inline-Skaten und Boule gibt es wohl auch Tischtennis, Bogenschießen und Hand- und Basketball. Der Rasen ist zur Benutzung, nicht nur für den Rasenmäher da. Vielleicht könnte man auch einen Trimmpfad oder einen Sportlehrpfad anbieten, an dem bekannte und unbekannt Sportarten dargestellt und erklärt werden. Ein Radrundweg würde nur zu Schwierigkeiten mit Spaziergängern und Joggern führen (Rennstrecke).

Das Thema Lärm darf für die BI keine Rolle spielen. Keiner in der Nachbarschaft ist so alt wie das Stadion. Wer dort hinzieht, weiß was auf ihn zukommt.

Was die Alternative angeht: Durch diese wird das Ziel der Erhaltung des Stadions kaputt geredet. Wieso müssen alle Sportstätten neu gestaltet werden und ist dies überfällig? Warum soll das Stadion jetzt ein PArk werden und warum gehören die jetzigen Bauten abgerissen? Statt bei den Mitgliedern der Tennis- und Hockeyvereine Unterstützung zu suchen, werden sie verärgert (sie sollen umziehen). Es ist auch nicht Aufgabe der BI neue kostspielige Wegegestaltung außerhalb des Jahnstadions zu erfinden.

Insgesamt gesehen, kann ich der BI nur empfehlen, den Gegnern der BI nicht noch weiter Argumente zu liefern, sondern die Homepage in der jetzigen Form schnellstens verschwinden zu lassen. Ansonsten wünsche ich der BI nur das Beste.

Renate Grewer

Phase zwei

Die Initiative tritt in Phase zwei: Das erste Übel scheint (für diesen Monat!) abgewendet, die CDU präsentiert aber in wohlabgewogener Folge das Absingen der bekannten Argumentation durch verschiedene Tenöre in der Presse. Vermutlich in der Hoffnung, dass „Rettet das Jahnstadion“ dadurch an Schwung verliert. Solange die CDU nicht beantwortet, wie das Areal um den Rasenplatz renoviert, genutzt und finanziert werden soll, bleibt der Rückzieher durchsichtig und taktisch.

Da nicht als Initiative von Neinsagern geplant, ist dieser Etappensieg zur Wohnbebauung also kein Grund für eine Pause. Die Gespräche der Bürgerinnen und Bürger aus dem Viertel zur Gestaltung des Geländes sind noch häufiger geworden. Alle haben das Ziel, Hockey, Tennis und Fußball im Stadion weiter zu ermöglichen, ebenso wie den schützenswerten Einfluss auf das Stadtklima – mit einem verbesserten Nutzungskonzept und einer Einbettung in die Sportplanung der Stadt.

Margret Otte-Deiringer: Der DJK fehlt die Lobby (15.02.2008)

Es ist zu begrüßen, dass Herr Sahnen CDU so besonnen reagiert und die Bedenken (eher Widerstand) der Bürger vom Stadionviertel Ernst nimmt. Ob die CDU eine bürgerliche Partei ist, von der dem Bürger weder Arroganz noch Ignoranz entgegen weht, sei noch zu beweisen.

Aber die Kuh ist noch nicht vom Eis. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die CDU und ihr Stadtplaner so schnell von der lang geplante lukrative Vermarktung des Stadion trennen. Trennen wollen sie sich nicht von dem Neubau für die Turngemeinde. Hier stellt sich die Frage, was für eine Rolle spielt der Geschäftsführer der TG bei der CDU. Da wird ein städtisches Grundstück für die Finanzierung des Neubaus der Turngemeinde verkauft, der Vitamin-B-arme Fußballverein DJK Novesia mit 250 Kinder und Jugendlichen an den Rand des Stadtwaldes zusammen mit dem VfR verfrachtet. Welche Eltern schicken ihr Kind über den stark befahrenen Konrad-Adenauer-Ring zum Training im Gegensatz zum geschlossenen sicheren Stadion?

Bei allem Wirbel um die Turngemeinde, findet der ehrenamtliche Einsatz der Trainer von DJK Novesia in der Politik und Verwaltung wenig Beachtung. Dabei sind es doch die Vereine wie DJK Novesia, die die Kinder und Jugendliche von der Straße holen. Mit viel Idealismus und Herzblut werden hier jeden Tag bei Wind und Wetter mit den Kindern und Jugendlichen trainiert. Sie werden von den Trainer gefordert und gefördert, lernen respektvoll und diszipliniert mit einander umzugehen. Hier sind alle Kinder willkommen, egal ob sie den monatlichen Beitrag von 4,-€ bezahlen können oder nicht.

Ein Turnverein wie die TG Neuss mit solchen hehren Forderungen nach einer elitären Dreifachhalle mit all dem anderen Schnickschnack kann die Kinder, deren Eltern wenig Einkommen haben, sicher nicht erreichen, denn die Folgekosten des Neubaus müssen ja durch die Beiträge abgedeckt werden.

Es ist auch völlig unverständlich, warum die Trainer mit den Bambinis ( die jüngsten ) seit Jahren schon nicht auf dem hinteren Rasenplatz trainieren dürfen. Es kann doch nicht sein, dass für die Handvoll Leichtathleten, die sich dort ab und zu einfinden, der hintere Teil des Stadions für andere Sportler gesperrt bleibt.

Eines ist ganz klar, das Stadion muss so bleiben wie es ist. Keine Bebauung und ohne TG.

Margret Otte-Deiringer

Heiße Debatte bei Zeilenschlag

Interessant, welche Argumente gegen eine Bebauung und für einen Erhalt der Anlage wir noch nicht einmal berücksichtigt haben! Die Diskussion bei Zeilenschlag zeigt, dass sich zum Beispiel die vermeintlich geringe Auslastung relativiert, weil das Jahnstadion die größte Anlage ist. Wer die Argumente unserer Initiative kennt, merkt dort auch schnell, welche Politikerin / welcher Politiker nicht gut informiert ist.

Helfen würde natürlich, wenn wir selbst ein Exemplar der Sportstudie in vollem Umfang in Händen hätten. Ich hoffe, dies gelingt uns in den nächsten Tagen. Unsere Anfrage an Herrn Becker (CDU) unter Bezug auf sein Angebot während der Bürgerversammlung am 11.2. blieb jedenfalls unbeantwortet.

Selbstläufer und ihre Auswirkungen

Jeder Tag ist gefüllt mit Neuigkeiten und neuen Kontakten. Wir freuen uns über die Unterstützung von Grünen, FDP und Linken zur Erhaltung des Stadions ohne Bebauung. Am besten Bescheid wissen aber wieder die, die nicht dabei waren: Die CDU weiß, dass wir eine Versachlichung brauchen und die FDP weiß, dass die Grünen uns aufgestachelt haben. Wir wissen dies wiederum aus der NGZ. Und wir wissen, dass diese Leute direkt mit uns sprechen sollten, wenn sie Fakten über uns brauchen: Wir haben die Ratsfraktion der Grünen angesprochen, weil wir gemeinsame Ansichten vermutet haben.

Dank deshalb an dieser Stelle an die, die in den vergangenen Tagen mit uns diskutiert haben statt über uns, insbesondere Herrn Jahn (SPD), Herrn Kehl (Bündnis 90/Grüne) und Frau Arndt (BUND). Dank auch an die, die bereits Kontakt mit uns aufgenommen haben und in den nächsten Tagen mit uns sprechen werden.

Die Initiative formiert sich

Ein Treffen in kleiner Runde mit 18 Personen hat heute viele Ideen, eine klare Vorgehensweise und eine vorläufige Rollenverteilung erbracht. Das kurzfristige Ziel ist zur Hälfte schon erreicht: Die NGZ berichtet in der Ausgabe vom 13.2., die CDU habe die „Reißleine“ gezogen – was aber nur für die Wohnbebauung zutrifft, nicht für die Dreifachhalle im vorderen Teil mit all ihren Verkehrsproblemen.

Auch in der konstruktiven und langfristigen Arbeit, einen sinnvollen Plan aufzustellen, sind wir ein gutes Stück weitergekommen. Allen Beteiligten ist klar, dass diese Aufgabe nicht mit der nächsten Ratssitzung beendet ist, sondern dass wir die Politik ein gutes Stück weg fordernd und fördernd begleiten werden.

Unterstützung bekommen wir aus ganz verschiedenen Richtungen: Soeben hat der ADFC mit uns bezüglich der Verkehrsplanung Kontakt aufgenommen. Wir brauchen weiterhin jede helfende Hand. Vielen Dank!

Max Christian Derichsweiler: Angriff auf Grundwerte (12.02.2008)

Es ist unverantwortlich, eine historische Stätte und ein grünes Odem unserer Stadt Neuss vernichten zu wollen! Das Jahnstadion ist nicht nur ein Sportbereich per se, sondern eine Verbindung von Natur und menschlicher Aktivität in verschiedenen Formen, sei es als Vereins- und Freizeitsport, Erholung oder Abenteuer. Das wissen die Familien insbesondere mit ihren Kindern, Rentner, Schulen, Vereine, Sauerstoffsüchtige, kurz um alle Neusser Bürgerinnen und Bürger zu schätzen. Einer Vernichtung von Lebensraum in der Art durch Klüngeleien aus ökonomischen und finanziellen Gesichtspunkten muss aufs Schärfste entgegengewirkt werden.

Meine Familie wohnt und lebt in der 4. Generation – d.h. nun mehr als ein Jahrhundert – direkt am Jahnstadion, womit dieser Ort mehr als Heimat für uns bedeutet. Die verfassungsgarantierte freie Entfaltung der Persönlichkeit sehe ich in den Bauvorhaben nicht gegeben, vielmehr eine Verletzung unserer Identität und eine deutliche Minderung unser eigensten, individuellen Lebensqualität! Das ist ein Angriff auf unserer Grundwerte!

Max Christian Derichsweiler

Erste Bürgerversammlung

19.30 Uhr im Hermkes Bur: Der Raum (für 40 Personen) ist mit über 100 Personen überfüllt, weitere 50 warten anfangs vor der Tür. Auch Vertreter/innen von CDU, SPD, Grünen und WASG sind anwesend, die FDP fehlt. Frauke Arndt schildert Hintergrund und Ziel der Initiative, der BUND stellt die klimatischen Aspekte vor. Ein deutlicher, aber sachlich-konstruktiver Austausch von Argument offenbart Lücken und Ursachen der CDU-Argumentation. Besonderen Applaus fand das Verkehrskonzept.

Diese Webseite wird weiterhin alle Argumente aufgreifen und versuchen, Hintergrundinformationen und ein Forum für die Schaffung einer sinnvollen und schlüssigen Planung zu bieten. Ihre Anregungen und Ihre Unterstützung sind willkommen – der Riesenerfolg des ersten Treffens war nur der Anfang!

Peter Fiebig: Durchsichtige Hilfestellung zugunsten Bauverein (25.01.2008)

„Jetzt ist auch einmal der Sport dran“ – so oder so ähnlich soll sich die Fraktionsspitze der Neusser CDU kürzlich geäußert haben. Dann folgt noch der hochtrabende Begriff des „Dreisäulenpaketes – Gesundheit – Wohnen – Sport“.

Aber was steckt dahinter? – eine allzu durchsichtige politische Hilfstellung zugunsten des Neusser Bauvereines?

Jeder in Neuss weiß die wenigen grünen Oasen im Stadtgebiet zu schätzen – dazu gehört seit vielen Jahrzehnten die beschaulich, fast romantische und liebevoll gepflegte Liegenschaft an der Jahnstraße. Wer nutzte dieses – mit altem Baumbestand umsäumte – Kleinod in Neuss nicht schon für einfaches Durchatmen vom Alltagsstress, Spaziergänge mit den Kindern, eigene sportliche Aktivitäten, Bundesjugendspiele und vieles mehr. Viele Neusser Familiengenerationen erinnern sich gern an „unsere Stadionanlage“.

Und nun? Ein Federstrich nach einer Tagung in der Eifel – und alles soll vorbei sein?

Nicht viele Gemeinden in unserem Umkreis verfügen über ein solches „Schatzkästchen“. Wenn man dem Sport helfen will, so kann man doch nicht diese gewachsene Anlage zugunsten einer „hochwertigen Bebauung“ einfach ausradieren. Sicher ist es zu begrüßen, wenn die TG Neuss einen idealen Standort bekäme – aber hier bietet sich doch sicherlich eine sportliche Alternative an. In einer Art Symbiose zwischen Hallen- und Freiluftsport sind hier alle Möglichkeiten gegeben.

Verehrte Politiker, Vertreter unserer Neusser Bürger – bitte vergesst bei Euren Entscheidungen nicht das gesunde Abwägen zwischen kommerziellen Anreizen und unseren Bedürfnissen.

Peter Fiebig

Andreas Decker: Langfristig angelegte Impulse fehlen (25.01.2008)

Die Neusser Politiker wären gut beraten, sich darauf zu besinnen, dass wohlausgewogene und konsensfähige Städtebauentwicklung einer offenen Diskussions- und Wettbewerbskultur entspringt.

Visionen benötigt Neuss; städtebauliche Visionen, verpflichtet dem Allgemeinwohl und keine partikuläres Geklüngele mit Investoren, gleichgültig welcher Couleur, wie sich jetzt wieder mit den Bebauungsabsichten für das Jahnstadion offenbaren. Seit Oswald Matthias Ungers Konzept für das Castrum Novesium sind die städtebaulichen Anstrengungen der Kommune Neuss, langfristig angelegte Impulse zu entwickeln, nicht nur verflacht, sondern zum Erliegen gekommen.

Wohin das Fehlen sowohl globaler Visionen als auch aktueller städteplanerischer Rahmenpläne führt, haben unlängst die Kölner Politik und Verwaltung schmachvoll zur Kenntnis nehmen müssen. In Ermangelung auch nur ansatzweise ausreichender Planungsinstrumente für die Qualitätsbestimmung und städtebauliche Weiterentwicklung der Rheinmetropole, sind die Kölner Unternehmer initiativ geworden und beauftragten selbst ein Frankfurter Stadtplanungsbüro zur Erstellung einer Expertise.

Politik und Verwaltung sei vor dem Hintergrund der Bebauungsüberlegungen des Jahnstadions und einer all zu offensichtlichen und eindimmensionalen Investorensichtweise gefragt: Wie verhält es sich denn mit den stadträumlich gewachsenen Bebauungs- und Grünqualitäten, mit der Grünbilanz und dem Biotopenschutz in dem Quartier. Viele Kommunen denken wieder über Durchgrünung zur Senkung der Feinstaubbilanz nach. Stadtdurchlüftung ist ein zu beachtendes Thema, Verkehrsaufkommen und Verkehrsführung.

Warum die Bebauungsabsichten des Marianum-Geländes mit Nachbarparzellen, gleich welcher Art, in Zusammenhang stehen, ist objektiv nicht nachvollziehbar, oder wird der Parkplatz des Lukaskrankenhauses, der Kindergarten, die Grundschule, die jüngst erst mit viel Geld ausgebauten Hockey- und Tennisplätze in dem fortschreitenden Bebauungsplanverfahrens ebenfalls obsolet?

Die Parteien sind aufgefordert, sich neu auszurichten, eine offenen Diskussionskultur zu pflegen, der lokalen Agenda 21 Rechnung zu tragen und ggf. notwendige Entwicklungsmaßnahmen einer abgestimmten Leitbildplanung und dem offenen Wettbewerbswesen zu unterstellen.

Andreas Decker
Dipl.Ing. Architekt BDA

Aufgerüttelt von der Presse

Die Anwohnerinnen und Anwohner des Stadionviertels sind verblüfft: In der NGZ findet sich ein Artikel, der aus dem Stadiongelände Geld machen und offensichtlich Lobbyinteressen verfolgen soll. Nicht nur, dass die verursachende CDU offensichtlich einige Aspekte nicht bedacht hat – dies wäre durch Gespräche mit den Betroffenen vermeidbar gewesen.

Das Vorgehen weckt auch böse Erinnerungen an die Erneuerung von Kanal und Fahrbahn der Jahnstraße, wo ein ebenso unausgereifter Plan von den Anliegern mitbezahlt werden soll und Herr Napp persönlich es für unnötig hielt, mit den Betroffenen zu sprechen. Auch wenn in anderen Straßen perfekte Neugestaltungen allein von der Stadt finanziert wurden.

Der Unmut steigert sich. Flugblätter und diese Webseite entstehen. Ein erstes Treffen wird für den 11.2. angesetzt.